Quelle: AustroCel Hallein

Baugemeinschaften - Smart City Leuchtturmprojekt

vom Experiment zum Regelfall

Viele Indizien sprechen dafür, dass Baugemeinschaften eine weiter wachsende Bedeutung erfahren. Insbesondere wird gemeinschaftliches Wohnen als Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen und Trends wie den demografischen Wandel, die Ausdifferenzierung von Lebensstilen und den Wunsch nach Einbettung in eine nachbarschaftliche Gemeinschaft gesehen. Neben professionellen Bauträgern, Investoren und Experten die solche Pläne entwickeln, muss in der Stadt Salzburg auch Raum für Eigeninitiativen geschaffen werden. Die Idee ist naheliegend: Privatleute schließen sich zusammen, um gemeinsam ihre Vorstellungen von Wohnen, Arbeiten und Leben in der Stadt zu verwirklichen. Die urbane Entwicklung kann durch diese Aktivitäten bewusst und bürgernah bereichert werden. Im deutschsprachigen Raum werden vielerorts die Potentiale für Raumplanung und Wohnungspolitik bereits erkannt. Sowohl Großstädte als auch Regionen setzen gezielt auf die ökologisch verträglichen, flächensparenden, sowie ökono¬misch sinnvollen Gemeinschaftsprojekte.
Die Universitätsstadt Tübingen beispielsweise ist mit knapp 90 000 Einwohnern etwas kleiner als Salzburg, setzt aber in der Stadtentwicklung seit bald zwei Jahrzenten gezielt auf Baugemeinschaften. Sie sind Schlüsselakteure der Tübingern Quartiersentwicklung. „Baugemeinschaften können viel: kostengünstiges Bauen genauso wie hochwertige Architektur, Altbau wie Neubau, Baulücken schließen wie Brachen entwickeln, kleinteiliges Nebeneinander genauso wie große Konzepte“, so der amtierende Baubürgermeister Cord Soehlke. Seit den ersten privaten Bauprojekten Mitte der 90er Jahre in den Tübinger Quartieren Loretto und französisches Viertel sind inzwischen bald 200 weitere realisierte Projekte hinzugekommen, drei weitere vielfältige und lebendige Quartiere mit hohem Lebens- und Identifikationswert sind entstanden.
Die Stadt Salzburg hat die Potentiale theoretisch auch schon lange erkannt. In Strategiepapieren wie beispielsweise dem Heft 34 der Stadtplanung „Perspektiven für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ aus dem Jahr 2008 wird einer von zehn Zielvereinbarungen den Baugruppen und Baugemeinschaften gewidmet. Diese sollten demnach als innerstädtische Alternative zum Eigenheim am Stadtrand oder im Umland von der Stadt beworben und gefördert werden.
Das SIR unterstützt die Stadt im Rahmen der Smart City Initiative, um dieses Ziel zu erreichen. Dafür sind drei Punkte wesentlich:

  • Information und Bewusstseinsbildung: Diese Wohnform wäre vermutlich für viele Menschen interessant, doch die meisten wissen noch nichts davon.
  • Schaffung von Rahmenbedingungen: Einige interessieren sich schon jetzt für Baugemeinschaften, doch Förderungen und Strukturen sind noch nicht darauf ausgelegt.
  • Umsetzung Pilotprojekt: Dafür ist Unterstützung von aktiven Gruppen wichtig, um den Weg für viele weitere zu Ebnen.

Das Wohnraumanngebot wird durch Baugemeinschaften jedenfalls bunter und die kommunale Identität von Grund auf gestärkt.