Stefan Zweig und Hugo von Hoffmannsthal

Paschingerschlössl; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. Reinhard Medicus

Jedermann 1937; Quelle: Salzburg-Archiv
Kapuzinerberg 5 Station 13
Zweig (1881-1942) stammt aus einer wohlhabenden Industriellenfamilie. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er 1897 in Zeitschriften. 1901 erschien mit kontemplativen Versen der erste Gedichtband und 1904 seine erste Novelle und fand unerwartet früh Anerkennung. Zweig entwickelte einen eigenständigen Schreibstil, der einfühlsame Psychologie mit einer brillanten Erzählkraft verbindet. Seine Werke kreisen häufig um tragisches Heldentum, um Leiden und Aussichtslosigkeit. Die eigene zeitweise Mutlosigkeit veranlassten Zweig Werke fremdsprachiger Schriftsteller zu übersetzen. Zweig arbeitete aber auch als Journalist. Er reiste gerne und konnte dabei vielfältige Kontakte zu Künstlern, mit denen er lange Briefwechsel führte, aufbauen.
Der Erste Weltkrieg, in dem er sich freiwillig zum Dienst im Wiener Kriegsarchiv gemeldet hatte, ließ Zweig zum bedingungslosen Pazifisten werden. Das Kriegsende erlebte Zweig als Journalist in der Schweiz. Immer wieder warb er für die Idee eines geistig einigen und geeinten Europas, für Frieden und Völkerverständigung. Aus der Schweiz kommend kaufte er im Jahr 1919 in Salzburg das Paschingerschlössl mit seinem großen Garten auf dem Kapuzinerberg.
Die 1927 verfassten historischen Miniaturen „Sternstunden der Menschheit“ zählen zu seinen erfolgreichsten Werken. 1933 verfasste Stefan Zweig auf Ersuchen von Richard Strauß das Libretto für die Oper „Die schweigsame Frau“. Auch die 1942 erschiene „Schachnovelle“ wurde weitum bekannt.
Von einer frühmorgendlichen polizeilichen Durchsuchung seines Anwesens durch die austrofaschistische Polizei auf der Suche nach Waffen tief betroffen übersiedelte Zweig im Jahr 1934 am folgenden Tag überstürzt nach London. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden 1935 seine Bücher nicht mehr verlegt, weil sie hier „unerwünscht“ waren, und mussten so in Wien erscheinen. Er wanderte 1940 über New York, Argentinien und Paraguay nach Brasilien aus, wo er 1942 in Petropolis freiwillig aus dem Leben schied. Ein Denkmal vor dem Kapuzinerkloster auf dem Kapuzinerberg erinnert ebenso an den großen Salzburger, wie das Stefan Zweig Centre Salzburg in der Edmundsburg auf dem Mönchsberg.
Öfter zu Gast bei Zweig war auch der bekannte Dramatiker und Librettist Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), obwohl Hofmannsthal den jüngeren Stefan Zweig keineswegs förderte. Er verfasste das bekannte Mysterienspiel „Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“, dessen Aufführung am Domplatz (3) unter Max Reinhardt am 22.8. 1920 den Auftakt zu den vielfältigen Darbietungen der Salzburger Festspiele darstellte. 1921 schrieb er für die Festspiele sein zweites Mysterienspiel „Das Salzburger Große Welttheater“. Hofmannsthal war Mitbegründer dieser landesweit größten Kulturveranstaltung. Bis zu seinem Tode war er bemüht das bayrisch-österreichische Theaterwesen in den Salzburger Festspielen weiter zu entwickeln. In seinen frühen Jahren schrieb sprachvollendete Lyrik. Bekannt wurde er aber vor allem durch seine zahlreichen Dramen, etwa „Der Schwierige“, „Der Unbestechliche“ oder „Der Turm“. Hervorzuheben sind die Libretti für Opern von Richard Strauß etwa „Elektra“, „Ariadne auf Naxos“ und „Die Frau ohne Schatten“. Sein bis heute bekanntestes Libretto wurde der„Rosenkavalier.
Dr. Reinhard Medicus
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