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Der Kulturplakatpreis 2018

Bild vergrößern1. Preis, SZENE Salzburg, Sujet "Performing New Europe", GRAFIK-DESIGN: Studio Beton, Oliver Hofmann, Daniel Car, Benjamin Buchegger; Quelle: Progress-Werbung Salzburg

1. Preis, SZENE Salzburg, Sujet "Performing New Europe", GRAFIK-DESIGN: Studio Beton, Oliver Hofmann, Daniel Car, Benjamin Buchegger; Quelle: Progress-Werbung Salzburg

Auch 2018 haben Stadt und Land, das ORF-Landesstudio  und die Progress-Werbung Salzburg unter dem Titel "KULTURPLAKATPREIS SALZBURG" Preise für dieses Medium im öffentlichen Raum vergeben, das  - gekonnt gemacht - nicht nur Informations- und Werbemittel ist, sondern Plakatkunst repräsentiert. Die Bildgrafik und das Figurative, die Buntheit und die Farben fallen bei der Auswahl 2018 ins Auge. 

Die Überreichung der Preise war verbunden mit einer Präsentation der gemeinsamen Ausstellung „60 Jahre Plakatkunst“, vorgetragen durch Direktor-Stellvertreter des Salzburg Museums, Dr. Peter Laub. Stattgefunden hat die Verleihung am 27. September um 10.30 Uhr im ORF Landesstudio Salzburg. Gastgeber war Landesdirektor Christoph Takacs: „Für den ORF ist Kunst Teil des Programmauftrages. Kulturvermittlung betreiben wir beide – die Progress Werbung mit ihren Out of Home Medien und der ORF mit Sendungen, Reportagen und Übertragungen. Der ORF ist sicherlich der größte Kulturveranstalter mit der größten Reichweite im Lande.“

Der Kulturplakatpreis 2018

1.Preis:  Szene Salzburg

Grafik-Design:  Studio Beton, Oliver Hofmann, Daniel Car, Benjamin Buchegger

Sujet: „Performing New Europe 2018” und „Sommer Szene 2018 This Way”

Der erste Preis geht an gleich zwei Plakate der Szene Salzburg. Zum einen ein Plakat wie ein Feuersturm „Performing New Europe 2018“, dass auch in den renommierten Kreis „100 Beste Plakate“ in der Schweiz, Deutschland und Österreich aufgenommen wurde.
Das Statement der Jury: „Bei diesem preiswürdigen Plakat der Szene Salzburg wird das Plakat selbst, dessen Affichierung bzw. Decollage, zum grundlegenden Gestaltungsanlass. Wie Abrisse einer Plakatwand werden Text bzw. Textfragmente in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau, sowie Schwarz und Weiß in Schichten übereinandergelegt bzw. ineinandergeschoben. Dadurch entsteht ein stark räumlicher Effekt, den man auch zeitlich interpretieren kann.“

Das zweite Siegerplakat „Sommer Szene 2018 This Way“ sorgte bei der Jury ebenfalls für Begeisterung: „Eine klare Typografie, die die Botschaften auf den Punkt bringt. Und ein plakatives, grafisches Element der Pfeile, dass nicht nur die Headline ‚This Way‘ unterstützt, sondern den Betrachter gleichzeitig zu einer Orientierungssuche anregt.“

2. Preis:  Bühne Oval

Grafik-Design:  Frau Lönne GmbH, Sabine Lönne GF

Sujet: „Jörg Seidel & Carinthia Connection, Merci… my personal tribute to Udo Jürgens“

Der zweite Preis geht an die Bühne Oval und eine UdoJürgens-Hommage: „Jörg Seidel Sings and Swings“ und paraphrasiert den Österreichischen Hero. Mit einem klassischen Topos: Der „weiße Bademantel“ schön gefaltet. .

Die Jury dazu: „Die klare Grafik mit großer Programmschrift und die schwarz-weiß Töne bringen dieses Symbol so richtig zur Geltung. Dadurch ist dieses Sujet vor allem für die Zielgruppen ein plakativer, emotionaler und fantasievoller Impact.“

3. Preis:  Fünfzigzwanzig

Grafik-Design: Nicola Lieser

Sujet: „Performing Sound Festival & Symposium“

Der dritte Preis geht an Fünfzigzwanzig für das „Performing Sound Festival & Symposium“.

