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Literarischer Spaziergang

Alja Rachmanova und ihre Zeitgenossen

Bild vergrößernVilla Giselakai 41; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. Reinhard Medicus

Villa Giselakai 41; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. Reinhard Medicus

Bild vergrößernVilla Amanshauer; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. Reinhard Medicus

Villa Amanshauer; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. Reinhard Medicus

Giselakai 41   Station 15

Alja Rachmanowa (eigentlich Galina Djuragin-Hojer, 1898-1991) war eine russische Schriftstellerin, deren Werke in 21 Sprachen übersetzt wurden. Im ersten Band der Trilogie „Studenten, Liebe, Tscheka und Tod“ beschreibt sie die Schrecken der Oktoberrevolution anhand ihres eigenen Schicksals. Sie heiratete den Salzburger Arnulf von Hoyer, den sie als Kriegsgefangenen kennenlernte. Die Ehejahre schildert die Autorin in ihrem Buch „Ehen im roten Sturm“ 1925 wurde die dreiköpfige Familie aus der Sowjetunion ausgewiesen, weil Arnulf von Hojer aus einer Aristokratenfamilie stammend als Klassenfeind betrachtet wurde. Nach Hungerjahren in Wien, in denen Alja als Milchfrau arbeitete, übersiedelte die Familie 1927 nach Salzburg und nahm einen Decknamen an. Ihr Roman „Milchfrau in Ottakring“, von ihrem Mann ins Deutsche übersetzt, wurde ein Sensationserfolg. Nun konnten sie eine Villa am Giselakai ziehen. Als ihr einziges Kind 1945 beim Vormarsch der Sowjetarmee erschossen wurde, flüchtete das Ehepaar in die Schweiz und verbrachte dort ihren Lebensabend. Am Salzburger Kommunalfriedhof fand es seine letzte Ruhestätte.

In der Zeit zwischen den Kriegen waren als Schriftsteller auch Georg Rendl und Erik Wickenburg tätig.

Georg Rendl (1903-1972) begann seine Laufbahn mit Gedichten und verarbeitete später auch in seinen Romanen seine bitteren Erfahrungen. Dabei entwickelt er sich vom Atheisten immer mehr zum tief religiösen Menschen. Auch als Maler wurde Rendl bekannt. Der Georg-Rendl-Preis für Literatur der Arbeitswelt wird in besonderer Anerkennung des Werkes Rendls jährlich von der Salzburger Arbeiterkammer vergeben.

Der vielfach geehrte Autor zahlreicher humorvoller Sach- und Reisebücher Erik Wickenburg (1903-1998) war von 1980 bis 1988 Präsident den österreichischen PEN Clubs. Wickenburg besaß eine Villa in Salzburg-Kasern, die dortige Wickenburg-Allee wurde von ihm gepflanzt.

Die Türme der Festung Hohensalzburg gewähren einen weiten Rundblick über die Stadt   Station 16.

Von hier aus ist von Wald umgeben auch das Haus von Gerhard Amanshauser   Station 17 gut zu sehen.

Gerhard Amanshauser (1928-2006) studierte in Salzburg, Graz und Wien und lebte danach ab 1955 als Schriftsteller in seiner Geburtsstadt Salzburg. Seit 1968 gehörte er zu den maßgeblichen Autoren des Residenz-Verlages und veröffentlichte dort acht Bücher.
Das "Mansardenbuch" (1999) zählt gemeinsam mit der Autobiographie „Als Barbar im Prater“ zu seinen Spätwerken. Mit dem Mittel der Satire hält Amanshauser der modernen Gesellschaft einen Spiegel vor und betrachtet die Welt aus der Position des Außenseiters kritisch.

Dessen Sohn Martin Amanshauser, 1968 in Salzburg geboren, lebt heute in Wien und Berlin und arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Übersetzer. Er erhielt 1992 den Georg Trakl-Förderungspreis für Lyrik und das 1996 das Staatsstipendium für Literatur. Seit 1999 ist er Reisejournalist. Besonders erfolgreich war sein Gedichtband „100.000 verkaufte Exemplare".
Dr. Reinhard Medicus

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Stand: 5.7.2016, Richilde Haybäck