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Stadtgeschichte
Stadtgeschichte

Salzburg - Stadt mit Geschichte

Bild vergrößernSalzburg um 1850; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Salzburg um 1850; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Römerstadt
Die ältesten Spuren des Menschen auf Salzburger Stadtgebiet stammen aus der mittleren Steinzeit. 15 v. Chr. werden die keltischen Höhensiedlungen auf den Stadtbergen aufgegeben und mit der Anlage der großflächigen, genau geplanten römischen Siedlung Iuvavum begonnen. Um 45 n. Chr. wird Iuvavum Munizipalstadt mit weitgehender Selbstverwaltung. Das der Stadt unterstellte Territorium ist größer als das heutige Bundesland Salzburg. Nach dem Abzug der Romanen 488 siedelt die verbleibende Restbevölkerung vorwiegend am Festungs- und Nonnberg.

Herzogs- und Bischofsstadt
Vom ausgehenden 7. Jahrhundert bis nach 716 residiert der bayerische Herzog Theodbert in Salzburg. 696 kommt Bischof Rupert aus Worms, Salzburgs Gründerheiliger, nach Salzburg und errichtet den ersten Dom. 713/15 wird das Frauenkloster Nonnberg als Hauskloster des Herzogsgeschlechts der Agilolfinger erbaut. 739 wird Salzburg Bischofssitz und 798 Bischof Arn zum ersten Erzbischof und zugleich Metropolit der Kirchenprovinz Bayern ernannt. Der deutsche Name „Salzpurc“ ist erstmals um 755 belegt.

Bürgerstadt
Bis in das 11. Jahrhundert prägen das Domkloster, St. Peter und Nonnberg das Bild der Stadt. Die Verleihung des Markt-, Münz- und Mautrechtes durch Kaiser Otto III. an den Erzbischof 996 ist Anstoß zur Entstehung einer „Bürgerstadt“. Keimzelle ist die Siedlung von Fernhändlern und Kaufleuten am Waagplatz, dem ältesten Markplatz von Salzburg. Die Festung Hohensalzburg wird 1077 erstmals schriftlich erwähnt. Die erste Stadtmauer entsteht Ende des 11. bzw. Anfang des 12. Jahrhundert. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts werden auch erstmals Bürger und der Stadtrichter genannt. Salzburg ist damit „Stadt“ im Rechtssinn. Das älteste Stadtsiegel, das „Siegel der Bürger von Salzburg“, datiert aus dem Jahr 1249, das älteste Stadtrecht wird 1287 schriftlich erlassen.

Haupt- und Residenzstadt
Nach der Trennung vom Mutterland Bayern ist Salzburg seit dem 14. Jahrhundert Haupt- und Residenzstadt des Erzstiftes Salzburg, eines Kleinstaates im Hl. Römischen Reich. Der Erzbischof ist zugleich Stadtherr, die bürgerliche Autonomie bleibt eingeschränkt. Der Hof ist bedeutendster Arbeitgeber. Im Fernhandel (Venedighandel) reich gewordene Handelsfaktoren betätigen sich als Stifter für Bürgerspital, Stadtpfarrkirche und Bruderhaus und fordern ihren Anteil am Stadtregiment. Die durch das Salzburger Stadtrecht von 1368/71 dokumentierte, relativ weit gediehene städtische Autonomie erfährt immer wieder massive Einschränkungen. 1403 schließen sich die Bürgerschaft der Salzburger Städte und der Adel in einem Schutzbündnis, dem „Igelbund“, gegen die Willkür des erzbischöflichen Stadt- und Landesherrn zusammen – jedoch ohne Erfolg. 1407 erwirbt die Stadtgemeinde den Keutzlturm, der samt Nebengebäuden zum städtischen Rathaus ausgebaut wird.

Landesfürstliche Stadt
Nur kurze Zeit erlangt Salzburg Autonomie und Selbstverwaltung, als Kaiser Friedrich III. im Ratsbrief von 1481 freie Wahl des Stadtrates und des Bürgermeisters gewährt. 1511 erzwingt Erzbischof Leonhard von Keutschach jedoch durch einen Gewaltstreich dessen Annullierung.
Kardinal Matthäus Lang baut die Stellung des Erzbischofs als uneingeschränkter Stadtherr weiter aus. 1524 erlässt er die „Stadt- und Polizeiordnung“, welche die Stadtverfassung und -verwaltung im Wesentlichen bis zum Ende der geistlichen Herrschaft (1803) regelt. Während des Bauerkriegs 1525 wird der Erzbischof vergeblich auf der Festung belagert. Zu dieser Zeit lebt Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus, in der Stadt. In Salzburg verbringt er auch sein letztes Lebensjahr und stirbt 1541.

