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Getreidegasse

Geschichte der Getreidegasse

Bild vergrößernGetreidegasse mit Rathaus; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Getreidegasse mit Rathaus; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernGetreidegasse Fußgägnerzone; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Getreidegasse Fußgägnerzone; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernBlasiuskirche Blick aus der Getreidegasse; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Blasiuskirche Blick aus der Getreidegasse; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Die Salzburger Getreidegasse (samt Hagenauerplatz und Badergässchen) befindet sich in der Salzburger Altstadt und ist Salzburgs bekannteste historische Gasse, die auch zu einer wichtigen Einkaufsstraße geworden ist. Die hohen schmalen Häuserreihen mit ihren vielen schmucken schmiedeeisernen Zunftzeichen über den alten Verkaufsläden, vermittelt samt den vielgestaltigen Durchhäusern und Innenhöfen ein in sich geschlossenes buntes Bild einer mittelalterlich geprägten Straße.

Die Getreidegasse führt vom Karajanplatz und der Gstättengasse im Osten bis zur Sigmund-Haffner-Gasse bzw. zum Kranzlmarkt im Osten. In dieser Straße wurde 1756 Wolfgang Amadeus Mozart geboren. Damals war das Land Salzburg ein geistliches Fürstentum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Geschichte der Gasse
Die Getreidegasse war bereits zur Römerzeit Teil eines bedeutenden Verkehrsweges, sie bildete die Hauptverkehrsader durch die Stadt in Richtung des heutigen Bayern. Die Straße wurde 1150 erstmals als Trabgasse und Traugasse erwähnt. Der Name leitet sich nicht vom Getreide ab, sondern ist mit dem Mundartbegriff trabig (= schnell, rührig; vgl. das Traben der Pferde) verwandt.

Von der ältesten Kaufmannssiedlung am Waagplatz wuchs die Häuserzeile der Judengasse nach Westen über den Kranzlmarkt zur Getreidegasse flussabwärts. Bei ihrer Entwicklung waren der Ausbreitung durch Besitzgrenzen im Süden und im Westen und durch die Stadtmauer bzw. die Salzach im Norden Grenzen gesetzt. Die alten Häuser der Gasse sind oft mit Jahreszahlen, dem Auge Gottes oder den Namen früherer Bewohner, geschmückt. An manchen Häusern sind noch Balken zu sehen, an denen vormals Hebezüge die Lasten aus und zu den Lagerräumen hoben.

Im 14. Jahrhundert bekam Salzburg das Stapelrecht und die durchreisenden Kaufleute boten seit 1509 in der Getreidegasse im dortigen Niederleghaus vor allem Eisenwaren an. Viele weitere große Handelshäuser folgten. Hier wohnten Stadträte, erzbischöfliche Beamte, Richter und Münzer. Die Getreidegasse wurde gemeinsam mit der Sigmund-Haffner-Gasse so zur gesellschaftlich ersten Adresse für Bürger und das wirtschaftliche Zentrum für gehobene Handwerker, Brauereien und Gaststätten, Chirurgen und Apotheker.

Eine Besonderheit stellte die Reinigung des Raumes um die betriebsame Getreidegasse dar:
jeden Samstag und am Vorabend von Feiertagen wurde sie durch den aufgestauten Almkanal überflutet und dabei unterstützt von Mägden die Abfälle in die Salzach geschwemmt.
Dabei waren die Durchhäuser vom Universitätsplatz zur Getreidegasse und die Durchlässe von der Gasse aus weiter zum "Gries" und zur Salzach von hoher Bedeutung.

Dr. Reinhard Medicus

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Stand: 9.10.2017, Richilde Haybäck