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Presse

Verleihung der Kulturfondspreise der Stadt Salzburg 2007

Neue Perspektiven und schöpferische Aktivierung im Fokus
 
Di, 21. August 2007

Auszeichnungen für Wegbereiter am musikalischen Sektor, Auseinandersetzung mit jüngerer Frauen- und Geschlechtergeschichte und innovative Kinder- und Jugendkulturprojekte


Neue Ansätze und bemerkenswerte Leistungen auf den Gebieten der Kunst, Kultur und Wissenschaft prämiert der Kulturfonds der Landeshauptstadt Salzburg jährlich mit Internationalen Hauptpreisen, Anerkennungspreisen für das Lebenswerk, Förderpreisen, Jugendprojektpreisen und Stipendien. Im Zuge des Kulturleitbildes von 2001 wurde das Kapital, aus dessen Erträge Preise und Förderungen des Kulturfonds vergeben werden, um knapp 3 Mio Euro aufgestockt; heuer stehen rund 100.000 Euro zur Verfügung. Haupt- und Anerkennungspreise sind mit je 10.000 Euro dotiert, Förderpreise und Kinder/Jugendprojektpreise mit je 3.000 Euro. Rund 54.700 Euro gehen in diesem Jahr als Stipendien und Projektförderungen an 27 Personen, Teams bzw. Institutionen (für die Vergabe an Einzelne).

Bürgermeister Heinz Schaden, Vorsitzender des Kulturfonds-Kuratoriums: „Wissenschaft und Kultur halten die Welt in Bewegung. Mit den Preisen und Förderungen aus dem neuen Kulturfonds haben wir eine neue Form nicht nur der Finanzierung, sondern auch der öffentlichen Anerkennung für aktuelles Schaffen und Forschen zur Verfügung.“

Bezüge zu Salzburg und gleichzeitig eine Ausstrahlung weit über die Grenzen der Stadt hinaus ist gemeinsames Merkmal der Haupt-PreisträgerInnen und der Anerkennungs-Preisträger, die Bürgermeister Heinz Schaden bei einem Festakt im Marmorsaal des Schlosses Mirabell am 9. August 2007 ehrte.

Der Internationale Preis für Kunst & Kultur (Dotierung 10.000 Euro) geht an das Hagen-Quartett.
Das Ensemble aus Salzburg mit Univ. Prof. Veronika Hagen-Di Ronza (Viola), Univ. Prof. Lukas Hagen (1. Violine), Univ. Prof. Clemens Hagen (Violoncello) und Univ. Prof. Rainer Schmidt (2. Violine) behauptet seit 25 Jahren seinen konsequenten künstlerischen Weg des couragierten Ausgleichs; in der Wahl und im Ausbau des Repertoires verpflichtet sich das Hagen Quartett gleichermaßen dem großen Erbe, wie auch den Herausforderungen der zeitgenössischen Literatur. Begegnungen und Zusammenarbeit mit u.a. Heinrich Schiff, Nikolaus Harnoncourt oder Paul Gulda prägen die Entwicklung des Ensembles; zahlreiche Preise, internationale Anerkennung und nicht zuletzt eine Vielzahl von Einspielungen bezeugen das hervorragende, beständig weiter entwickelte künstlerische Niveau des Quartetts.

Ao. Univ. Prof. Dr. Ingrid Bauer wird mit dem Internationaler Preis für Wissenschaft & Forschung (Dotierung 10.000 Euro) ausgezeichnet.
Die Historikerin hat sich in Fachkreisen insbesondere mit ihren Forschungen zur Gender- und Frauenthematik Anerkennung verschafft und sich im Rahmen ihrer Projekte und Arbeiten zu diesen Themenbereichen auch der Geschichte Salzburgs gewidmet. Als Mitarbeiterin und Leiterin des Salzburger Boltzmann-Instituts für Gesellschafts- und Kulturgeschichte wie auch als Professorin an der Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte, legt sie nicht nur ihre Forschungsschwerpunkte auf verschiedene Aspekte der jüngeren Frauengeschichte und Gender-Thematik, sondern initiierte bzw. leitet interdisziplinäre Projekte – wie etwa den Studienschwerpunkt Gender Studies und den Lehrgang „karriere_links“ - zur Förderung von Nachwuchswissenschafterinnen.


