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Salzburger Stadtteile historisch

Neue Vorstädte: Andräviertel, Elisabeth-Vorstadt, Riedenburg

Bild vergrößernBahnhof Umbau; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Bahnhof Umbau; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Bild vergrößernRiedenburg; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Riedenburg; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Bild vergrößernQuerung Sohlstufe Lehen; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Querung Sohlstufe Lehen; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Um das Jahr 1550 besaß die Stadt Salzburg etwa 8.000 Einwohner. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stieg während des Dreißigjährigen Krieges die Bevölkerungszahl leicht, danach stärker an. Im Jahre 1795, kurz vor dem Ende des Fürsterzbistums, wurden 16.837 Bewohner gezählt. Am Ende der napoleonischen Wirren, die von Besatzung, Plünderung und Erniedrigung geprägt waren, sank die Einwohnerzahl im Jahre 1817 wieder auf 12.037. Jahrzehntelang blieb der Häuserbestand der Stadt in der Folge fast unverändert. Eine Ausnahme war im Jahr 1840 ein Villenbau in der Riedenburg, der viel bestaunt war.

Seit 1850 war Salzburg keine kleine Kreisstadt von Oberösterreich mehr, sondern wurde wieder eine selbstständige Landeshauptstadt der k.k. Monarchie. 1860 wurde Salzburg an die Kaiserin-Elisabeth-Westbahn und Richtung München an die bayrische Maximilians-Bahn angeschlossen. Im gleichen Jahr wurden die Festungswerke der Stadt zur Schleifung freigegeben. Mit der Schleifung der alten Wehranlagen und eines Großteiles der alten Stadttore, deren große Konglomeratsteine zur Regulierung und Begradigung der Salzach dienten, wurde ein weitläufiger neuer Siedlungsraum geschaffen, gleichzeitig verlor Salzburg aber wertvolle kulturelle Substanz.

Nach 1860 stieg mit dem einsetzenden Wirtschaftsaufschwung die Bevölkerung der Stadt rasch an und erhöhte sich nach dem Ersten Weltkrieg weiter. 1934 lebten bereits 40.232 Bewohner in Salzburg. Bei dieser Zahl sind die Bewohner der 1935 bzw. 1939 eingemeindeten Salzburger Stadtteile noch nicht mitgezählt.

Andräviertel
Im Raum der vier Lodronschen Bastione und der halben Bastion am Kapuzinerberg entstand um die Franz-Josef-Straße  die den Verlauf der einstigen Wehrwälle nachzuzeichnen versucht - nach 1870 die Neustadt als neuer Stadtteil. Dieser Stadtteil wird seit der Fertigstellung der St. Andräkirche (1898) auch Andräviertel genannt. Zu den ersten Neubauten in diesem Raum zählten die von Moritz Faber in Auftrag gegeben Faberhäuser (1873) an der Westbahnstraße (heute Rainerstraße) und die Siedlungskerne um die Rupert- und die Virgilgasse.

Elisabeth-Vorstadt
Entlang der Froschheimer Landesstraße (seit 1904 Elisabethstraße) entstand westlich des neuen Bahnhofes der neue Stadtteil Froschheim, der von 1904 bis nach 1920 nach der österreichisch-ungarischen Kaiserin Elisabeth (1837-1898)den Namen Elisabeth-Vorstadt trug.
Heute heißt der gesamte Stadtteil wieder Elisabeth-Vorstadt, der salzachnahe Ortsteil wird Froschheim genannt. Dieser Name (1167 Vroskeim) ist seit dem Hochmittelalter als gewässer- und froschreicher Ort an der damals noch unregulierten Salzach bekannt.

Riedenburg
Der Name Riedenburg(1139 Ritinburc, 1141 Rietinpurc) bezeichnete Jahrhunderte lang den Riedenburger Berg (Rainberg). Der Name verweist auf die an drei Seiten von Riedgras-Moor (Niedermoor) umgebene leicht zu verteidigende Anhöhe (=Burg). Der Name des Berges ging in der Folge auf einen neuen Siedlungsraum Innere Riedenburg über, der sich nach 1890 rasch entwickelte.

Während auch die Äußere Riedenburg um ein 1736 angelegtes Kasernenareal herum schon zwischen 1900 und 1950 dichter bebaut wurde, erfolgte die Bebauung des Ortsteiles Riedenburg-St. Paul mit der Lanserhofsiedlung (1975, benannt nach einer 1733 erbauten Villa mit dem späteren Eigentümer Georg von Lanser), der Schließelbergersiedlung (1983, benannt nach einer Lederstampfmühle, die nach 1821 der Familie Schließelberger gehörte) und der Rosittensiedlung (nach 1984, benannt nach der einst dort verlaufenden Rosittenquellwasser-Leitung für die Gemeinde Maxglan).

Dr. Reinhard Medicus

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Stand: 23.8.2017, Richilde Haybäck