Energieeffizienz

Effizienzverbesserung aller Potentiale in der Stadt Salzburg

Im Rahmen ihrer Klima- und Energiepolitik bis 2030 verfolgt die EU drei Hauptziele:

  • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % (gegenüber dem Stand von 1990)
  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energiequellen auf mindestens 27 %
  • Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 27 %
     

Ohne massive Steigerung der Effizienz unserer Energieverbrauchseinrichtungen werden wir die gemeinsam beschlossenen Klima- und Energieziele bis 2050 nicht erreichen können.
Die Stadt Salzburg bemüht sich schon seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts ihre eigenen Anlagen und Einrichtungen möglichst energieeffizient zu errichten und betreiben.
Im Rahmen der Smart City Salzburg wird nun eine Effizienzverbesserung aller Potentiale in der Stadt angestrebt um die gemeinsam erarbeiteten Ziele für eine lebenswerte Stadt Salzburg zu sichern.

Energie Kontrollsystem

Die Stadt Salzburg hat seit 1992 nachhaltige Energielösungen und Umweltschutz als Hauptziele für die Gebäudeverwaltung festgelegt.
Seit 1999 werden diese Ziele mit dem Energie Kontroll System bei allen Baumassnahmen der Stadt Salzburg umgesetzt. Mit der umfassenden Überwachung können schnell hohe Energieverbräuche lokalisiert und optimale Sanierungsmaßnahmen geplant und umgesetzt werden. Jährliche Einsparungen von rund 560.000 € konnten so erzielt werden.

Aufbauend auf die Zielsetzung einer nachhaltigen Reduzierung des Energieverbrauches wurde unter dem Titel EnergieKontrollSystem ein 3 – Säulen – Modell erarbeitet, nach dem sämtliche energierelevanten Maßnahmen der Stadt Salzburg bewertet werden. Die erforderlichen Schritte zur Umsetzung der einzelnen Säulen werden schon bei der Projektierung der Baumassnahmen berücksichtigt.

Steigende Energiepreisentwicklungen, ständig ansteigende CO2 Emissionen sowie Klimaerwärmung erfordern aktives Handeln und neue Konzepte um eine Trendwende in der Energieversorgung herbeizuführen.
Mit dem Masterplan smart city salzburg schlägt die Stadt neue Wege ein den Bereich Energie- und Klimaschutz zu optimieren.

Digitales Überwachungsnetz zur Kontrolle

Zur Kontrolle und Bewertung sämtlicher Maßnahmen und zur Optimierung der Energiebuchhaltung wurde ein Energie Kontroll System als zentrales „Herzstück“ des Gesamtprogramms beschlossen und beauftragt.
Fast 250 Gebäude und Einrichtungen – vom Kindergarten über die Amtsgebäude bis hin zu Schulen, Eisarena, Freibäder u.v.m. – an das digitale Überwachungsnetz angeschlossen. Mehr als 90 % des Energiebedarfs werden beobachtet. Dafür sind mehr als 1.800 Zähler für Strom, Gas, Öl und Wasser via Modems mit der zentralen Datenbank verbunden.

Mit Hilfe einer speziellen Software werden Energieverbräuche registriert, im 15-Minuten-Takt kontrolliert und können bei Auffälligkeiten schnell gestoppt werden. Ergebnis: Rund 450.000 € Ersparnis pro Jahr! Zur weiteren Entlastung der Umwelt werden alternative Energiequellen – Photovoltaik, Luft-Wärme-Tauscher, Sonnenenergie, Abwärme etc. – genutzt.
Das Ziel: Minus 30 Prozent Wärme und minus zehn Prozent Strom.

Energie und Kosten sparen
Innovative Finanzierungsformen wie zum Beispiel Intracting ermöglichen es, Investitionen in gekonntes Energiemanagement sofort zu leisten. Die Kosten für hochmoderne Produkte und Systeme werden mit dem Geld, das sich die Stadt bei den Energiekosten spart, nach und nach beglichen. Nach einigen Jahren hat sich die Investition für die Stadt amortisiert.

Weitere Funktionen des Systems sind zentrale Betriebszeitenvorgaben (Ferien- und Feiertagsprogramme), zentrale Alarmmeldungserfassung und alle Auswertungen für Energiebuchhaltung, Energiestatistiken und für den gesamten Bereich der Motivationsarbeit. Die einlangenden Daten werden von EKS automatisch mit den Vorgaben verglichen und  Energieverbrauchsabweichungen werden auf einer Energieampel signalisiert. Damit können allfällige Ursachen für einen erhöhten Energieverbrauch kurzfristig behoben werden.

Übrigens: Bis 2025 will die Stadt Salzburg ihren ehrgeizigen Masterplan zur „Smart City“ verwirklicht haben.

Energieverbrauchsentwicklung bei der Beheizung der städtischen Gebäude

Die Energieverbrauchsentwicklung bei den städtischen Gebäuden im Zeitraum 1998 bis 2016, ausgewertet mit den Daten aus dem EnergieKontrollSystem und Verbrauchszahlen aus den Energieabrechnungen zeigt, dass die Maßnahmenprogramme, die im Rahmen des EnergieKontrollSytems eingeführt wurden, eine stetige Verbrauchssenkung bei den städtischen Gebäuden bewirken.