Zwei Anerkennungspreise für das Lebenswerk (Dotierung je 10.000 Euro) werden an Dr. Friedrich Gehmacher und Dr. Heinz Klier verliehen.

Friedrich Gehmacher, im Alltagsberuf Rechtsanwalt, war ab 1963 als Mitglied des Kuratoriums, später als Konzertreferent und schließlich 17 Jahre lang als Präsident für die Internationale Stiftung Mozarteum ehrenamtlich tätig. Während dieser Zeit prägte er diese Institution entscheidend und trug zu deren internationaler Anerkennung wesentlich bei.

Heinz Klier, ehemaliger Leiter der Kulturabteilung der Stadt, hat als Generalsekretär der Salzburger Kulturvereinigung seit 57 Jahren die inhaltliche Entwicklung und Erweiterung sowie den Erfolg dieser für Salzburgs Kulturleben bedeutsamen Einrichtung geprägt. Auf seine Initiative wurden u.a. das Amateurorchester der Kulturvereinigung, das Salzburger Straßentheater und die Salzburger Kulturtage gegründet, außerdem betrieb er maßgeblich die Einrichtung der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte.

„Auf eine herausragende Eigenschaft, die sich trotz aller Unterschiede im Konkreten als Verbindung zwischen dem Hagen Quartett, Frau Professor Bauer, Dr. Gehmacher und Dr. klier erkennen lässt, möchte ich besonders hinweisen. Sie alle stellen im Rahmen ihrer Tätigkeit die Gegebenheiten stets in Frage, suchen nach neuen Sichtweisen und Denkansätzen – ohne dabei die Vorbedingungen auszublenden“, so Bürgermeister Schaden.


Vergeben wurden zudem zwei Förderpreise (dotiert mit jeweils 3.000 Euro):

Der Förderpreis für Kunst & Kultur geht an die Breakdance-Gruppe „Moving Shadows“ aus Salzburg. Gegründet 1999, hat sich die Gruppe mit hoher künstlerischer Qualität mittlerweile als erfolgreichste ihrer Art in Österreich etablieren können und beste Verbindungen in die internationale Tanzszene aufgebaut. Als wesentliches Ziel verfolgen „Moving Shadows“ die beständige Erneuerung durch Einbindung junger Nachwuchstalente; die Gruppe verfolgt das Ziel, Jugendliche durch aktive Einbindung und eindringliche Botschaften aus einem gewaltorientierten Umfeld zu lösen – vereint also ihre tänzerischen mit dem sozialen Einsatz.

Den Förderpreis für Wissenschaft & Forschung erhält die Multimedia-Producerin und Historikerin Mag. Daniel Ellmauer. Als Projektmitarbeiterin und –leiterin setzte sie sich in unterschiedlichen Formen mit Regional- und Frauengeschichte (mit Schwerpunkt Nationalsozialismus) und jüdischer Geschichte auseinander. Mit ihrer neuen Multimedia CD „Ein Gesicht und ein Name. Jüdisches Leben in Salzburg“, erstellt am Zentrum für jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg, hat sie einen wesentliche Beitrag zur Aufarbeitung dieses Themas geleistet.


Für Kinder- und Jugendprojekte (Dotierung je 3.000 Euro) wurden 2007 zwei Preise für das Projekt „Musik bewegt – Musik belebt“ von Monika Sigl und Christa Musger sowie die das Singspiel „Der Zauberspiegel“ von Ludwig Nussbichler vergeben.

Monika Sigl (Musikum) & Christa Musger (AGMÖ) sind Initiatorinnen und Leiterinnen des biennalen Festes des Musiknachwuchses „Musik bewegt - Musik belebt“. Das Musikfest – gegründet im Jahr 2000, zuletzt im Mozartjahr 2006 mit rund 1.500 Beteiligten durchgeführt – hat sich als kultureller Anziehungspunkt in der Stadt etabliert und lenkt in Form einer lockeren Leistungsschau das Interesse des Publikums gleichermaßen auf das hohe musikalische Nachwuchspotential wie auch die Kräfte der musikalischen Ausbildung in Salzburg.

