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Die Salzburger Kulturplakatpreise 2017: Irritation, Präzision, Witz

Stadt und Land Salzburg vergeben gemeinsam mit der Progress Werbung Salzburg jährlich diesen Preis, der den Wert des Kulturplakats als Kunstobjekt deutlich macht und neben der Werbewirksamkeit auf künstlerisches Können verweist. Am 28. September wurden die Preise von Mag. Ingrid Tröger-Gordon, Leiterin der Kulturabteilung der Stadt, Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, ORF-Landesdirektor Takacs und Progress Salzburg -Geschäftsführer Fred Kendlbacher im ORF-Landesstudio überreicht.

Im elften Jahr setzt der Kulturplakatpreis neue Akzente: Wiederkehr der klassischen grafischen Plakatgestaltung: Kargheit, Verknappung, Reduktion auf die Expression. So urteilte die Jury aus Kulturakteuren und unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Siegbert Stronegger.

PreisträgerInnen und Preisträger mit Mag. Tröger-Gordon, LR Schellhorn, Dir. Takacs und Fred Kendlbacher PreisträgerInnen und Preisträger mit Mag. Tröger-Gordon, LR Schellhorn, Dir. Takacs und Fred Kendlbacher
© Progress Werbung
Preisvergabe an Stefan Zweig Centre mit Mag. Tröger-Gordon, Dir. Takacs, LR Schellhorn und Fred Kendlbacher Preisvergabe an Stefan Zweig Centre mit Mag. Tröger-Gordon, Dir. Takacs, LR Schellhorn und Fred Kendlbacher
© Progress Werbung
Preisvergabe an Salzburger Kunstverein mit Mag. Tröger-Gordon, Dir. Takacs, LR Schellhorn und Fred Kendlbacher Preisvergabe an Salzburger Kunstverein mit Mag. Tröger-Gordon, Dir. Takacs, LR Schellhorn und Fred Kendlbacher
© Progress Werbung
Preisvergabe an Kleines Theater mit Mag. Tröger-Gordon, LR Schellhorn, Dir. Takacs und Fred Kendlbacher Preisvergabe an Kleines Theater mit Mag. Tröger-Gordon, LR Schellhorn, Dir. Takacs und Fred Kendlbacher
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Preisvergabe an Landestheater mit Mag. Tröger-Gordon, LR Schellhorn, Dir. Takacs und Fred Kendlbacher Preisvergabe an Landestheater mit Mag. Tröger-Gordon, LR Schellhorn, Dir. Takacs und Fred Kendlbacher
© Progress Werbung
Preisvergabe an Verein disposed mit Mag. Tröger-Gordon, Dir. Tacacs, LR Schellhorn und Fred Kendlbacher Preisvergabe an Verein disposed mit Mag. Tröger-Gordon, Dir. Tacacs, LR Schellhorn und Fred Kendlbacher
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1.PREIS: STEFAN ZWEIG CENTRE SALZBURG, GRAFIK-DESIGN: CAROLA WILKENS, Berlin, Sujet: „STEFAN ZWEIG, 75. Todestag“ 1.PREIS: STEFAN ZWEIG CENTRE SALZBURG, GRAFIK-DESIGN: CAROLA WILKENS, Berlin, Sujet: „STEFAN ZWEIG, 75. Todestag“
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2. PREIS: SALZBURGER KUNSTVEREIN,GRAFIK-DESIGN: SIMON WALTERER, Sujet: „A PAINTER’S DOUBT “ 2. PREIS: SALZBURGER KUNSTVEREIN,GRAFIK-DESIGN: SIMON WALTERER, Sujet: „A PAINTER’S DOUBT “
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3.PREIS: KLEINES THEATER Haus der Freien Szene,GRAFIK-DESIGN: FLORIAN NÖRL (MN Management; Sujet: „BILLI JEAN“ 3.PREIS: KLEINES THEATER Haus der Freien Szene,GRAFIK-DESIGN: FLORIAN NÖRL (MN Management; Sujet: „BILLI JEAN“
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PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 1 PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 1
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PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 2 PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 2
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PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 3 PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 3
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PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 4 PREIS BESTES SERIE CD: VEREIN DISPOSED, GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG, Sujet: “KABI’NET“, Teil 4
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Preis bestes Großformat, LANDESTHEATER SALZBURG, GRAFIK-DESIGN: LANDESTHEATER SALZBURG, Sujet: „LULU März 2017/ GESUALDO Oktober 2016“ Preis bestes Großformat, LANDESTHEATER SALZBURG, GRAFIK-DESIGN: LANDESTHEATER SALZBURG, Sujet: „LULU März 2017/ GESUALDO Oktober 2016“
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1.PREIS (3.000 Euro und Affiche für 14 Tage/300 Plakate)
STEFAN ZWEIG CENTRE SALZBURG
GRAFIK-DESIGN: CAROLA WILKENS, Berlin
Sujet: „STEFAN ZWEIG, 75. Todestag"

