Schlosskirche Mirabell
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Die Schlosskirche von Mirabell ghört neben dem Stiegenhaus mit der Prunktreppe und dem prächtigen Marmorsaal zu den schönsten Räumlichkeiten des Schlosses, das sich trotz mancher Veränderungen noch etwas von seinem ursprünglichen feudalen Stil bewahrt hat.
Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ließ 1606 das Schloss Mirabell für sich und Salome von Alt errichten. Schon damals befand sich im Schloss auch eine Kapelle. Unter Erzbischof Franz Anton von Harrach wurde das Schloss Mirabell gänzlich umgebaut und nach den Plänen des Barockbaumeisters Lukas von Hildebrand die heutige Schlosskapelle errichtet. Sie wurde 1726 dem hl. Johannes Nepomuk geweiht, der im 14. Jahrhundert unter dem Böhmenkönig Wenzl in Prag in der Moldau ertränkt wurde, weil er das Beichtgeheimnis nicht verriet. Beim großen Stadtbrand 1818 wurde die Kapelle teilweise zerstört. Seit Sie wurde in den Jahren 1952 und 1988 saniert. Ihr Deckengemälde schuf Bartolomeo Altomonte.

Beschreibung der Schlosskirche entnommen aus:
DIE KIRCHEN SALZBURGS
Lieselotte von Eltz-Hoffmann - Oskar Anrather
Verlag - Anton Pustet
Im Jahr 1818 hatte der große Stadtbrand das Schloss weitgehend zerstört. Ein Teil der Kapelle stürzte ein. Im Zuge des Neubaus nach den Plänen von Johann Georg Hagenauer wurde auch die Kirche in veränderter Gestalt wieder hergestellt.
Sie reichte nun durch zwei Geschoße, bekam ein seitliches Oratorienfenster, behielt nur einen Altar und wurde am 16.Mai 1837 durch Erzbischof Friedrich Fürst Schwarzenberg geweiht. In den Jahren 1830 bis 1863 diente das Mirabellschloss dem Erzbischof Maximilian Josef Tarnoczy als Residenz und die Kirche wurde fürsterzbischöfliche Hofkapelle.

Als 1870 das Gebäude der Salzburger Stadtgemeinde übergeben wurde, war die Schlosskappelle wieder frei zugänglich und von 1879 an fanden dort bis zur Fertigstellung der neuen Andräkirche abermals öffentliche Gottesdienste statt.
Inzwischen wurde die Schlosskirche zweimal renoviert, 1952 und 1988. Weiß und Gold geben dem hohen Sakralraum festliches Gepräge und Feierlichkeit. Die lichten Wände sind zur Gänze mit Marmorstuck überzogen. Die balkonartige Musikempore mit gebauchter, stucküberzogener Brüstung verleiht dem Saal eine feudale Note.

In die Rundung der Apsis fügt sich der prachtvolle Hochaltar aus grauem und rosa Marmor von 1722 und reicht bis zur Kuppel empor. Zwischen den Säulen und Pilastern stehen als Großfiguren Heiligengestalten, deren elegante Bewegtheit noch in der Grazie der Handhaltung zum Ausdruck kommt.
Das Altarbild zeigt den hl. Johannes von Nepomuk, der von Engeln zum Himmel gehoben wird. Ein Kunstwerk besonderer Art ist der Altaraufsatz, der sich der Rundung des Aufbaues anpasst. Er besteht aus einem vergoldeten, von zartem Gitterwerk durchbrochenen kuppelartigen Baldachin, der von einem Kronreif bekrönt ist, einer Form, die später in anderen Kirchen Nachahmung fand. Zwei große und zwei kleine Engel über den Volutenbändern vollenden die Schönheit des Anblicks.
Mit der Geschichte von Mirabell untrennbar verbunden, blieb die Kirche mit ihrer feudalen, kunstvollen Ausstattung bei allem Wandel der Zeit, die über sie hinwegging was sie von Anbeginn war eine Schlosskirche.
Inzwischen hat sich in Salzburg eine altkatholische Gemeinde gebildet, die im Jahr 1921 an die Stadtgemeinde das Ansuchen richtete ihr die Schlosskirche für ihre Gottesdienste zu überlassen. Zunächst stellte man ihnen aber „nur“ den Marmorsaal des Schlosses zur Verfügung. 1938 wurde der Marmorsaal von der Stadt gebraucht. Der altkatholischen Gemeinde wurde seither die Kirche des Schlosses zur Verfügung gestellt.
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