MMag. Ludwig Nussbichler hat sich als Salzburger Komponist und in seiner Funktion als künstlerischer Leiter des Festivals ASPEKTE einen Namen gemacht Als Mitarbeiter und seit 1999 als Direktor des Musikum Salzburg Stadt setzt er sich insbesondere für die Förderung des musikalischen Nachwuchses ein. Den Preis erhält er insbesondere für sein Singspiel für Kinder und Marionetten „Der Zauberspiegel“, das im Rahmen der Mozartprojekte des Musikum Salzburg im Jänner 2007 uraufgeführt wurde.

Für Stipendien und Ausbildungsförderungen stehen heuer insgesamt 54.700 Euro aus dem Kulturfonds zur Verfügung, die in Tranchen von 700 bis 12.000 Euro an 27 Personen, Teams bzw. Institutionen (für die Vergabe an Einzelne) vergeben werden.

Die Kulturfondspreise der Stadt Salzburg 2007 im Überblick


Folgende Kunst- und Kulturschaffende und WissenschaftlerInnen werden heuer für neue Ansätze und bemerkenswerte Leistungen auf den Gebieten der Kunst, Kultur und Wissenschaft, für ihr Lebenswerk bzw. für Kinder- und Jugendprojekte ausgezeichnet:


Internationaler Preis für Kunst & Kultur (Dotierung 10.000 Euro):
an das Hagen-Quartett (Univ. Profen. Veronika Hagen-Di Ronza, Lukas Hagen, Clemens Hagen, Rainer Schmidt) für seine herausragenden künstlerischen Leistungen und seine internationale Strahlkraft
Als Laudator spricht Karl Harb, Kulturredakteur der Salzburger Nachrichten

Internationaler Preis für Wissenschaft & Forschung (Dotierung 10.000 Euro): an Ao. Univ. Prof. Dr. Ingrid Bauer für ihre herausragende und international anerkannte Forschungsarbeit im Bereich der Gender- und Frauenforschung
Die Laudatio hält Ao. Univ. Prof. Dr. Christa Ehrmann-Hämmerle (Institut für Geschichte der Universität Wien)

Anerkennungspreise für das Lebenswerk (Dotierung 10.000 Euro):
an Dr. Friedrich Gehmacher für seine herausragenden Dienste innerhalb seines über 40-jährigen Engagements und seiner langjährigen Tätigkeit als Präsident für die Internationale Stiftung Mozarteum
Laudator ist KR Dr. Heinrich Wiesmüller (eh. Präsident der Salzburger Festspiele)

Anerkennungspreise für das Lebenswerk (Dotierung 10.000 Euro):
an SR Dr. Heinz E. Klier, für seine herausragenden Verdienste als Generalsekretär der Salzburger Kulturvereinigung
Laudator ist KR Dr. Heinrich Wiesmüller (eh. Präsident der Salzburger Festspiele)

Förderpreis für Kunst & Kultur (Dotierung 3.000 Euro):
an die Breakdance-Gruppe „Moving Shadows“ für ihre hohe künstlerische Qualität in Verbindung mit dem Engagement gegen (jugendliche) Gewalt


Förderpreis für Wissenschaft & Forschung (Dotierung 3.000 Euro):
an Maga. Daniela Ellmauer für die Multimedia CD „Ein Gesicht und ein Name. Jüdisches Leben in Salzburg“, erstellt für das Jüdische Kulturzentrum der Universität Salzburg

Preis für Kinder/Jugendprojekt (Dotierung 3.000 Euro):
an Maga. Christa Musger und Monika Sigl für das biennal stattfindende Fest des Salzburger Musiknachwuchses „Musik bewegt/Musik belebt“

Preis für Kinder/Jugendprojekt (Dotierung 3.000 Euro):
an MMag. Ludwig Nussbichler für die Komposition des Singspiels für Kinder und Marionetten „Der Zauberspiegel“


Zudem werden 2007 Stipendien und Ausbildungsförderungen in Höhe von insgesamt 54.700 Euro an 27 Personen, Teams bzw. Initiativen (zur Vergabe an Einzelne) aus dem Kulturfonds vergeben (Details in nachfolgender Übersicht).

