Lajos Adamik - Stefan Zweig Stipendiatin 2011

2011 war der ungarische Schriftsteller, Übersetzer und Kulturmanager Lajos Adamik aus Budapest zu Gast in Salzburg.  Adamik hat eine Vielzahl literarischer Texte aus dem Deutschen übersetzt, darunter von Arno Schmidt „Die Gelehrtenrepublik“ und „Der sanfte Unmensch“, Stefan Zweigs „Briefe an Freunde“, „Morbus Kitahara“ von Christoph Ransmayr, „New York, New York“ von Marlene Streeruwitz, Eschenbachs „Parzival“, „Kurzprosa“ von Ödön von Horvath, die „Deutschen Sagen“ sowie die „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm, den Gedichtband „Gestundete Zeit“ von Ingeborg Bachmann, „Letzte Gedichte“ von Ernst Jandl, „Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel“ von Herta Müller, „Der Geruch des Glücks“ von Robert Menasse und Werke von und über Thomas Bernhard („Verstörung“, „Meine Preise“, „Thomas Bernhard und seine Lebensmenschen“, herausgegeben von M. Huber, M. Mittermayer & P. Karlhuber).

Einen Schwerpunkt in Adamiks Tätigkeit bildet außerdem die Übersetzung von kunsthistorischen und kunsttheoretischen Texten. U.a. hat er Reinhard Steiners Band „Egon Schiele“, Gottfried Benns „Das moderne Ich“, „Briefe“ von Rimbaud, „Essay“s von Hermann Nitsch, „Nach uns die Malflut! Theoretische Poesien.“ von Günter Brus und Daniel Spoerris „Werke 1960-2001“ ins Ungarische übersetzt. Unter dem Titel „premier roman“ (2001-2006) hat sich Lajos Adamik nicht zuletzt für die Verbreitung von österreichischen Debütromanen in Ungarn eingesetzt, Auszüge übersetzt und publiziert, an der Präsentation im Rahmen des Internationalen Budapester Buchfestivals und an einer gemeinsamen Lesung im Goethe-Institut Budapest mitgewirkt.

Seinen Aufenthalt bis Ende Juni in Salzburg nutzt der Übersetzer nicht zuletzt dazu, in Hinsicht auf eine geplante Stefan-Zweig-Tagung in Budapest 2012 Kontakte zu Lehrenden an der Germanistik zu pflegen und neu zu knüpfen. Außerdem hat er sich ausführlich mit den Salzburger Autoren Walter Kappacher und Karl Markus Gauß getroffen, deren Werke Adamik übersetzen möchte, um sie auch in Ungarn bekannt zu machen. Von Karl Markus Gauß hat er bereits einige Texte in Ungarische übersetzt.

Zur Person

Portraitfoto von Lajos Adamik in schwarz-weiß
Lajos Adamik 2011

Geboren 1958 in Budapest, besuchte dort das Gymnasium, studierte ab 1978 die Fächer Deutsch, Russisch und Sprachwissenschaft.
Von 1987 bis 1991 Lektor im Helikon Verlag, anschließend bis 1995 Mitarbeiter im Atlantisz Verlag.
Seit 1995 lebt und arbeitet Adamik als freier Übersetzer in Budapest,
seit 2003 ist er Mitglied im internationalen Beirat der Thomas-Bernhard-Privatstiftung.

Für seine überaus anerkannten Übertragungen wurde Lajos Adamik vielfach ausgezeichnet, u.a. mit der Übersetzerprämie des BMUKK (A, 2001), mit der Einladung der Stiftung Pro Helvetia zum Literaturfestival Leukerbad (CH, 2004), dem Wien-Stipendium der Österreichischen Gesellschaft für Literatur (A, 2004), mit dem Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin (D, 2005) und mit Stipendien der Thomas-Bernhard-Privatstiftung für Aufenthalte in Gmunden (A, 2005-2008).

Aktuell ist Adamik mit der Übersetzung von Adalbert Stifters „Der Nachsommer“ (gefördert mit einem Stipendium der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und der Stadt Linz 2008) und mit der Neuübersetzung von Thomas Bernhards „Auslöschung“ beschäftigt.