Hintergrundbild
Kultur
 
Film
Digitale Medien
Medienkunst
Film / Digitale Medien / Medienkunst

Filmnachwuchspreis Simon S. 2018 für „Remapping the Origins“ von Johannes Gierlinger

Bild vergrößernSalzburger Filmnachwuchspreis Simon S.; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg

Salzburger Filmnachwuchspreis Simon S.; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg

Bild vergrößernGruppenbild mit  Gewinner*innen; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / A. Hoerner

Gruppenbild mit Gewinner*innen; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / A. Hoerner

Viel Applaus und Publikum gestern, Montag, 10.12. im Salzburger Filmkulturzentrum Das Kino. Die Kulturabteilung der Stadt hatte zur Verleihung des biennalen Filmnachwuchspreises „Simon S.“ eingeladen, vergab Preisskulptur und Prämien und präsentierte die drei ausgezeichneten Filmwerke aus insgesamt 12 Einreichungen.

Preise für differenzierte filmische Erzählweisen:

Sieger im Rennen um den „Simon S.“ 2018 wurde der Essay-Film „Remapping the Origins“ von Johannes Gierlinger. In 43 Minuten entwirft er das vielschichtige Panorama einer polnischen Stadt, wo sich Erinnerung zu einer Form des Widerstandes entfaltet. „Ein polyphones Filmpuzzle, in dem er aktuelle politische Strömungen aufzeichnet und gesellschaftliche Fragen aufwirft.“, so die Fachjury – Martin Hasenöhrl (Film- und TV-Regisseur), Antoinette Zwirchmayr (Filmemacherin) und Wolfgang Steininger (GF Moviemento und Top Kino Linz).
Und weiter: „Die Besonderheit dieses Werks liegt in der Verwebung von ungewöhnlichen, beschwörenden Bilden und reflektierenden Satzfolgen. Durch das Aussparen von Bedeutungshoheit gelingt es, dass verschiedene ideologische Diskurse, Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander existieren können. Als Zuseher*in wird man schnell in den Sog des Films hineingezogen, der Wogen der Begeisterung aufbranden lässt.“ Dotiert ist der Hauptpreis mit 5.000 Euro und der Trophäe des „Simon“.

Über den zweiten Preis, dotiert mit 3.000 Euro, für das Doku-Drama „La Famille“ freuten sich Kerstin Glachs und ihr Team. Die familiäre Spurensuche einer jungen Frau entwickelt sich in dem 36-Minuten-Film zu einem berührenden dokumentarischen Familienportrait, beginnend mit einer aussichtslosen Liebe im 1. Weltkrieg, über ein Jahrhundert hinweg. Die Zusammenführung der deutschen und französischen Familie sei ein schönes Beispiel für die Überwindung von nationalen Grenzen, hebt die Jury hervor, „die der Film durch die Auflösung von Genregrenzen, und durch die gelungene Ergänzung der Dokumentation durch historische Spielfilmsequenzen, auch formal verfolgt.“

Mit dem dritten Preis, dotiert mit 2.000 Euro, wurde der Kurzfilm „Die Hochzeit“ von Sebastian Mayr ausgezeichnet. Mark ist Anfang 30, Studienabbrecher, erfolgloser Fotograf und Single. Auf dem Hochzeitsfest seiner Schwester kommt es zu unangenehmen Begegnungen mit alten Freunden und der eigenen Familie: „Und, was treibst du so?“
„Visuell überzeugend, mit viel Humor und geschickt konstruierten Dialogen erzählt Sebastian Mayr von einer Gesellschaft, in der Statussymbole wichtiger sind als Gefühle. Er erweist sich dabei als genauer Beobachter von sozialen Rollen – und dem Ausbruch aus ihrem Korsett. Ein erstklassig besetzter Ensemblefilm.“, so die Jury.

Die Film- und Medienförderung zählt zu den Schwerpunkten im Kulturentwicklungsplan der Stadt Salzburg. Im Bereich Film konzentriert sich die Subventionsvergabe auf Startförderungen für Filmprojekte, Zuschüsse für Drehbuch- und Projektentwicklungen, Postproduktion und Verwertungen.

„Dabei liegt uns die junge Film-Generation besonders am Herzen.“, betonte Kulturressortchef Vize-Bürgermeister Bernhard Auinger gestern bei der Verleihung des 4. Filmnachwuchspreises Simon S. „Salzburger Filmschaffende agieren international, ihre Filme beinhalten unterschiedlichste Themen und stehen für einen gesellschaftlichen Diskurs, der der Stadt ein weiteres, modernes kulturelles Profil, nämlich das der Filmnachwuchsstadt Österreichs gibt.“

Die nächste Ausschreibung für den 5. Simon S. gibt´s wieder 2020.

Stand: 11.12.2018, Martina Greil