Hagen Quartett. Kurzinfo, Schwerpunkte und Leistungen
Internationaler Preis für Kunst und Kultur 2007 (Dotierung 10.000 Euro)

Ein „Familienunternehmen“ ist das Hagen Quartett, das sich heute aus den Geschwistern Lukas, Veronika und Clemens Hagen sowie dem zweiten Geiger Rainer Schmidt zusammensetzt. Ausgebildet wurden die Mitglieder des Quartetts am Salzburger Mozarteum bzw. an den Musikhochschulen in Basel, Hannover und Cincinnati. Mit Rat und Tat standen ihnen bei ihrem Werdegang die Kollegen Hatto Beyerle, Heinrich Schiff und Walter Levin zur Seite; wichtige Impulse spendeten zahlreiche Begegnungen mit Nikolaus Harnoncourt und Gidon Kremer. Bei Kremers Lockenhauser Kammermusikfestival trat das Hagen Quartett erstmals ins Licht der internationalen Öffentlichkeit, als ihm 1981 der Preis der Künstlerjury und der Publikumspreis zugesprochen wurden.

Weitere Auszeichnungen folgten in kurzer Zeit: 1982 reüssierten die Hagens beim Streichquartett-Wettbewerb in Portsmouth, 1983 gewannen sie den Wettbewerb im französischen Evian. Seither zählt das Ensemble zu den führenden Streichquartetten und konzertiert in aller Welt – aber natürlich auch in seiner Heimatstadt Salzburg, wo regelmäßige Auftritte bei der Internationalen Mozartwoche und den Salzburger Festspielen (seit 1984) auf dem Programm stehen. Das Repertoire des Quartetts umfasst zum einen die Meisterwerke der Gattung von Haydn bis Ligeti; zum anderen verbinden sich die Mitglieder immer wieder mit anderen Instrumentalisten zu erweiterten kammermusikalischen Formationen – zu nennen wären etwa die Pianisten András Schiff, Paul Gulda und Oleg Maisenberg, der Bratschist Gérard Caussé und der Cellist Heinrich Schiff.
Alle vier Mitglieder des Ensembles lehren zudem an der Universität Mozarteum.


Ao. Univ. Prof. Dr. Ingrid Bauer. Kurzbio, Schwerpunkte und Leistungen
Internationaler Preis für Wissenschaft und Forschung 2007 (Dotierung 10.000 Euro)

Geboren 1954 in Zell am See/Salzburg, Studium der Geschichte, Germanistik und Kommunikationswissenschaften in Salzburg, ab 1979 freie wissenschaftliche Mitarbeit und Projektarbeit, u.a. Projekt „Salzburger ArbeiterInnen-Geschichte“ des Karl Steinocher-Fonds.
Doktoratsstudium der Geschichte an der Universität Salzburg; Promotion zur Drin. Phil. 1988 mit der Dissertation „Frauenarbeit und Frauenleben an der Peripherie: Die Halleiner Zigarrenfabriksarbeiterinnen“. Ab 1983 wissenschaftliche Mitarbeiterin, von 1991 bis 2003 Leiterin des Salzburger Boltzmann-Instituts für Gesellschafts- und Kulturgeschichte, wo sie den Schwerpunkt „Historische Frauenforschung“ aufbaute.

1986-1995 Lehrende an den Universitäten Innsbruck, Wien, Linz, Klagenfurt und Salzburg für Frauen- und Geschlechtergeschichte. 1995-2001 Univ.-Assistentin für Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Salzburg. 2001 Habilitation in Neuerer Geschichte und Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Salzburg. Die Habilitationsschrift befasst sich mit dem Thema „Frauen- und geschlechtergeschichtliche Perspektivierungen der Historie“.

