Mirabellgarten
Salzburgs barockes Gartenjuwel
Der Mirabellgarten schafft mit seinen vielfältigen Elementen eine einzigartige, barocke Atmosphäre in Salzburg
- mit über 100.000 blühenden Blumen im Gartenparterre,
- dem Rosengarten,
- dem Heckentheater,
- zahlreichen historischen Skulpturen, Vasen und Brunnen,
- der Pegasus-Bronzeskulptur vor dem Schloss
- Ornamenten, Labyrinthen, Göttern und Zwergen im Zwerglgarten,
- der Orangerie mit Palmenhaus.
Die Gartenanlage mitten in der Stadt Salzburg bietet beeindruckende Perspektiven, Ausblicke, Farben- und Formenspiele.
Die Vielfalt der Pflanzen, die Mischung aus offenen, belebten und schattigen, ruhigen Bereichen begeistern Einheimische und Gäste aus der ganzen Welt immer wieder aufs Neue.
Die berühmte Gartenanlage des Schlosses Mirabell ist ein „echtes“ Gartendenkmal. Als einer der ersten öffentlich zugänglichen Barockgärten mit einer Vielzahl künstlerisch hochwertiger Statuen, Brunnen und Figurengruppen wurde der Mirabellgarten 2007 vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt.
Der Mirabellgarten ist tagsüber ganzjährig frei zugänglich (Teilsperrungen im Winter).
Der Zwerglgarten

Der Zwerglgarten im Park von Schloss Mirabell ist der älteste Zwerglgarten Europas und entstand um 1695 unter Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein.
Die ersten Zwerge wurden vermutlich 1691/92 von einem Künstlerkollektiv unter Leitung von Ottavio Mosto und Bernhard Michael Mandl gefertigt. Sie sind voller Symbolik und Allegorien. Der ursprüngliche Garten befand sich im Bereich des heutigen Zauberflötenspielplatzes und war 1695 weitgehend fertig. Der Zwerglgarten umfasste ursprünglich 28 Zwerge.
In der Zeit der Aufklärung kamen die Zwerge – Marmorfiguren missgestalteter Menschen – immer mehr in Verruf. Die Anlage wurde nicht mehr gepflegt und begann zu verwildern.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Figuren versteigert. Die Zwerge gerieten in Vergessenheit. 1919 fasste der Salzburger Gemeinderat den Beschluss, den einzigartigen Garten im Bereich des Basteigartens wieder zu errichten. Der Verschönerungsverein – der heutige Stadtverein – setzte sich besonders für die „Rückkehr“ der Zwerge ein. Heute befinden sich 19 Zwerge im Besitz der Stadt Salzburg.
Das Heckentheater

Der Typus des barocken Heckentheaters im Garten des Schlosses Mirabell in Salzburg ist für Österreich einzigartig. Es gibt hierzulande keine vergleichbare Anlage und auch im Blick auf Europa stellt dieses Theater aufgrund seiner historischen Bauform eine Besonderheit dar. Beeinflussungen durch die barocken Gestaltungen der Heckentheater im Pariser Tuileriegarten und im Großen Garten zu Dresden sind allerdings unverkennbar.
Errichtet wurde das Heckentheater zwischen 1704 und 1718 unter Leitung des bekannten Gartenarchitekten Matthias Diesel. Der Schöpfer der Anlage entwickelte keinen Theaterraum in klassischer barocker Manier im Sinne einer Guckkastenbühne, sondern führte einen dreiteiligen Aufbau mit einem Parterre zwischen der Heckenbühne und dem umlaufenden Zuschauerraum ein. Das Heckentheater wurde von der höfischen Gesellschaft für Oper- und Theateraufführungen, ritterlichen Spiele, Redouten (Maskenspiele) und Konzerte genutzt.
Auch heute noch finden Konzerte und Aufführungen im Heckentheater statt.
Der Orangeriegarten

Das Sammeln von Zitronen und Orangen nördlich der Alpen wurde ab dem Ende des 16. Jahrhunderts modern. An fürstlichen Höfen entstanden große Sammlungen. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich eine eigenständige Bauform zur Überwinterung der Pflanzen, die Orangerien.
In den ersten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts bekam im Zuge von Umgestaltungen durch Johann Lucas von Hildebrandt für Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach auch des Schloss Mirabell eine Orangerie und einen Orangeriegarten.
In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde durch Umgestaltungen und auch bauliche Eingriffe nach Bränden der Bereich des Orangeriegartens immer wieder verändert.
Der historische Standort des Orangeriegartens blieb jedoch bis heute erhalten, die Gartengestaltung orientiert sich an den Plänen aus dem 18. Jahrhundert.
Schloss Mirabell - einst und heute

