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Publikation Bd. 24: Der Salzburger Pressefotograf Franz Krieger (1914–1993); 2., überarbeitete Auflage

Bd. 24: Der Salzburger Pressefotograf Franz Krieger (1914–1993); 2., überarbeitete Auflage

Bildberichterstattung im Schatten von NS-Propaganda und Krieg von Peter F. Kramml und Roman Straßl
Herausgeber: Stadtarchiv und Statistik Salzburg
288 S., 760 SW-Abb., ISBN 978-3-900213-30-5, Preis: € 29,70

Telefon: +43 (0)662 8072-4701
 
Titelbild Bd 24; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Titelbild Bd 24; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Der Salzburger Geschäftsmann und Pressefotograf Dkfm. Franz Krieger hat ein umfangreiches fotografisches Werk aus mehr als sechs Dezennien hinterlassen. Rund 35.000 erhaltene Negative dokumentieren die Zwischenkriegszeit, den Zweiten Weltkrieg und die Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder.

Als „Bildjäger" der ersten Stunde schuf Franz Krieger sensationelle Fotos vom Festspielgeschehen der Dreißigerjahre und von Filmgrößen wie Marlene Dietrich oder Hans Albers. 1938 wurde er erster ständiger gewerblicher Pressefotograf in Salzburg und fotografierte nach dem „Anschluss" als „Gaubildberichterstatter" im Auftrag der NS-Machthaber das Tagesgeschehen. Kriegers Bildarchiv beinhaltet daher auch zeitgeschichtlich besonders wertvolle Unikate, wie Fotos aus der Nacht der Machtübernahme, von der einzigen Bücherverbrennung in Österreich und den Folgen der so genannten Reichskristallnacht.

1941 wurde Franz Krieger in einer Propagandakompanie zum Kriegsberichterstatter ausgebildet und an der Ostfront mit den Kriegsgräueln und dem Leid der jüdischen Bevölkerung konfrontiert. Als Wehrmachtsangehöriger überlebte er durch glückliche Umstände, nicht zuletzt aber auch durch seine fotografischen Kenntnisse, die ihm Sondereinsätze verschafften, den verheerenden Weltkrieg. Seine Frau und seine Tochter fanden aber auf tragische Weise im Bombenhagel den Tod.

Franz Krieger musste sein Leben nach dem Krieg privat und auch beruflich völlig neu beginnen. Der Geschäftsmann blieb bis in das hohe Alter als freier Pressefotograf tätig und bewahrte mit seinen Bilddokumenten einen besonderen zeitgeschichtlichen Schatz. Der große inhaltliche Wert des „Fotoarchivs Franz Krieger" wurde erst nach der mehrjährigen fachgerechten Erschließung durch das Salzburger Stadtarchiv in seiner ganzen Tragweite deutlich.

Die Auswahl aus dem fotografischen Gesamtwerk Franz Kriegers dokumentiert die Geschichte einer bewegten Epoche und ruft den tragischen Entstehungshintergrund vieler Bildmotive, NS-Propaganda, Vernichtung und Krieg, in Erinnerung.

Stand: 22.3.2016, Hans-Peter Miller