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Wirtschaft & Umwelt
 
Stadtgeschichte
Historie: Salzburger Märkte

Marktplätze und Spezialmärkte 1524

Bild vergrößernSpezialmärkte 16. Jahrhundert; Quelle: Stadtarchiv Salzburg

Spezialmärkte 16. Jahrhundert; Quelle: Stadtarchiv Salzburg

Ab der Wende zum 16. Jahrhundert gewähren Stadt- und Marktordnungen einen guten Einblick in die Geschichte der Salzburger Wochen- und Spezialmärkte. Zur Zeit von Kardinal Matthäus Lang gab es drei Marktplätze, den „gemeinen Markt“, also den Marktplatz am heutigen Alten Markt, sowie den Brotmarkt bei der Schranne, also am heutigen Waagplatz. Der Markt jenseits der Brücke auf dem Platzl versorgte die Stadtbevölkerung der Rechtsstadt. Am rechten Salzachufer war auch ein Getreidemarkt situiert, er lag direkt innerhalb des Inneren Steintores und Richtung Brücke. Die Spezialmärkte schlossen 1524 direkt an den Marktplatz an. Der Verkauf von Rüben und Kraut sowie von Hafnerware erfolgte vor dem sogenannten Rinderholz. Die heutige Churfürststraße beherbergte den Salzmarkt und die Kirchgasse, die heutige Sigmund-Haffnergasse, im südlichen Teil den Hafermarkt und im nördlichen den Milch- und Kräutermarkt. Der Gemüsemarkt befand sich am Kranzlmarkt und der Heu- und Holzmarkt vor dem Aschhof außerhalb des Domfriedhofs. Die Fleischbänke befanden sich auf der Stadtbrücke und Fischstände an einer Schiffslände außerhalb des Trenktores. Der eigentliche Fischmarkt stand innerhalb des Tores am heutigen Rathausplatz, um den dortigen Brunnen.

Es ist dies eine Momentaufnahme zur Mitte des 16. Jahrhunderts, also zu einer Zeit, für die man rund 5000 bis maximal 8000 Einwohner in Salzburg an- nehmen kann. Die Bevölkerung der Residenzstadt stieg dann bis Ende des 18. Jahrhunderts auf rund 17.000 Einwohner an, die drei Hauptmärkte und manchmal nur kurzlebige Spezialmärkte stellten aber die Versorgung sicher.

Über das frühe Markttreiben wissen wir wenig und historisierende Ansichten, wie etwa von Franz Jung-Ilsenheim (1933), treffen das Leben wohl gar nicht so schlecht, auch wenn am Alten Markt nie ein Pranger stand. Einer Marktordnung von 1556 entnehmen wir dann schon, dass der Marktplatz „überbesetzt“ war und man Einfriedungen und Hütten mit Planen verbieten musste. Damals waren Gassen und Plätze derart mit leeren Wägen verstellt, dass weder Fußgänger noch Reiter passieren konnten, den Wagen wurden daher fixe Standplätze außerhalb des Zentrums zugewiesen. Vorgesehen war auch, bei den Brunnen Eisengitter anzubringen, um die Verunreinigung durch das Waschen der Ware zu verhindern.

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Stand: 7.2.2014, Hans-Peter Miller