Spreitz Gerti & Würzburger Wolfram

Spreitz Gerti; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Würzburger Wolfram; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Ausstellung Würzburger/Spreitz; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg
Gerti Spreitz – Skulpturen
Das Hauptthema der Pfarrwerfener Keramikerin ist formal kaum fassbar. Denn der aufflammende Lichtbogen der Gefühle, den man mit der Hilfsbeschreibung „zwischenmenschliche Beziehung“ diskret umgeht, bleibt auch für die Mittel der bildenden Kunst schwer zugänglich. Sich umarmende Paare hat es in der Malerei und Skulptur immer gegeben, besonders im sentimentalen 19. Jahrhundert.
Vielleicht liegt es auch am Realismus vieler erotischer Darstellungen, dass solche Begegnungen in Marmor und Ölfarbe stets ein wenig peinlich wirken. Genau diese schwierige thematische Zone reizt Gerti Spreitz, eine Schülerin und Mitarbeiterin des bekannten Keramikers Hans Hofer, ganz besonders. Immer wieder widmet sich die „Ton-Künstlerin“ neben ihren organisch-weichen, abstrakten Arbeiten dem Zu- und Ineinander der Geschlechter.
Der besondere, zur Abstraktion zwingende Werkstoff mit den feinen Oberflächeneffekten der Glasuren ist nicht allein für die Veredelung einer „schlüpfrigen“ Thematik verantwortlich. Gerti Spreitz geht immer von der möglichst einfachen, symbolischen Form aus. Sie verknappt die Kompliziertheit verstrickter Körper auf eine einzige, überzeugende Geste. Sie überlässt es dem Betrachter, das Thema weiterzuspinnen.
Wolfram Würzburger – Bilder
Wolfram Würzburger hat die Welt der Juristerei schon lange verlassen, um zu erstaunlichen und außerordentlich vielfältigen malerischen Abenteuern aufzubrechen. Der Sommerakademieschüler von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Georg Eisler, Hermann Nitsch und Giulio Paolini lotet ein großes Spektrum gestalterischer Möglichkeiten aus.
Die Auseinandersetzung mit dem klassisch Figurativen liegt innerhalb dieses Radius ebenso wie die feine lyrische Abstraktion, das heftige gestische Drama und üppige instrumentierte Entladungen farbiger „Gewitterspannungen“. Würzburger pendelt zwischen einer Malerei der Erregtheit und der kontemplativen Ruhe. Die aktuellen Arbeiten sind geprägt von einer geradezu buddhistischen Abkehr vom Unwesentlichen.
Das für den Maler Wesentliche ist die Versenkung in endlos sich spannende Horizonte zwischen unbewegten Wassern und Himmeln. Nichts stört die stille Herrschaft des Waagrechten. Auch aus dem Farbigen ist das Individuelle weitgehend herausgefiltert. Aus einer Art Meditationsübung mit dem Farbstift entsteht der Eindruck sanft vibrierender Flächen, die sich zu kosmischen Räumen weiten können. Es sind zu endgültiger Ruhe gekommene, mystische Landschaften.
Säulenhalle des Rathauses
Donnerstag 3. Juni 2004, 19.00 Uhr Eröffnung




