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Menschen mit Behinderung
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Gehörlose Recht auf Muttersprache

Bild vergrößernGebärdensprache; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Gebärdensprache; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

In Österreich leben rund 490.000 Menschen mit Hörbehinderungen. 8.000 davon sind völlig gehörlos. Und weitere 10.000 bis 15.000 davon so hochgradig schwerhörig oder ertaubt, dass ihnen eine Verständigung allein über das Gehör auch mit Hörhilfe kaum möglich ist.
Die Österreichische Gebärdensprache ist anerkannt. Das Nähere bestimmen die Gesetze. Das war ein großer, symbolischer Schritt zur Gleichberechtigung von GebärdensprachbenützerInnen in Österreich.

Die Österreichische Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache anerkannt.
RIS: Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) Artikel 8 (3)

Schon jahrelang kämpfte Salzburg für eine gleichberechtigte Teilnahme hörbeeinträchtigter Menschen am öffentlichen Leben. Mit diesem großen Erfolg steht unsere Arbeit nun erstmals auf einer gesetzlichen Basis, die uns nun hoffentlich die tatsächliche Inklusion dieser benachteiligten Personengruppe ermöglicht. Denn es besteht in vielen Bereichen dringender Aufholbedarf, vor allem zur Integration gehörloser Kinder und Jugendlicher in Kindergärten und Bildungseinrichtungen. Nun liegt es an den jeweiligen Landesregierungen, für die Gleichbehandlung dieser Zielgruppe in allen Bereichen des täglichen Lebens den Rahmen zu schaffen.
Mit permanenter Öffentlichkeitsarbeit bemüht sich die Stadt, neben Problemen baulicher Art vor allem auch Bewusstsein zu schärfen für die speziellen Anliegen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. 

Vor mehr als zehn Jahren wurde der Salzburger Behindertenbeirat gegründet. Durch die kontinuierliche und konsequente Kooperation mit allen wichtigen Partnerinstitutionen gelangen in der Stadt Salzburg auch ohne gesetzliche Vorgaben bereits vorbildliche Ergebnisse am Weg zur barrierefreien Stadt.“ Im In- und Ausland wurden etliche von und mit Salzburger ExpertInnen entwickelte Maßnahmen längst zum Standard erhoben. Die Stadtverwaltung wurde dafür vom Ministerium zweimal ausgezeichnet.

Die Videos „Leben mit Hörbeeinträchtigung, Teil 1: Ganz Ohr“ und „Teil 2: Schule und Berufswahl“ für Eltern hörbeeinträchtigter Kinder sind auch kostenlos erhältlich.

Vorgeschichte
In den "Rahmenbestimmungen für die Herstellung einer Chancengleichheit für Behinderte" wurde von der UNO im Dezember 1993, das Recht der Gehörlosen, sich jeweils in ihrer nationalen Gebärdensprache auszudrücken verankert.
Nationalrat: Gebärdensprache ab 1999 vor Gerichten anerkannt
Seit 1. Jänner 1999 können Gehörlose vor Gericht einen Gebärdensprachen- Dolmetsch auf Kosten des Bundes in Anspruch nehmen. Die entsprechenden Änderungen in der Straf- und Zivilprozessordnung wurden am 16. Dezember 1998 vom Nationalrat einstimmig beschlossen.

Noch Fragen?

Stand: 3.11.2015, Richilde Haybäck