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Veranstaltungen 2016

Ausstellung Migrationsstadt Salzburg

Bild vergrößernDer Makartsteg als Ausstellungsort; Quelle: Neumayr

Der Makartsteg als Ausstellungsort; Quelle: Neumayr

Bild vergrößernSlavica R. mit Tochter Ruža T. auf der Wissensbrücke; Quelle: Stadtarchiv Salzburg / Silvia Panzl-Schmoller

Slavica R. mit Tochter Ruža T. auf der Wissensbrücke; Quelle: Stadtarchiv Salzburg / Silvia Panzl-Schmoller

Ausstellung Migrationsstadt Salzburg 2016 – „ 50 Jahre Anwerbe- abkommen mit Jugoslawien “

Ausstellung auf dem Makartsteg von Mai bis August 2016

Im Jahr 1966 schloss Österreich ein Anwerbeabkommen mit Jugoslawien. Auf diese Weise kamen zahlreiche ArbeitsmigrantInnen nach Salzburg. Viele von ihnen blieben hier und gründeten Familien, weitere Frauen und Männer folgten. Durch die Migrationen entstanden enge Verbindungen zwischen den beiden Staaten und grenzüberschreitende Netzwerke. Die diesjährige Ausstellung der Wissensbrücke auf dem Makartsteg, gestaltet von der Universität und dem Stadtarchiv Salzburg, widmet sich der Geschichte dieser MigrantInnen von 1960 bis 1980. Neben offiziellen Dokumenten illustrieren private Fotos das Erwerbs- und Alltagsleben der MigrantInnen und ihrer Kinder, deren Freizeitaktivitäten und berufliche Erfolge.

Die Bevölkerungsverluste bedingt durch Krieg und Auswanderung und der Wirtschaftsboom führten ab den 1960er-Jahren zu einem Arbeitskräftemangel. Mit dem Anwerbeabkommen sollten Erwerbstätige ins Land geholt werden. Die Arbeitsbewilligungen waren zeitlich befristet um sicherzustellen, dass die als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitskräfte wieder zurückkehren. Dass die Menschen bleiben könnten, daran dachte niemand.

Bis 1973 stieg die Anzahl der Arbeitskräfte aus Jugoslawien auf rund 20.000 an. Sie arbeiteten in Baufirmen, im Gewerbe und im Tourismus. Schwere Tätigkeiten, geringes Einkommen und zahlreiche Überstunden prägten den Arbeitsalltag der MigrantInnen. Mit dem verdienten Geld unterstützten sie ihre Angehörigen und bauten Häuser in Jugoslawien. Ihre Freizeit verbrachten sie in jugoslawischen Kultur- und Sportvereinen; diese waren neben religiösen Institutionen eine wichtige Anlaufstelle.  An den Wochenenden fuhren viele zu ihren Familien. Viele MigrantInnen wagten über die Jahre den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie eröffneten Geschäfte, Restaurants und Imbissstuben und trugen damit wesentlich zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung von Land und Stadt Salzburg bei.

Migrationsstadt Salzburg 2016 – „ 50 Jahre Anwerbeabkommen mit Jugoslawien “ ist eine Ausstellung der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Salzburg und Salzburg 2016.

Ausstellungsteam: Sylvia Hahn, Verena Lorber, Andreas Praher, Georg Stöger (Universität Salzburg)
Silvia Panzl-Schmoller, Sabine Veits-Falk (Stadtarchiv Salzburg)

Übersetzung: Stan Nadel
Gestaltung: Eric Pratter

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Stand: 23.1.2017, Hans-Peter Miller