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Literarischer Spaziergang

Das Mittelalter

Bild vergrößernSt. Peter Bild aus 1699; Quelle: Fuhrmann; Ausschnitt

St. Peter Bild aus 1699; Quelle: Fuhrmann; Ausschnitt

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St. Peter Bild aus 1699; Quelle: Fuhrmann; Ausschnitt

Bild vergrößernStift St. Peter; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Stift St. Peter; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Stift St. Peter    Station 1

Die Literatur der Frühzeit des Bistums Salzburg bereicherten irische Mönche um den gelehrten Bischof Virgil. Auch der Angelsachse Cutbrecht brachte irisches Kulturgut nach Salzburg. Von ihm stammt das kostbare hier geschaffene cutbrecht evangeliar (8. Jahrhundert). Der Codex war in der Salzburger Dombibliothek verwahrt, bis er 1806 nach Wien mitgenommen wurde.

Bischof Arno - seit 798 Erzbischof - stand mit maßgeblichen karolingischen Gelehrten in Verbindung, vor allem mit Angilbert und Alkuin. Der Bischof förderte Bildung und Schule maßgeblich. In Salzburg bestand damals bereits eine bekannte Schreibstube.
Die gesta hruodperti, überliefert aus einer Handschrift des 9. Jahrhunderts, berichtet vom Leben und Wirken des ersten Salzburg Bischofs.
Die carmina salisburgensia sind eine Sammlung von Gedichten eines Salzburger Verfassers, der unter Liupram (836-859) oder dessen Vorgängern lebte.
Die hier niedergeschriebenen Monatsgedichte zählen zu den ältesten des europäischen Mittelalters.
Aus der salisch-staufischen Periode stammt die historia calamitatum ecclesiae salisburgensis, einst Trostschrift für den zeitweise landesvertriebenen Erzbischof Adalwin.

Im Spätmittelalter verfasst wurde als Zusammenfassung der auch als „Salzburger Weltchronik“ bekannte catalogus pontificum salisburgensium von Johannes Serlinger (… 1511), seines Zeichens Kammerschreiber am Salzburger Hof.

Die Minnesänger Hartwig von Rute, Neidhart von Reuenthal und Oswald von Wolkenstein standen zeitweise in Beziehung zu Land und Stadt Salzburg. Neidhart begleitete den Salzburger Erzbischof Eberhard von Regensberg auf einer seiner Reisen in die Steiermark.

Das Kloster St. Peter besitzt die älteste Bibliothek des heutigen Österreich. Hier werden wertvolle Handschriften und fast 900 mittelalterliche Wiegendrucke aufbewahrt. Sie geben auch Zeugnis von der bedeutenden kulturellen Arbeit der Mönche.

Residenz    Station 2

Der Mönch von Salzburg
Der bedeutendste Dichter der Frühzeit Salzburgs ist der Mönch von Salzburg im späten 14. Jahrhundert. Unter dem anonymen Namen „münch“ oder „munch“ wirkte er als Hofdichter am Hof des Erzbischofs Pilgrim II von Puchheim und verfasste zahlreiche geistliche und weltliche Gedichte und Lieder.
Das geistliche Liedschaffen des Mönchs ist wichtige derartig Zeugnis des deutschsprachigen Spätmittelalters, der Mönch von Salzburg greift dabei wiederholt ältere deutsche Liedtraditionen auf. Die Lieder folgen den großen Festen des Kirchenjahres.

Die Liebeslieder stehen nicht mehr in der Tradition der klassischen, der Hohen Minne, in der die Erfüllung der Liebe zur angebeteten Frau unerreichbar blieb. Sehnsucht und Eifersucht werden in seinen Liedern ebenso geschildert, wie der Zorn auf Nebenbuhler, Schwätzer und Neider. Spaß und Sorgen, Freude und Angst bleiben gegenwärtig.
Öfters gestaltet er Gedichte in der Form von Acrosticha, in denen die Anfangsbuchstaben jeder Gedichtzeile Wörter ergeben. Beim Gedicht „pluom gezartet“, etwa bilden die Anfänge den Namen des Erzbischofs „Pylgreim Erczpischof legat“.
Dr. Reinhard Medicus

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Stand: 11.9.2017, Richilde Haybäck