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Skulptur und Architektur

Renaissance

Bild vergrößernGabrielkapelle Spätrenaissance; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. R. Medicus

Gabrielkapelle Spätrenaissance; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. R. Medicus

Bild vergrößernruhender Herkules Spätrenaissance; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. R. Medicus

ruhender Herkules Spätrenaissance; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. R. Medicus

Bild vergrößernMirabellgarten Susanna im Bade; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Mirabellgarten Susanna im Bade; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Die ersten Bauwerke der Renaissancezeit sind der 1523 unter Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg errichtete Wehrturm „Bürgermeister“ der Festung und erste Verstärkungen der Nonnbergbasteien. Typische Renaissance-Elemente trägt die 1539 im großen Innenhof der Burg erbaute Zisterne.

(12 gemäß Lageplan)

In den Jahren 1556-1562 folgt am Fels des Mönchsberges die Erweiterung des Bürgerspitales mit ihren Arkaden.

In der späten Zeit der Manierismus trat Wolf Dietrich als Neugestalter der Stadt auf. Dieser Fürst begann 1588 mit dem Bau der Neuen Residenz, die er 1602 vollendete. Er ließ 1597 den Domfriedhof auf und gestaltete 1597 den neugeschaffenen Raum als öffentlicher Platz. Dabei legte er bis 1603 nach dem Vorbild des italienischen „campo santo“ einen neuen Friedhof auf der Neustadtseite an (Sebastiansfriedhof). Er baute nach italienischen Vorbildern auch Teile der Alten Residenz neu - vor allem im Raum um die Dietrichsruh und den Südtrakt.

(13 gemäß Lageplan)

Der Fürst begann 1588 mit dem Bau der Neuen Residenz, die er 1602 vollendete. Der Erzbischof wurde oft als „Schöpfer des deutschen Rom“ bezeichnet.

(14 gemäß Lageplan)

Nach dem Brand des romanischen Domes im Jahr 1598 beauftragte Wolf Dietrich den bekannten Architekten Vicenzo Scamozzi einen neuen Dom zu errichten. Der Erstentwurf sah einen Bau vor, der nach Süden zur Festung hin ausgerichtet war und sich in Größe und Gestalt mit dem Peterskirche in Rom hätte messen können. Dies schien sogar Wolf Dietrich zu groß, er ließ daher mit den Grundfesten eines kleineren Domes beginnen.

Im Umfeld des Domes ließ er 1600 die Dompropstei und 1602 das Domkapitelhaus errichten und im Jahr 1605 mit der Domdechantei beginnen, die 1613 fertig gestellt wurde. 1607 -1709 baute er den Hofmarstall beim heutigen Festspielhaus und verband ihn durch eine neue Straße mit dem Dom und der Residenz. Am Gries errichtete Wolf Dietrich die neue Fleischbank (den Fleischmarkt). Sein Vorhaben im Jahr 1608 eine neue steinerne Salzachbrücke zu errichten, scheiterte an einem Hochwasser. Auf der Neustadtseite errichtete Wolf Dietrich das Schloss Altenau, das heute als Schloss Mirabell bekannt ist. Auf dem Kapuzinerberg ließ er das Kloster der Kapuziner errichten.

Weitum bekannt ist das in den Jahren 1612-1615 erbaute manieristische Schloss Hellbrunn von Erzbischof Markus Sittikus mit dem Steintheater, der ältesten Freilichtbühne Europas, dem Monatschlösschen, dem großen, später teilweise umgestalteten Schlossgarten und vor allem mit den nördlich der Alpen einzigartigen Wasserkünsten.

In der Renaissancezeit schuf in Salzburg 1561 Hans Aßlinger für das alte romanische Münster einen Bronzealtar mit einem Relief des auferstandenen Christus, der heute in der Scheitelkapelle der Franziskanerkirche steht. Dieses bedeutende Werk der Salzburger Renaissance enthält noch stilistische Erinnerungen an die Gotik. Das von ihm geschaffene Relief des heiligen Virgil befindet sich heute im Salzburg Museum. Beachtenswert ist auch das kunstvolle schmiedeeiserne Gitter des Florianibrunnens am Alten Markt, das 1583 Wolf Guppenberger gestaltete.

Zahlreiche Goldschmiede schufen hier im Auftrag Wolf Dietrichs Meisterwerke von gesamteuropäischer Bedeutung, die heute - von Ferdinand von Toskana geraubt -großteils im Palazzo Pitti in Florenz zu sehen sind. Unter diesen Schmieden waren bedeutende Künstler tätig, Paulus van Vianen, Hermann Weber, sowie Hans Karl und Tobias Volckmer. Letzterer besaß auch das Bürgerrecht der Stadt Salzburg. 

Als Hofbildhauer Wolf Dietrichs gestaltete Matthäus Murmann 1615 im Kreuzgang des Stiftes Nonnberg das Grabmal der Äbtissin Kordula von Mundenheim und 1593/94 vermutlich auch den Sarkophag des Werner von Raitenau, der sich heute in der Rehlingenkapelle der Stiftskirche St. Peter befindet. Elia Castello schuf den figuralen Schmuck der Gabrielskapelle.

Auch die Frühwerke von Hans Waldburger sind noch der Spätrenaissance zuzuordnen, etwa der Susannabrunnen im Mirabellgarten (um 1610) und etliche Gartenfiguren im Schloss Hellbrunn. Sein bekanntestes Werk, der Hochaltar der Franziskanerkirche ist bereits eine barocke Arbeit.

Die Stuckarbeiten in Salzburg
Nachdem bei Grabungen nach dem antiken Erbe Rom um 1515 Reste von Stuck entdeckt worden waren, wurde ein solcher Stuck in der Folge immer mehr zur bevorzugten Schmuckform der Innenräume von Palästen und Kirchen.
Die Entwicklung des Stuckreliefs der Zeit Wolf Dietrichs bis zu jener von Johann Ernst Graf Thun ist in Salzburg gut im Kapellenkranz der Franziskanerkirche ablesbar. Berühmte Stuckateure waren in der Gabrielkapelle und in der Neuen Residenz Elia Castello, im Dom Giuseppe Bassarino und dessen Mitarbeiter, in der Erhardkirche Francesco Brenno und in der Kajetanerkirche Carlo Antonio Brenno sowie Antonio Carabelli.

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Stand: 23.3.2016, Richilde Haybäck