Seit 2001 ist Ingrid Bauer ao. Univ. Professorin an der Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte, wo sie sich u.a. als Vorsitzende des Beirats für Frauenforschung, Frauenstudien und Frauenförderung engagiert, die interdisziplinäre Ringvorlesung „Denkachsen und Perspektiven der Geschlechterforschung“ leitete, am Aufbau des interdisziplinären Studienschwerpunkt Gender Studies mitarbeitete und als Mitglied des Interdisziplinären ExpterInnenrates Gender Studies diesen Schwerpunkt inhaltlich begleitet. Seit 2006 leitet Univ. Prof. Bauer den interdisziplinären Lehrgang „karriere_links: Erfolgsstrategien und Karriereperspektiven“ für Nachwuchswissenschafterinnen der Unis Salzburg und Linz.

Außerdem ist sie als Coach für Nachwuchswissenschafterinnen tätig und Mitherausgeberin der Europäischen Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft – L’Homme, sowie Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Zeitgeschichte“ und Mitglied des Advisory Boards der Zeitschrift Contemporary Austrian Studies. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Engagement für den Wissenstransfer zwischen Universität und Öffentlichkeit (Workshops und Vortragstätigkeit in der Erwachsenenbildung, LehrerInnen-Fortbildung und frauenspezifischen Weiterbildung) sowie Sozial- und kulturgeschichtliche Studien.


Dr. Friedrich Gehmacher. Kurzbio, Schwerpunkte und Leistungen
Anerkennungspreis für das Lebenswerk 2007 (Dotierung 10.000 Euro)

Geboren 1935 in Salzburg, Studium der Rechtswissenschaften in Salzburg und Wien. 1957 trat Friedrich Gehmacher in die Anwaltskanzlei seiner Vaters in Salzburg ein und war bis 2000 als Rechtsanwalt tätig. Ab Dezember 1963 arbeitete Dr. Gehmacher ehrenamtlich für die Internationale Stiftung Mozarteum. Zunächst war er Mitglied des Kuratoriums und in den 70er und 80er Jahren Konzertreferent. Bereits in den 60er Jahren regte er die Aufführung von Neuer Musik – etwa Kompositionen von Rolf Maedel oder Cesar Bresgen – im Rahmen des Konzertprogramms der Stiftung an, und holte Helmut Eder als „Lanzenbrecher“ und Berater für diesen Bereich.

1988 übernahm er in Nachfolge von Richard Spängler das Amt des Präsidenten der Stiftung, das er bis 1. Dezember 2006 inne hatte. Gemeinsam mit Leopold Hager (damals Chef des Mozarteum Orchesters) und Gottfried Kraus vom ORF initiierte Gehmacher auch die Aufführung von Mozarts Jugendopern. Zu den großen Aufgaben seiner Präsidentschaft zählten die Edition der Neuen Mozartausgabe (die nach mehr als 52 Jahren mit einem Umfang von 132 Bänden im Juni 07 abgeschlossen und präsentiert wurde), sowie der Wieder-Aufbau des Mozart-Wohnhauses am Makartplatz.
Der jüngste Sohn von Friedrich Gehmacher setzt als Mitglied des Kuratoriums die Stiftungstradition der Familie fort. Seit 1995 ist Gehmacher zudem im Kuratorium der Salzburger Festspiele.


SR Dr. Heinz Klier. Kurzbio, Schwerpunkte und Leistungen
Anerkennungspreis für das Lebenswerk 2007 (Dotierung 10.000 Euro)

Geboren 1927, Studium der Germanistik, Geschichte, Musik- und Kunstgeschichte in Innsbruck und Wien. Seit 1951 ist Dr. Klier Generalsekretär der 1947 entstandenen Salzburger Kulturvereinigung. Ende der 50er Jahre wurde er daneben Chef im Kartenbüro der Salzburger Festspiele; ab 1964 bis zu seiner Pensionierung 1992 war er Leiter des Kulturamtes bzw. der Abteilung 2 – Kultur und Schule der Stadt Salzburg. Viele Jahre lang (bis 2002) betreute er zudem ehrenamtlich den Kulturfonds der Stadt.