Barockstadt und „Deutsches Rom“
Als überzeugter Vertreter des Absolutismus regiert Wolf Dietrich von Raitenau despotisch und mit Willkür. 1588 weist er im Zuge von gegenreformatorischen Maßnahmen protestantische Bürger aus der Stadt aus. Während seiner Regierungszeit wird die mittelalterliche in eine frühbarocke Stadt umgewandelt. Bürgerhäuser werden abgerissen, um für repräsentative Gebäude und großzügige Plätze Raum zu schaffen. Für ihre Bauvorhaben engagieren Wolf Dietrich und seine Nachfolger italienische Künstler. Unter Johann Ernst von Thun erfolgt eine künstlerische Neuorientierung. Er beruft an der Wende zum 18. Jahrhundert den bedeutenden österreichischen Architekten Fischer von Erlach nach Salzburg. Die im Stil des österreichischen Barock errichteten Gebäude, Kuppeln und Türme prägen bis heute das Stadtbild. Salzburg wird daher später als „Deutsches Rom“ bezeichnet.

Festungs- und Universitätsstadt
Während die Stadt seit dem späten 16. Jahrhundert zur Barockstadt umgestaltet wird, lässt Erzbischof Paris Lodron zur Zeit des 30jährigen Krieges Salzburg durch die Errichtung weitläufiger Befestigungsanlagen zur Festungsstadt ausbauen. Die Stadt wird zur fast uneinnehmbaren Zitadelle. Durch die neue Befestigung wird das Siedlungsgebiet der Rechtsstadt um die Hälfte vergrößert, zudem wird das vorgelagerte Schallmoos trocken gelegt.1622/23 gründet Paris Lodron die Benediktineruniversität, die bis zur ihrer Auflösung 1810 zeitweise zu den am meisten frequentierten Universitäten des deutschen Sprachraums zählt. 1962 wird sie als staatliche Universität wieder errichtet.

Mozartstadt
1756 wird Salzburgs berühmtester Sohn, Wolfgang Amadé Mozart, im Haus Getreidegasse 9 geboren. Hier verbringt er seine Kindheit und hat von 1772 bis 1781 die Stellung eines Konzertmeisters der Hofkapelle sowie des Hof- und Domorganist inne. Die Verehrung Mozarts, bis hin zum Mozartkult, beginnt in der Stadt Salzburg erst mit der Errichtung des Mozartdenkmals 1842. Unter Mozarts Arbeitgeber, dem letzten regierenden Fürsterzbischof und somit letztem geistlichen Stadtherrn, Hieronymus Graf Colloredo, wird Salzburg zu einem Zentrum der katholischen Spätaufklärung und Mittelpunkt ihrer Presse und Publizistik.

Kreisstadt und „Schöne Stadt“
Im Zuge der Napoleonischen Kriege wird das Erzstift Salzburg 1803 säkularisiert und bildet zunächst mit Berchtesgaden, Passau und Eichstätt ein Kurfürstentum, dessen Hauptstadt Salzburg ist. Mit seinem Ende 1805 verliert die Stadt auch die Funktion einer Residenz. Nach fünfmaligem Regierungswechsel kommt das Land Salzburg 1816 endgültig zu Österreich und die Stadt wird zur Kreisstadt degradiert. Romantische Künstler fühlen sich von der Rückständigkeit der Stadt angezogen und legen mit der Schaffung des Mythos von der „Schönen Stadt“ bereits im Biedermeier die Grundlage des modernen Salzburg-Tourismus.