Die Jury dazu: „Die Darstellung dieser Pferde irritiert im ersten Moment und doch stellen sich Assoziationen zum Thema des Festivals und Symposiums ein. Man vermeint Hufgetrappel von Pferde zu hören, die Lesart einer rhythmischen, streng strukturierten Partitur wird möglich.“

Preis für das beste Großformat: Jazzfestival Saalfelden

Grafik-Design: Rahofer Werbeagentur

Sujet: „Jazzfestival Saalfelden 2017“ mit Kurzausstellung der Sommerakademie – Klasse von Bernhard Martin

Wie ein Graffito: 48 Bogen Exzession. Die Meinung der Jury: „In einer Interaktion mit der Sommerakademie für Bildende Kunst (unter der Leitung von Bernhard Marin) wurde dieses Großformat von Studierenden übermalt. Dadurch wurde das Medium Plakat mit Grafity einem öffentlichen Diskurs gestellt. Diese Gesamtperformance und die Kreativität des Designs haben uns überzeugt.“

Preis für das beste Großformat:Studiosteinwender GmbH

Grafik-Design: Christian Steinwender, Christine Eisl

Sujet: „Behind“

Ein Mann, der einen Papiersack übergestülpt hat. Grzegroz Gwaizda zählt zu den renommiertesten Künstlern Mitteleuropas: Subtil agiert er gegen Gewalt und vermittelt beklemmend Widerstand und das Ausgeliefertsein des Menschen. Bedrückung – gewissermaßen plakativ dargestellt. Das Sujet und nahezu zarte rote Schrift.

Die Jury meint dazu: „Die Themen Gewalt, Ausgeliefertsein und Widerstand kommen in der Figur des Menschen mit übergestülptem Papiersack eindrucksvoll zum Ausdruck. Ein Beispiel für große Wirkung mit kleinen Mitteln, die durch Kreativität erzielt werden kann.“

Preis beste Serie: Akademisches Gymnasium, Herr Professor Paul Stadler

Grafik-Design: Schüler/innen aus unterschiedlichen europäischen Ländern, Ana-Marija Misic, Max Stainer, Verena Messner

Sujet: “Poster Art Award 2018 – 5 Sujet”

Jugendliche aus ganz Europa als Plakatkünstler: für Toleranz, Menschenrechte und Gerechtigkeit, für ein zueinander und miteinander statt Feindbilder und Xenophobie. Prof. Paul Stadler vom akademischen Gymnasium hat SchülerInnen aus unterschiedlichen Ländern in Salzburg versammelt. Die Ausstellung der besten Plakate war ein Zeichen der Solidarität und der überschäumenden Kreativität von jungen Menschen. Drei Plakate wurden stellvertretend ausgewählt.

Die Jury: „Die beispielhafte Headline ‚Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie schon längst gerettet‘ zeigt die Süffisanz mancher Gesellschaftsstrukturen und bringt es in weiterer Botschaft auf den Punkt: ‚Equal People, Equal Love, Equal Rights‘. Wir bewerteten hier Engagement, Kreativität und Umsetzung.“

Die Anerkennung drückt sich einerseis in Geldpreisen aus (3.000.-, 2.000.- und 1.000.- für den 1., 2. und 3. Preis) sowie in Form einer Gratis-Affiche und damit Öffentlichkeit (kostenlose Klebung und Produktion für 14 Tagen nach Preis gestaffelt zu 300, 200 und 100 Plakaten).
Für die besten Großformate gibt es Affiche für vier Wochen an fünf Litfaßsäulen und für die beste Serie ebenfalls eine kostenlose Affiche (200 Stück für 14 Tage).

„Mit Kultur verknüpfen wir Öffentlichkeit – hunderttausende Menschen können die Plakate sehen. Kulturplakate erregen enormes Aufsehen, das wissen wir aus zahlreichen Studien und Kampagnen“, so Fred Kendlbacher, Geschäftsführer der Progress Werbung und Mitgründer der Initiative. „Für unser Unternehmen ist das mittlerweile zur Leidenschaft geworden – wir alle freuen uns über dieses Event“, ergänzt, Dominik Sobota, Mitglied der Geschäftsleitung der Progress Werbung: „Auch wir bekommen dadurch einen ganz anderen Blick auf und für unser Medium. Es sensibilisiert auch uns.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Heinrich Schellhorn dazu: „Kunst und Kultur braucht viele Kanäle um wirken zu können. Neben Museen und Galerien sind auch öffentliche Plätze wichtige Vermittlungsorte. Das in der Öffentlichkeit präsente Plakat selbst strahlt hier in zweierlei Hinsicht aus: Es ist Werbemittel für Kunst und Kultur und zugleich selbst Kunstobjekt."

Der Salzburger Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger zeigt sich beeindruckt: „Wir sind für die Öffnung auf den Straßen und für die Generierung von Kunst im Alltag. Dafür ist Out of Home das beste Medium, weil es provoziert, aufrüttelt und manche vielleicht zum Nachdenken bringt – warum es notwendig ist für die Freiheit draußen zu kämpfen und den öffentlichen Raum für die Bürger zu nutzen. Diese Siegerplakate sind der beste Beweis dafür.“

Stand: 28.9.2018, Barbara Köstler-Schruf