In seinem ersten Jahr als Leiter der Salzburger Kulturvereinigung initiierte Heinz Klier den ersten Theaterring (Betriebsabonnement), im Jahr darauf rief er den Konzertring ins Leben, der zunächst in der Großen Aula stattfand, 1954 in das Kleine Festspielhaus übersiedelte und ab 1972 aus zwei, seit 1974 aus drei Zyklen besteht. Schon 1960 ging der „große Ring“ dann ins Große Festspielhaus. Als erste – zu Beginn alleinige, bis heute wichtigste – Säule verpflichtete Heinz Klier das Mozarteum Orchester Salzburg für den Konzertring. Insgesamt hat das Orchester fast die Hälfte (rund 600) aller Konzerte in den Abos der Kulturvereinigung gespielt; zu seinem achtzigsten Geburtstag Kliers im Februar 07 honorierte das Ensemble dessen mehr als 50 Jahre währenden Einsatz mit der erstmals verliehenen Ehrenmitgliedschaft des Orchesters.

Zu den Marksteinen, die Heinz Klier als Generalsekretär der Kulturvereinigung setzte, zählen auch die Mitbegründung des Amateurorchesters der Kulturvereinigung (1962), die Gründung des Salzburger Straßentheaters im Sinne einer Idee von Oscar Fritz Schuh (1970), die Gründung der Salzburger Kulturtage (1972) sowie sein Engagement für die Einrichtung der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte im Geburtshaus des Dichters am Waagplatz (1973), wo die Kulturvereinigung auch ihr Büro hat.


Hintergrund: Kulturfonds „neu“ - Kulturleitbild
Das Konzept für den „Kulturfonds neu“ wurde unmittelbar nach Implementierung des Kulturleitbildes ausgearbeitet und 2002 vom Gemeinderat beschlossen. Mit massiv erhöhter finanzieller Grundlage (plus ca. 3 Millionen Euro) aus dem Haushalt der Stadt nahm ein neu bestelltes Kuratorium, besetzt mit Personen aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, im Jahr 2003 seine Arbeit auf. Wie in den Vergaberichtlinien festgeschrieben, und kommen die Mittel seither sowohl der Vergabe von Preisen, als auch der Förderung von Arbeit an innovativen Projekten und produktionsorientierten Vorhaben im Bereich der zeitgenössischen Kunst & Kultur sowie der Wissenschaft & Forschung zugute.
Konkret entscheidet das Kuratorium jedes Jahr über die Vergabe von Internationalen Hauptpreisen und Förderpreisen für Kunst bzw. Wissenschaft, vergibt einen oder mehrere Anerkennungspreise für das Lebenswerk und seit 2004 auch Preise für Kinder- und Jugendkulturprojekte. Haupt- und Anerkennungspreise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert, Förder- und Jugendpreise mit 3.000 Euro; insgesamt geht etwa die Hälfte der jährlichen Erträge aus dem Fonds-Kapital in die Dotierung der Preise, während die zweite Hälfte in Form von Arbeitsstipendien oder Tourneeförderungen an BewerberInnen aus dem Kunst-, Kultur- oder Wissenschaftsbereich fließt.

Hintergrund: Kuratorium und Geschäftsführung
Dem Kulturfonds-Kuratorium gehören aktuell (Juli 07) an:
Vorsitz: Bürgermeister Dr. Heinz Schaden (stellvertretende Vorsitzende GR Dir. i. R. Waltraut Hofmeister)
Univ. Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg, Univ. Prof. Reinhart von Gutzeit/Rektor der Universität Mozarteum, Dr. Helga Rabl-Stadler/Präsidentin der Salzburger Festspiele, Prof. Dr. Barbara Wally/Direktorin der ISBK, GR HR Dr. Elisabeth Werner, GR Mag. Bernhard Carl, KV GR Doris Tazl, Dr. Michael Bilic/Das Kino, RA Mag. Dr. Brigitte Forster-Ascher, KR Dr. Heinrich Wiesmüller.

Die Geschäftsführung liegt bei der Mag. Abteilung 2 – Kultur und Schule in Händen von
SR Mag. Ingrid Tröger-Gordon (Leitung), SR Mag. Roman Stemeseder, Mag. Barbara Köstler-Schruf







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Stand: 3.3.2011, Johannes Greifeneder