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Markt - Geschichte

Die 'Scranna' - einst

Bild vergrößernBesl Schranne Jahrhundertwende; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Archiv

Besl Schranne Jahrhundertwende; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Archiv

Markt-, Münz- und Mautrecht seit 29. 5. 996
Der Stadt Salzburg wurden schon vor mehr als 1000 Jahren am 29.5.996 durch Kaiser Otto den III. die zu damaligen Zeiten enorm wichtigen Privilegien des Markt-, Münz- und Mautrechtes verliehen. Der Marktbetrieb wurde anfänglich am Waagplatz abgehalten und dann um 1300 auf den Alten Markt verlegt.
Früher spielte sich das öffentliche Leben schwerpunktmäßig auf Märkten ab, die meist auf zentralen Plätzen der Städte abgehalten wurden. Hier wurden neben der eigentlichen Hauptsache, der Versorgung der Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln, lebenden Tieren (meist Federvieh) und diversen Gebrauchsgütern auch Neuigkeiten ausgetauscht, Quacksalberei betrieben und unter anderem auch Gerichtsverhandlungen abgehalten und die Strafen zum Teil sofort vollstreckt. Der Pranger war meist am Marktplatz aufgebaut. Dies diente nicht unerheblich der Belustigung der Bevölkerung bzw. sollte auch abschreckende Wirkung zeigen.

Schrannenmarkt offiziell seit 1906
1906 bestimmte der Gemeinderat den Schrannenplatz offiziell zum Wochenmarkt für Landesprodukte. Schon damals war Donnerstag der „Schrannentag“.

"Scranna" - Gerichtsbank, aber auch Bank, Fleisch- und Brottisch und Lagerhalle
Die Bezeichnung „Schranne“ leitet sich ursprünglich vom italienischen Wort „Scranna“ - Gerichtsbank, aber auch einfach Bank, Fleisch- und Brottisch ab. Als Schranne wurden aber auch Lagerhallen (z. B. ehemalige städtische Schranne an der Adolf Schemel-Straße) oder Speicher bezeichnet. Brot und Getreide wurden aber anfänglich, wie die meisten übrigen Lebensmittel auch, in der Umgebung des „Alten Marktes“ gehandelt, daran erinnern noch die Brodgasse und die berühmte Getreidegasse. Die historische „Schranne“ in der Stadt Salzburg war ein von Erzbischof Colloredo 1788 erbauter Kornspeicher, der sich neben der heutigen Andräkirche, die erst ca. 100 Jahre später erbaut wurde, befand. Man kann davon ausgehen, dass auf diesem Platz neben dem Kornspeicher auch früher schon  Marktbetrieb geherrscht hat, da das Korn als Ausgangsprodukt für Brot eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel überhaupt war. Dieser Speicher  wurde im 2. Weltkrieg beschädigt und dann abgetragen, da die Ziegel für den Wiederaufbau von anderen Gebäuden dringend benötigt wurden.
Im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte fanden Spezialmärkte auf dem Platz um die St.-Andrä-Kirche statt: so der Holzmarkt von 1858 bis etwa 1930. Mit der Zeit nutzten die anliefernden Landwirte die Gelegenheit und verkauften – allerdings noch ohne behördliche Genehmigung – auch Lebensmittel aus eigener Produktion.

Der Marktbetrieb war auch früher schon in teils sehr ausführlichen Marktordnungen geregelt.  In der Marktordnung 1906 für die Landeshauptstadt Salzburg war festgelegt, dass jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag Hauptmarkt ist und der Wochenmarkt am Donnerstag auf dem Platz vor der Schranne in der Zeit zwischen 6 Uhr früh und 13 Uhr stattzufinden hat. Hier wurde erstmals das Wort „Schranne“ in Verbindung mit einem Markt erwähnt.
Der „Schrannenmarkt“ wurde seither, mit Unterbrechungen in den Kriegsjahren, regelmäßig an Donnerstagen abgehalten und diente der Versorgung der Stadtbevölkerung vor allem mit diversen Lebensmitteln und in geringerem Umfange auch mit Gebrauchsgütern wie Bekleidung, Schuhwerk, kleinen Haus- und Küchengeräten etc. 

Doch erst in den 20er Jahren – nach den Entbehrungen des 1. Weltkriegs - florierte die Direktvermarktung bäuerlicher Produkte aus der Umgebung. In den Jahren der Wirtschaftskrise nutzten viele SalzburgerInnen „ihre Schranne“ als günstige Einkaufsmöglichkeit, vor allem den „Abverkauf“ nach 12 Uhr.

Während des 2. Weltkriegs fand kein Wochenmarkt statt. Das 1944 durch Fliegerbomben beschädigte Schrannengebäude wurde schließlich nach dem Krieg abgetragen.
Erst im Juli 1955 kehrte die Schranne – nach Jahren in der Franz-Josef-Straße – wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück. Ein Teil der Marktbeschicker fährt zumindest in der Familie bereits seit mehr als 50 Jahren auf den Schrannenmarkt.

Der Salzburger Schrannenmarkt war immer ein reiner Straßenmarkt, dass heißt, die Marktstände werden täglich an den Markttagen in den Morgenstunden auf und zu Marktende wieder abgebaut.

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Stand: 7.9.2018, Richilde Haybäck