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Adresse: Söllheimer Straße 16

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Stadtgeschichte
Erinnerungskultur

Stolpersteine gegen das Vergessen

Bild vergrößernAdolf Aaron Weiss wurde Opfer der Nazis in Salzbur; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, J.Killer

Adolf Aaron Weiss wurde Opfer der Nazis in Salzbur; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, J.Killer

Bild vergrößernGunter Demnig Stolpersteinverlegung 3 2012; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, J.Killer

Gunter Demnig Stolpersteinverlegung 3 2012; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, J.Killer

Bild vergrößernStolpersteine; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Stolpersteine; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Erinnern an die Vertreibung und Vernichtung
Ein Kunstprojekt für Europa auch in Salzburg
Stolpersteine, die in die Gehsteige der Stadt Salzburg eingelassen sind, erinnern an die Schicksale von Menschen in dieser Stadt, die als Opfer der Nazis zu Tode kamen.

Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Es will die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. 

Die Idee des Erinnerns an die Vertreibung und Vernichtung, die das Projekt verfolgt, ist in der Stadt Salzburg, in der die einzige Bücherverbrennung Österreichs stattgefunden hat und die sich im Umgang mit den dunklen Seiten ihrer Vergangenheit nach wie vor eher schwer tut, ein Anstoß diese Form des Gedenkens zu initiieren.
Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch 'Pflastersteine' aus Messing mit den wichtigsten Daten vor dem letzten selbst gewählten Wohnort.

Stolpersteine in der Stadt Salzburg mit der Liste möglicher Patenschaften

Am 24. Oktober 2014 wurden in Salzburg-Kasern, Söllheimer Straße 16
insgesamt zwölf weitere Stolpersteine (11 Stolpersteine & ein Erklärungsstein) verlegt
Tatort Söllheim, 20. August 1943
Am Vorabend spielten die Wiener Philharmoniker die Oper »Arabella« im Festspielhaus, nahe dem Sitz der Gestapo. Tags darauf, am 20. August 1943, ließ die Gestapo am Rande der Festspielstadt, im Hof der Rüstungsfabrik Oberascher (vormals Glockengießerei), einen Galgen aufstellen, um vier junge ukrainische Zwangsarbeiter nach ihrer misslungenen Flucht zwecks Abschreckung vor den Augen ihrer Kameraden zu erhängen.
Damit nicht genug: Auch französische Kriegsgefangene flüchteten. Ihr Schicksal ist jedoch bislang unbekannt. Ihre Fluchthelfer erhielten Zuchthausstrafen. Wegen Widerstandes wurden allerdings drei Rüstungsarbeiter aus Salzburg ermordet. Am 1. Mai 1945, vier Tage vor der Befreiung Salzburgs, verlor noch eine junge Ukrainerin ihr Leben: bei ihrem Fluchtversuch erschossen.
Angesichts des bevorstehenden Nationalfeiertags gedenkt das Personenkomitee Stolpersteine Salzburg aller Terroropfer dieses Rüstungsbetriebes.

Die Stadt Salzburg unterstützt das zivilgesellschaftliche Projekt seit dem Beginn im Jahr 2007
Gunter Demnig hat über 45.000 Steine in etwa 750 Städten und Gemeinden in Deutschland (hier allein über 650), den Niederlanden, Belgien, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt.

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Stand: 5.1.2017, Richilde Haybäck