Jurybegründung (Text Eva Möseneder):
Das Plakat ist einer Reihe von Veranstaltung anlässlich des 75.Todestagesdes großen Schriftstellers gewidmet. Eindringlich blickt uns Stefan Zweig auf dieser Plakatgestaltung entgegen. Die verschränkten Arme signalisieren einerseits Abstand, der intensive Blick, der uns in seinen Bann zieht, andererseits Nähe. Dieses psychologische Portrait bietet uns Einblick in die komplexe Persönlichkeit eines Menschen, ambivalent zwischen Rückzug und Nähe. Klar strukturiert, sowohl in seiner bildnerischen als auch seiner typografischen Gestaltung, überzeugt diese gelungene Plakatgestaltung. Sparsam werden farbige Akzente gesetzt, nur der Name des Dichters bzw. des Veranstalters werden inintensivenPink gesetzt. Deutlich grenzen sich die Raumschichten Vordergrund (Typographie),Mittelgrund (Portrait) und Hintergrund (Laubstrukturen mit zarten Grüntönen) voneinander ab. Durch das Anschneiden des Namenszuges von Stefan Zweig wird unmittelbare Nähe zum Betrachter suggeriert. Durch diesen gestalterischen Kunstgriff wird einem der Dichter im wahrsten Sinn des Wortes „nähergebracht".

2.PREIS (2.000 Euro und Affiche für 14 Tage/200 Plakate)
SALZBURGER KUNSTVEREIN
GRAFIK-DESIGN: SIMON WALTERER
Sujet: „A PAINTER’S DOUBT “

Jurybegründung (Text Eva Möseneder):
„A Painter´s Doubt" -„Der Zweifel des/der Malers/Malerin": schon durch den Titel ist man mitten in der Thematik der Ausstellung des Salzburger Kunstvereins. Thema dieser Ausstellung ist „Malerei als eine Methode, in der phänomenologische Zielsetzungen und Darstellungen von Gefühlen und Visionen möglich sind." Am Anfang eines jeden Malprozesses steht für Künstler/innen immer zuerst die Auseinandersetzung mit der Leere des Malgrunds selbst. Diese Leere konfrontiert den Künstler /die Künstlerin unmittelbar mit sich selbst. Jeder Schritt im Gestaltungsprozess könnte auch ein anderer sein, ein Umstand der den Zweifel nährt …Das Plakat zeigt als Bildmotiv eine Arbeit von Flora Hauser. Abgebildet wird eine durch Hasenleim strukturierte Leinwand, die auf den ersten Blick leer wirkt. Erst bei genauerer Betrachtung nimmt man feine Farbstiftstrukturen wahr, die sich netzartig über die gesamte Fläche ziehen. Es scheint, als ob die Künstlerin die malerische Gestaltung aus der Leinwand selbst herausholt.Gerade diese poetische Stille und Ruhe zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich, die Typografie nimmt darauf Rücksicht und überlässt der zartgliedrigen Struktur den zentralen Mittelraum.

