Troll-Preis ist heuer Förderungsstipendium

28.11.2011

Zum Internationalen Frauentag 2012 vergeben das Frauenbüro der Stadt Salzburg und die Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung des Landes Salzburg ein Förderungsstipendium mit dem Schwerpunkt „Gender in der Medizin und/oder Pflege“. Der Preis ist nach Salzburgs erster Feministin Irma von Troll-Borostyáni benannt. Einreichfrist ist der 10. Februar.

Folgende wissenschaftliche Arbeiten mit Forschungsfokus auf Gendersensibilität in Medizin und Pflege können gefördert werden: Dissertationen, Diplomarbeiten, Masterthesen, Bachelorarbeiten. Vergeben wird jeweils ein Stipendium für eine Forschungsarbeit aus der Medizin und eine aus der Pflege. Die Preise sind jeweils mit 3000 Euro dotiert.

Voraussetzung ist, dass die BewerberInnen an einer der Salzburger (Fach)Hochschulen studieren: Paris-Lodron-Universität Salzburg, Universität Mozarteum Salzburg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, Fachhochschule Salzburg, Pädagogische Hochschule, Privatuniversität Schloss Seeburg. Zugelassen sind Konzepte für Forschungsarbeiten aus allen Studienrichtungen, die sich mit dem Thema „Gender in der Medizin und/oder Pflege“ befassen.

Das Konzept der wissenschaftlichen Arbeit muss von einer/einem wissenschaftlichen BetreuerIn begutachtet und angenommen sein. Das eingereichte Konzept (3-5 Seiten) muss enthalten:
• Den voraussichtlichen Titel der wissenschaftlichen Arbeit.
• Eine Problemdarstellung mit klarer gendersensibler Relevanz und Aktualität für die Medizin bzw. Pflege.
• Zentrale Fragestellungen.
• Erstes Inhaltsverzeichnis.
• Erstes Literaturverzeichnis.

Einreichungen mit Bewerbung und Lebenslauf bis spätestens 10. Februar 2012 an:
Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung.
Michael-Pacher-Straße 28, 5020 Salzburg.

romana.rotschopf@salzburg.gv.at



Informationen zu Irma von Troll-Borostyáni
Irma von Troll-Borostyáni wurde am 31. 3. 1847 im Haus Griesgasse 4 in Salzburg geboren und gilt als Salzburgs erste Frauenrechtlerin. Das Leben der Familie Troll verlief im bürgerlichen Rahmen des gehobenen Beamtentums. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Irma Troll in Salzburg, wo sie geprägt durch die liberale und auf Selbständigkeit abzielende Erziehung ihrer Mutter aufwuchs. Mit 23 Jahren fasste Irma Troll den Entschluss, Salzburg zu verlassen und so der beengenden Moral des Kleinstadtlebens zu entkommen. Sie "flüchtete" nach Wien, wo sie 1879 durch ihr erstes Buch "Die Mission unserer Jahrhunderts. Eine Studie über Frauenfragen" Protest, Aufsehen, aber auch Beifall erntete. Einige ihrer Hauptanliegen waren die Verbesserung der Rolle der Frau, das Frauenwahlrecht, der Kampf gegen die Prostitution und der Einsatz für den Zugang von Mädchen zu guter Ausbildung und für die Zulassung von Frauen zu Hochschulen.
1882 kehrte die Feministin nach Salzburg zurück, heiratsbedingt lautete ihr Name nun Irma von Troll-Borostyáni. In der Kleinstadtidylle Salzburgs wurde Troll-Borostyáni als Provokation empfunden. Einerseits sorgten ihre radikal-feministische Einstellung und ihr Engagement im "Salzburger Freidenkerverein" für Widerstand, andererseits stieß man sich an Troll-Borostyánis äußerer Erscheinung. Schon als junges Mädchen war sie als der "erste Bubikopf" in Salzburg bekannt und auch nach ihrer Rückkehr aus Wien trug sie ihr Haar betont kurz. Ihr Erscheinungsbild war maskulin – Masche, Hemd, Sakko – verstärkt durch die Tatsache, dass sie öffentlich Zigarren rauchte. Am 10. Februar 1912 verstarb die 65-jährige Irma von Troll-Borostyáni an einem Gehirnschlag.


Auskünfte zur Ausschreibung:
Romana Rotschopf (0662-8042-4040), Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung des Landes Salzburg.
Dagmar Stranzinger (0662-8072-2043), Frauenbüro der Stadt Salzburg.



Stefanie Niedl