Interkultureller Garten Itzling: ein Projekt trägt Früchte
Bereits seit mehreren Jahren entstehen in vielen Städten Europas „Interkulturelle Gärten“. Seit wenigen Wochen treffen sich auch in Itzling mittlerweile 25 Hobby-GärtnerInnen zum gemeinsamen Tun: Grundstück und Vorbereitung der Fläche stellte die Stadt zur Verfügung, die Idee und Projektbegleitung kommt vom ABZ.Mi, 16. Juli 2008
Bereits seit mehreren Jahren entstehen in vielen Städten Europas „Interkulturelle Gärten“.Gemeinschaftlicher ökologischer Gartenbau, handwerkliches Arbeiten, interkulturelle Aktivitäten und Bildungsarbeit bilden die Säulen eines mittlerweile erprobten und bewährten Projekts, das Menschen jeder Altersgruppe und Lebensform, aus verschiedenen sozialen Milieus und mit unterschiedlichem ethnisch-kulturellen Hintergrund einander näher bringen möchte.
„Nur relativ wenige der 12.000 ItzlingerInnen besitzen ein Stück Grund für eigene gärtnerische Nutzung. Der Salzburger Stadtteil Itzling bietet damit alle Voraussetzungen für die Schaffung eines Interkulturellen Gartens, wie vom ArbeiterInnen-Begegnungszentrums (ABZ) angeregt wurde. Der Garten schafft Möglichkeiten, die Vielfalt im Stadtteil positiv zu nutzen“, begrüßt Bürgermeister Dr. Heinz Schaden am Mi, 16.7.08, im Rahmen eines Pressegesprächs die Initiative des ABZ für den „Stadtteilgarten Itzling“.
Die Stadt stellte in unmittelbarer Nachbarschaft zum ABZ ein geeignetes, ca. 500 qm großes Grundstück zur Verfügung, unter Leitung von Stadtgartenamtsdirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Saiko unterstützten städtische Profi-GärtnerInnen mit Know How und tatkräftigem Einsatz das Projekt bis zu seinem offiziellen Start. Als Projektleiterin sieht sich Mag. Christina Pürgy vom ABZ „als Begleiterin und Moderatorin eines im Wachstum befindlichen Prozesses“.
50 „grüne Daumen“ bringen Stadtteilgarten zum Blühen
Rund 25 Hobby-GärtnerInnen beleben und bearbeiten nun seit wenigen Wochen Beete und Grünflächen. Manche von ihnen verwirklichen hier ihren kleinen persönlichen Traum vom eigenen Gemüse-Garten, andere kommen, weil Arbeiten im Garten einfach gut tut. Und für etliche neue GärtnerInnen ist es der erste intensive Kontakt mit dem Boden und den Menschen ihrer neuen Heimat. Der Garten ermöglicht damit direkt gelebte Integration ohne Bevormundung und Zwang.
Bürgermeister Schaden: „Man könnte fast sagen, ´durchs Garteln kommen die Leute zusammen´. Ich freue mich, dass wir den ItzlingerInnen ein Stück Grün zur Verfügung stellen können, das sie nun individuell und gemeinsam nutzen. Eigentlich ist die Idee sehr naheliegend: die meisten ÖsterreicherInnen lieben internationale Küche. Im interkulturellen Garten haben Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern und Kulturkreisen die Möglichkeit, beim gemeinsamen Hobby ihr spezielles gartenbauliches Wissen und auch Rezepte auszutauschen. “
Durch Kontakte der ProjektbetreiberInnen zu bereits bestehenden Garteninitiativen u.a. in Berlin konnten „Kinderkrankheiten“ weitgehend vermieden werden. Die dort gemachten positiven Erfahrungen motivierten schließlich die ItzlingerInnen, selbst die Gartenschaufel in die Hand zu nehmen. (vgl. http://www.stiftung-interkultur.de/aufpro.htm)
Individueller Anbau und Verwertung der angebauten Produkte sind genauso erwünscht wie die gemeinsame Nutzung von Parzellen. Damit finden GartenbenützerInnen Platz für gemeinsame Aktivitäten wie Pflanzen & Ernten, Kompostgewinnung, Werkzeug & Wasser sowie Garten-Freundschaften.
Zielgruppen
Der Stadtteil Itzling ist eine „multikulturelle“ Umgebung - der Stadtteilgarten Garten spiegelt dieses Faktum wider. Grundsätzlich richtet sich das Angebot an Itzlinger GartenfreundInnen mit nicht-österreichischer und österreichischer Herkunft.
Um die Menschen zu erreichen, wird eng mit lokalen Einrichtungen und Initiativen, darunter Organisationen von MigrantInnen oder das Netzwerk Itzling, zusammengearbeitet. Wichtig sind den ProjektbetreiberInnen zudem Vernetzung und Austausch mit österreichischen und europäischen Gartenprojekten, u.a. dem Netzwerk Interkultureller Gärten Österreichs und der Stiftung Interkultur.
Da die Beteiligung am Garten unterschiedlich intensiv gelebt werden kann (Nutzung der Gemeinschaftsfläche/-pflanzen mit und/oder ohne Individual-Parzelle), ist die Einbindung weiterer Personengruppen aus Einrichtungen – z.B. SchülerInnen, LehrerInnen, SeniorInnen – je nach Entwicklungsverlauf des Interkulturellen (Nachbarschafts)Gartens möglich und erwünscht.
Ziele:
• Gemeinschaftsförderung
• Integrationsförderung
• Gelebte Interkulturalität
• Verständigung und Kommunikation
• Nachbarschaftsraum
• Verwurzelung in einer neuen Heimat
• Tagesstrukturierung
• Selbstversorgung mit heimischen Nahrungsmitteln
• Hobby, ästhetisch-kreatives Arbeiten
• Naherholung, Freizeit, tätiger Ausgleich
• Naturerfahrung, Naturvermittlung
• Vermittlung von (biologischen) Anbaumethoden
• Gartenarbeit als „Therapie“
www.stadt-salzburg.at