Neben dem prächtigen Garten ist auch das 1606 errichtete Schloss Mirabell einen Besuch wert. Heute Sitz der Stadtverwaltung, beherbergt es drei besondere Sehenswürdigkeiten: die Marmorstiege, den Marmorsaal und die Schlosskirche.
Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach ließ das Schloss 1721 bis 1727 von Architekt Lukas von Hildebrandt zu einer geschlossenen Barockanlage umbauen. Dieser entwarf auch die mächtige Marmorstiege. Hier zieren anmutige Putten die Balustrade. Die in Nischen aufgestellten Skulpturen des berühmten Meisters Georg Raphael Donner zählen zu den schönsten Werken des europäischen Barock. Und der Marmorsaal, wo schon die Mozarts musizierten, gilt als „schönster Trauungssaal der Welt“.
Zum Glück blieben diese Kleinode beim großen Stadtbrand am 30. April 1818 unbeschädigt. Das Schloss und die 1726 dem Hl. Nepomuk geweihte Schlosskirche wurden jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Schloss wurde ohne die prunkvolle Dachzone mit Turm und Figuren wieder aufgebaut. Dadurch verlor der Bau viel von seinem einst einzigartigen Erscheinungsbild.
Zeittafel

- 1606 Wolf Dietrich von Raitenau erbaut Schloss Altenau
- 1617 Markus Sittikus von Hohenems benennt das Schloss um in Mirabell („Schöner Blick“)
- 1621-46 Paris Lodron erbaut die Stadtwälle und bezieht den Mirabellgarten in die Stadtbefestigung mit ein
- 18. Jhdt. Umgestaltungen von Schloss und Garten (barocke Phase) nach Johann Bernhard Fischer von Erlach, später in Teilen nach Johann Lukas von Hildebrandt, Mathias Diesel, Franz Anton Danreiter
- 1854 Öffnung des Mirabellgarten für das Volk
- 1870 Übergabe des Mirabellgarten an die Stadt
- 1893/94 Errichtung der Treppe zum Kurgarten
- 1913 Errichtung des Pegasusbrunnen
- 1947 Schloss Mirabell wird Amtssitz der Stadtverwaltung.
- 1950-2004: Rekonstruktionen nach barockem Vorbild (in Anlehnung an Danreiter)
- 2015 Sanierung des Bühnenraums vom Heckentheaters
- 2018 Umgestaltung des Zwerglgartens
- 2020/2021 Sanierung der Hauptwege
- 2024 Umgestaltung des Zuschauerraums vom Heckentheater nach historischem Vorbild
- 2026 Sanierung und Umgestaltung des Rosengartens
Der Jahresgang im Mirabellgarten

- Im Frühling zieren bereits tausende Stiefmütterchen, Bellis und Vergissmeinnicht den Garten. Bis zu 50.000 Pflanzen wurden dafür in den Vormonaten gesetzt. Die Winterabsperrungen werden entfernt und Parkbänke werden aufgestellt.
- Die erste große Blüte erfolgt im April mit Tulpen, Kaiserkronen, Narzissen, Märzenbecher und Hyazinthen - Blumen, deren Zwiebeln bereits im Spätherbst in die Erde kamen. Es erfolgt ein erster Schnitt der Rosen im Rosengarten vor dem Schloss.
- Im Mai erfolgt eine komplette Umgestaltung der Bepflanzung. Etwa 40.000 neue Blumen wie Begonien, Pelargonien, Tagetes, Ageratum, Zinnien, Vanilleblumen werden in die frisch vorbereiteten Beete gesetzt.
- Der Sommer steht überwiegend im Zeichen der Pflege: gießen, jäten, mähen. Das Heckentheater bekommt seinen „Sommerschnitt“, Buchsbäume werden auf Vordermann gebracht, Blumen-Ornamente werden nachgebessert und Rasenkanten werden getrimmt.
- Im Oktober steht die große Auspflanzung von etwa 15.000 Zwiebelgewächsen an. Zusätzlich werden rund 30.000 Stiefmütterchen gesetzt und die Rosen zurückgeschnitten. Zum Jahresende wird Laub gekehrt, Eiben und Buchs werden winterfest gemacht und die Lindenallee wird in Form geschnitten.
- In den Wintermonaten tritt dann etwas Ruhe im Mirbellgarten ein und alles wartet auf die neue Blüte im Frühjahr.