Landeshauptstadt und „Saisonstadt“
1861 erhält Salzburg einen eigenen Landtag. Die Stadt wird Sitz der Landesregierung und mit dem Gemeindestatut von 1869 werden ihr auch die Agenden einer Bezirkshauptmannschaft übertragen. Nach der Regulierung der Salzach und der Schleifung der Befestigungsanlagen setzt eine umfangreiche Bautätigkeit ein. Mit der Eröffnung des Salzburger Bahnhofs 1860 nimmt der Fremdenverkehr deutlich zu und Salzburg entwickelt sich zur „Saisonstadt“. Neue Hotels entstehen und der innerstädtische Verkehr wird ausgebaut. In der liberalen Ära, der „Gründerzeit“, werden zahlreiche kommunale Großprojekte realisiert wie der Bau von Schulen, eines Versorgungshauses, des Kursalons und Kurparks, des Schlachthofes, des Kommunalfriedhofs oder des Elektrizitätswerks.

Festspiel- und Tourismusstadt
Erste Ideen, in Salzburg Festspiele zu veranstalten, gehen auf Mozart-Musikfeste des 19. Jahrhunderts zurück. 1917 wird die Festspielhausgemeinde gegründet, mit der Uraufführung von Hoffmannsthals „Jedermann“ 1920 beginnen die Festspiele. Zunächst werden Bereiche des ehemaligen erzbischöflichen Marstalls adaptiert und 1926 und 1937 von Architekt Clemens Holzmeister umgebaut. 1960 wird das Große Festspielhaus eröffnet, 1967 beginnen die Osterfestspiele. Im „Mozartjahr“ 2006 wird der Umbau des Kleinen Festspielhauses zum „Haus für Mozart“ abgeschlossen. Zwei Millionen Nächtigungen dokumentieren die große wirtschaftliche Bedeutung des Kultur-Tourismus für die Stadt.

Gauhauptstadt
Erste Eingemeindungen der die Stadt umgebenden Dörfer werden im autoritären Ständestaat 1935 vorgenommen, eine zweite Phase wird nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1939 durchgeführt. Durch die Eingemeindungen 1935/39 steigt die Stadtbevölkerung von 40.500 auf 77.000 Menschen. Mit dem Beginn der NS-Herrschaft setzen rassische und politische Verfolgungen ein. Zwangsarbeiter und Kriegesgefangene werden zur Aufrechterhaltung des Wirtschaftslebens und für Bautätigkeit, wie zum Beispiel für den Bau der Staatsbrücke, eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg erlebt die Stadt 15 amerikanische Bombenangriffe, denen 547 Menschen zum Opfer fallen. Rund 40 Prozent der Gebäude werden zum Teil schwer beschädigt, darunter auch der Dom und Mozarts Wohnhaus.

Großstadt
Nach dem Zweiten Weltkrieg kommen zehntausende Flüchtlinge in die Stadt. Durch starken Zuzug zählt die Landeshauptstadt 1950 erstmals 100.000 EinwohnerInnen und ist damit „Großstadt“. Im Rahmen des sozialen Wohnbaus entstehen große Wohnbauprojekte (Lehen, Taxham). Die Festspielhäuser, das Kongresshaus, das Kurhaus, das Paracelsus-Bad usw. werden errichtet. 1967 wird das Salzburger Altstadterhaltungsgesetz verabschiedet, das erste Gesetz dieser Art in Österreich, das die historische Altstadt unter Schutz stellt.

Bildungs-, Kultur- und Sportstadt
Seit der Wiedererrichtung der Paris Lodron-Universität (1962) baut die Stadt die Bildungseinrichtungen weiter aus. 1998 wird die Hochschule Mozarteum zur Universität erhoben und 2003 wird die Paracelsus Medizinische Privatuniversität gegründet. Sportliche Höhepunkte sind die Abhaltung der Rad-Weltmeisterschaft 2005 und die Euro 2008. 1996 wird die Altstadt Salzburgs in die UNESCO-Liste zum Schutz des „Weltkulturerbes“ aufgenommen. Ihren Status als Kulturstadt ersten Ranges verdankt die Stadt nicht nur ihrer Tradition, sondern den zahlreichen Institutionen, Initiativen und Personen, die im Kulturbereich tätig sind. Kultur, Bildung, Sport und Tourismus sind für die Salzburger Bevölkerung die wichtigsten direkten und indirekten Arbeitgeber und wesentlich für den Wohlstand der Stadt verantwortlich.

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Stand: 28.3.2011, Hans-Peter Miller