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Hochwasser 6 2013

Hochwasser, 2.6.2013

Bild vergrößern1.6.2013 durchgehende Regenfälle; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

1.6.2013 durchgehende Regenfälle; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernHochwasser 2013 Makartsteg; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Hochwasser 2013 Makartsteg; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernSandsäcke werden aufgereiht; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Sandsäcke werden aufgereiht; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Nach tagelangen durchgehenden Regenfällen hatte sich die Situation in der Stadt Salzburg in der Nacht auf den 2.6.2013 zugespitzt.

Vier Fußgängerstege mussten in Stadt Salzburg gesperrt werden
Alle Schutzelemente wurden aufgebaut
Der Katastrophenstab tagte die durchgehend

Es musste in der Stadt Salzburg aufgrund der Hochwasser-Situation kein Katastrophenalarm ausgerufen werden. Die Stadt war aber vorbereitet.

Wegen des Hochwassers mussten in der Stadt Salzburg der Wilhelm-Kaufmann-Steg, der Überfuhrsteg, der Makartsteg und der Mozartsteg gesperrt werden. Der Einsatzstab tagte ab sofort durchgehend. Die Situation wurde bereits im Vorfeld kritisch eingeschätzt, da die Regenfälle bereits tagelang und permanent andauerten. Alle Schutzelemente entlang der Salzach wurden aufgerichtet - Sandsäcke an strategischen Stellen ausgelegt.

Zu örtlichen Ausuferungen von Bächen ist es insbesondere rund um den Gaisberg gekommen. Söllheimer Bach, Alterbach, Gersbach, Felberbach sowie kleinere Bäche sind über ihre Ufer getreten. Bereits in der Nacht auf 2.6. gab es mehr als 200 Einsätze der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren. Zahlreiche Keller wurden überflutet.

Die Fünfte Brücke, die Lehener Brücke musste am 2.6. vormittags von der Berufsfeuerwehr für den Individualverkehr gesperrt werden, nachdem die Salzach bereits einen Pegel von 8,30 m erreicht hatte! An den Rändern war sie bereits von den Wassermassen zugestaut. Nur mehr der Öffentliche Verkehr und Einsatzfahrzeuge durften passieren.

Die „Jahrhundert“-Marke von 8,35 m im Jahr 2002 wurde überschritten
Stadt auf 
einen 8,85 m Pegelstand vorbereitet
Die Hydrologen haben noch mit einem weiteren Anstieg auf 8,50 m oder sogar mehr gerechnet, der dann auch tatsächlich nach wenigen Stunden erreicht wurde. Das bedeutete, dass die „Jahrhundert“-Marke von 8,35 m aus dem Jahr 2002  bereits überschritten wurde. Dank ihrer Hochwasser-Schutzbauten ist die Stadt auf ein hundertjährliches Ereignis plus 50 cm vorbereitet. Das sind 8,85 m Pegelstand - erreicht wurde nunmehr  8,50 m.

Pegelstand am 2.6. 2013: 8,50 m
Am frühen Nachmittag vom 2.6. gab Branddirektor Eduard Schnöll dem Einsatzstab der Stadt Salzburg einen aktuellen Lagebericht. Laut Schnöll stand die Salzach zu Mittag bei einem Pegelstand von 8,50 m. Als kritisch wurde die Situation durch kleinflächige Ausuferungen im Bereich der Strubergasse und an der Uferstraße gewertet. Nach Vorhersagen des Wetterdienstes sollte allerdings die Intensität der Regenfälle am Nachmittag zurück gehen und über Nacht weniger werden. Auch die Schneefallgrenze sollte sinken, was sich dann auch positiv auf die Lage in der Stadt Salzburg auswirkte.

Bis in die Morgenstunden des 3.6. wurden von je 100 Männer der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr 220 Einsätze durchgeführt. 150 Einsätze waren noch im Gange. Alle Pumpen waren vor Ort. Die Feuerwehren hatten alle 23 mobilen Hochwasser-Sperren aufgebaut. Der zusätzliche Schutz hatte sich bestens bewährt.

Grenzbrücke nach Freilassing über die Saalach
Auch die Grenzbrücke nach Freilassing über die Saalach musste schließlich gesperrt werden. Dies wurde von den deutschen Behörden veranlasst.
Die Saalachstraße wurde weggerissen
Dramatische Situation an der Saalachstraße: das Hochwasser zwischen der Grenzbrücke Freilassing und der Red Bull Academy hatte die Uferböschung massiv ausgekolkt. Wie Roman Kloiber von der städtischen Wasserrechtsbehörde berichtete, waren  rund 200 m Straße an der Rechten Saalachzeile weggerissen. Das Problem: Unter der Straße befinden sich eine Hochdruck-Hauptgasleitung, die die Versorgung bis in den Pinzgau sicherstellt, sowie ein Hauptkanalsammler des Reinhalteverbandes.

Es bestand die Gefahr, dass die Leitungen brechen. Techniker konnten am frühen Nachmittag - und gesichert von der Berufsfeuerwehr – zu den Leitungen hinunter gelassen werden. Für Anrainer bestand keine Gefahr. Schließlich konnte die Hauptgasleitung von Mitarbeitern der Salzburg AG gesichert und an der Böschung bzw. an Bäumen verankert werden. Das gefährdete Teilstück wurde für weitere Untersuchungen vorübergehend stillgelegt. Am ebenfalls hier befindlichen Hauptsammelkanal des Reinhalteverbandes wurden zum Glück keine größeren Schäden festgestellt.

Am 3.6. konnten bereits alle Brücken und Fußgängerstege wieder geöffnet werden
Rund 150 MitarbeiterInnen des Straßen- und Brückenamtes waren mit der Feststellung und Absicherung potentieller Gefahrenstellen (Straßenunterspülungen etc.) beschäftigt. Nun galt es die Schäden festzustellen und zu beseitigen.

Noch Fragen?

Stand: 20.1.2017, Richilde Haybäck