Innovationsprüfung

Bei sämtlichen städtischen Bauvorhaben im Gebäudebereich und in anderen energierelevanten Bereichen wie Straßenbeleuchtung etc. wird bei Neubauten, bei Generalsanierungen und bei Instandhaltungen der Einsatz modernster Techniken zur Energieeffizienzsteigerung und die zwingende Überprüfung der Möglichkeit einer Nutzung von Alternativenergien durchgeführt. Bei externer Vergabe dieser Leistungen wird durch geeignete Vorgaben die Umsetzung dieser Standards verlangt und kontrolliert. Durch die konsequente Umsetzung dieses Innovations-Programms in den letzten Jahren konnten viele Energie - Spar - Projekte realisiert werden.

  • Altholzverwertung mittels Hackschnitzel-Contracting
  • Fernwärmeoffensive und Fernwärmeumstellung Dampf - Heisswasser
  • Photovoltaik – Anlage Kongresshaus (460 m² CIS-Dünnschicht-Module)
  • Eisspeicher und Schlitzwandkollektor Kongresshaus
  • Wärmepumpe mit Energiepfählen in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung im Kindergarten Leopoldskron Moos
  • Kontrollierte Raumlüftung im Kinderhort Taxham
  • Alternative Energieversorgung Kindergarten Gebirgsjägerplatz durch Anbindung an die teilsolare Wärmeversorgung der angrenzenden Wohnbebauung
  • Alternative Energieversorgung Kindergarten Sam am Alterbach durch Anbindung an die alternative Wärmeversorgung(Biomasseheizung mit Aktivsolaranlage) der angrenzenden Wohnbebauung
  • Kesseltausch und Umrüstung auf Brennwerttechnik in über 30 Heizungsanlagen
  • Regelungserneuerung (DDC-Technik) in über 100 Heizungs- und Lüftungsanlagen
  • Einbau von Energiesparleuchten und außenlicht- bzw. präsenzabhängigen Lichtmanagementanlagen in vielen öffentlichen Gebäuden
  • Konsequente Leuchten- und Lampenerneuerung und Einbau von Spannungsabsenkanlagen sowie Leuchtenmanagementanlagen in der Straßenbeleuchtung

Bereits seit 1998 wird in der Stadt Salzburg auf Sonnenenergie gesetzt.

Energiemanagement

Hightech im Kampf gegen Energieverschwendung
Energiemanagement in Zahlen:
1,5 Mio Euro Errichtungskosten anno 1999
450.000 Euro jährliche Ersparnis seither
250 Gebäude und Einrichtungen erfasst
1.800 Zähler-Stationen
30 % weniger Wärme,
10 % weniger Strom als Ziel

Die Stadt Salzburg tauscht bis 2015 rund 3.100 veraltete Quecksilberdampflampen der öffentlichen Straßenbeleuchtung aus. 1.800 Zähler überwachen per Computer den Verbrauch in 120 öffentlichen Gebäuden. Sie schlagen Alarm, wenn es leckt. Mit diesen Vorleistungen sind bereits die Schienen für die weitere Entwicklung hin zu einer „smart city salzburg“ gelegt.

Verantwortungsvolles Energiemanagement wichtiger denn je für Umweltschutz und Budget: Energiekontrollsystem spart der Stadt Salzburg 450.000 Euro pro Jahr
„Nicht nur in der Nutzung von Solarenergie nimmt die Stadt Salzburg eine Vorreiterrolle ein, durch das im Jahr 1999 eigens entwickelte und eingeführten Energiekontrollsystems (EKS), in dessen Aufbau rund 1,5 Millionen Euro investiert wurden, erspart sich die Stadt pro Jahr rund 450.000 Euro an Energiekosten“.

Zum Energiemanagement gehören:

  • Alle Maßnahmen der Energieversorgung und Energieeffizienzsteigerung für die städtischen Einrichtungen
  • Aufbau einer Energie- und Emissionsbuchhaltung ( EnergieKontrollSystem der Stadt Salzburg)

Energiebewusstsein

Die Motivation von Mitarbeitern, Gebäudenutzern, Betriebspersonal aber auch der Partner bei der Errichtung und Sanierung der städtischen Anlagen wie z.B. Architekten, Planungsbüros, ausführende Firmen ist wesentlicher Bestandteil des EnergieKontrollSystem Salzburg EKS.

Die Wettbewerbe für Neubauten der Stadt Salzburg werden in Form von kombinierten Architekten – Bauträger – Verfahren ausgelobt. Wesentlich ist das verbindliche Teamwork von Architekten, Bauträgern und Energiefachleuten schon im Wettbewerbsstadium. Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt je zu einem Drittel nach den Kriterien Architektur, Ökologie und Ökonomie.

Die Vergabe von Planungsleistungen erfolgt in Form von Verhandlungsverfahren. Wesentliche Kriterien für die Bestbieterfindung sind innovative Lösungsvorschläge, niedrige Folgekosten, bestmögliche Nutzung von Alternativenergieressourcen und nachhaltige Energieeinsparung.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Stadtpolitiker werden über die Energiesparprogramme durch eigene Präsentationen bei Club- und Fraktionssitzungen und in den entsprechenden Fachausschüssen (Bauausschuss, Klimaforum) vorinformiert. In diversen Arbeitskreisen beim Städtebund und anderen Städten werden die Ergebnisse und Erfahrungsberichte regelmäßig ausgetauscht.