3.PREIS (1.000 Euro und Affiche für 14 Tage/100 Plakate)
KLEINES THEATER
GRAFIK-DESIGN: FLORIAN NÖRL (MN Management)
Sujet: „BILLI JEAN“

Jurybegründung (Text Eva Möseneder):
„Billy Jean“, jeder kennt den Titel des Songs von Michael Jackson. Auf dem Plakat des Kleinen Theaters verwandelt sich Billy Jean (im Gegensatz zum Song) von „Not my Lover“ zum „ Ned mei Bua„ selbst. Dieser Billy Jean, der sich hier in Form einer linearen Tuschepinselzeichnung präsentiert, lächelt uns verschmitzt grinsend und wohlbeleibt entgegen. Der grafische Reiz dieses Plakates des kleinen Theaters besteht in seiner durchgehend handschriftlichen, beziehungsweise zeichnerischen Gestaltung. Besonders gelungen ist hierbei, dass sich der Künstler Florian Nörl unterschiedlichster Handschriften bedient, und sie bewusst so vielfältig wie möglich einsetzt. Sogar der Veranstalter fügt sich selbst und den Veranstaltungsort handschriftlich direkt ein, und trägt dadurch zu dem freien und lockeren Gesamtbild bei, dass uns einen heiteren und ungezwungene Liederabend verspricht.

PREIS FÜR DAS BESTE GROSSFORMAT (Affiche für 28 Tage/5 Ganzsäulen)
LANDESTHEATER SALZBURG
GRAFIK-DESIGN: LANDESTHEATER SALZBURG
Sujet: „LULU März 2017/ GESUALDO Oktober 2016“

Jurybegründung (Text Eva Möseneder):
Fast lebensgroß treten uns die Akteure der Produktionen des Salzburger Landestheater entgegen. Klar setzen sie sich vom weißen Hintergrund ab, nur leichte Schatten definieren diesen als Raum. Inhaltlich werden in den Plakatgestaltungen  Sexualität (Lulu) und das Machtverhältnis der Geschlechter (Gesualdo) thematisiert. So wird Lulu mit ihrer eigenen übermächtigen Sexualität konfrontiert, während bei Gesualdo die Frauen als überlegene Siegerinnen in dramatischen Posen über die Männer gezeigt werden. Auch in der Farbigkeit der schwarzen bzw. weißen Kleidung werden Assoziationen von Ying &Yang geweckt. Das Salzburger Landestheater setzt bei seinen Plakatgestaltungen auf das Bild der Schauspieler/innen selbst, signifikante Szenen und Konstellationen der Produktionen werden fotografisch inszeniert und in einem klar definierten typografische Rahmen  präsentiert und sollen dadurch Lust zum Besuch des Landestheaters wecken.

PREIS für das BESTE SERIE Corporate Design (Affiche für 14 Tage/200 Plakate)
VEREIN DISPOSED
GRAFIK-DESIGN: NANA S. FIEDLER; KILIAN BOCHNIG
Sujet: “KABI’NET“

Jurybegründung (Text Eva Möseneder):
„disposed“schöpft aus den Atmosphären des Vergangenen im Leerstand, um dort Raum für Zukünftiges zu schaffen.“ so eine Selbstdefinition des Salzburger Vereins. Im Salzburger  Kunstverein fand „disposed“ diesen Frei-Raum für Ideen. Als Teil dieses prozesshaften Gesamtkunstwerks präsentiert sich diese preiswürdige Plakatserie. Streng in glänzendem Schwarz -Weiss gehalten, wird hier konsequent die Grundidee der offenen Nutzung von Raum  durch ein Koordinatensystem zitiert. In diese  einfache und klare Definition von Dreidimensionalität wird entlang Achsen die Typografie gesetzt und verstärkt dadurch dieSuggestion von Raum. Im unteren Teil der Plakate werden unterschiedlichste Konfigurationen von Kuben gezeigt, die sich bei genauerer Betrachtung auch immer wieder als optische Täuschung präsentieren. Gelungen wird in dieser Plakatserie das Hauptanliegen des Vereins „disposed“, die Schaffung von Frei -Räumen, sinnbildlich in Szene gesetzt.

Stand: 29.9.2017, Barbara Köstler-Schruf