Quelle: Isochrom/Berger+Parkkinen Architekten

Paracelsus Bad- und Kurhaus - Smart City Leuchtturmprojekt

Städtebau

Das Projekt liegt in unmittelbarer Nähe zum Mirabellgarten. Die zum Park verschwenkte Geometrie des Badehauses nimmt Bezug auf die verschwundenen barocken Bastionsmauern und den zugeschütteten Wassergraben. Als Wiederhall der ehemaligen Stadtbefestigung und der bis heute erhaltenen Wasserbastei ist das Badehaus als begehbare Erweiterung des Kurgartens konzipiert.

Projektdetails

Die Nutzfläche von 11.860 m² teilt sich auf in ein öffentliches Kurhaus in den Sockelgeschoßen, einem darüber angeordneten Hallenbad, Gastronomie
und – als obersten Abschluss des Gebäudes – die Saunawelt mit Außenpool und Terrassen.
Ein zentraler, breiter Aufgang führt vom westlichen Haupteingang in fortlaufender Bewegung durch die 3 Sockelgeschosse und mündet in der großzügig angelegten Badeebene mit einer Gesamtbeckenfläche von 590m². Nach oben durch die sanften, wellenartigen Formen der Dachkonstruktion begrenzt,
öffnet sich diese Ebene umlaufend über ein durchgehendes Band aus großformatigen, geschosshohen Glaselementen zum einzigartigen Panorama auf die historische Altstadt. Die unterschiedlichen Raumhöhen unter streichen die Vielfalt der räumlichen und atmosphärischen Situationen. Zugleich wird über die Refl exionen des Lichtes in der Wellenuntersicht das Bild des Bades sicht- und erlebbar transportiert. Während die Gastronomie im 4.OG „im Bauch der Welle“ installiert ist, nutzt die Saunawelt die Konstruktion als Plattform und ist als zurückgesetzter Bereich im Dachgeschoß angelegt. In einer einzigartigen
Kombination von Uneinsehbarkeit und großem Panorama können die Gäste in Panoramasaunen, verglasten Ruheräumen und den Terrassenbereichen
des Außenpools die einzigartigen Ausblicke auf die Stadt und die umliegenden Berge genießen.

Energiekonzept

Effizienz auf höchstem Niveau

Neben modernster Bädertechnik ist auch das Energiekonzept des Projekts auf ein höchstes Maß an Effizienz und Einsatz erneuerbarer Energien ausgerichtet. So nutzt eine Wärmepumpenanlage gebäudeinterne Abwärmen bzw. den Restenergieinhalt der Fortluft aus den Lüftungsanlagen als Wärmequellen. Das Wärmeabgabesystem ist primär auf Niedertemperatur ausgelegt und wird aus der Tieftemperaturschiene des Kältemaschinenprozesses bedient.
Spitzenlasten werden über die Salzburger Fernwärme bereitgestellt. Die Kältebereitstellung bedient sich ebenfalls interner Verbraucher (u.a. der Beckenwassererwärmung) als Wärmesenken.
Im Kurbereich, den Büroräumen und der Gastronzone sind Kühldecken vorgesehen.
Alle Lüftungsanlagen sind mit Wärmerückgewinnung ausgestattet und auf optimale Betriebsbedingungen ausgelegt. So hat die Reduktion der Lüftungsenthalpieverluste, die den höchsten Anteil in der Energiebilanz eines Schwimmbades darstellen, oberste Priorität, neben optimalen Raumklima- und Feuchtebedingungen.
Die komplexe Regelung der Anlagen sowie die laufende Betriebsüberwachung erfolgen über eine zentrale, BUS-basierte Gebäudeleittechnik.
Auf dem Dach des Saunageschoßes wird eine Photovoltaikanlage mit rund 31 kWp errichtet.

Nachhaltigkeit

Als erstes Hallenbad in Österreich wird das Projekt einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse unterzogen. Der klimaaktiv Gebäudestandard des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) steht für Energieeffizienz, ökologische Qualität, Komfort und hohe Qualitätssicherung
in der Ausführung. Realisierte Objekte in Gold sind – ganz im Sinne der Smart City Strategie der Stadt Salzburg – Vorreiter im Bereich Klimaschutz und umfassender Energiewende.

Fakten

Paracelsusbad Salzburg
Auerspergstraße 2, 5020 Salzburg
 

Gebäudedaten:
Bruttogeschossfläche oberirdisch 10.973 m2
Nutzfläche oberirdisch: 8.874 m2
Nutzfläche unterirdisch: 3.007 m2
Bebaute Fläche: 2.120 m2

PKW-Stellplätze: 71
Grundstücksgröße: 5.072 m2

Wettbewerb: 2012
Planungsbeginn: 2015
Baubeginn: 2017
Fertigstellung: 2019

 

 

Bauherr:
Stadtgemeinde Salzburg
KKTB Kongreß, Kurhaus & Tourismusbetriebe der Stadt Salzburg
 
Bauherrenvertretung:
Stadt Salzburg Immobilien GmbH
 
Betreiber:
Tourismus Salzburg GmbH (TSG)
 
Architekten und Generalplaner:
Berger+Parkkinen Architekten ZT GmbH, Wien
 
Konsulenten:
Landschaftsarchitektur: idealice, Wien
Statik: BauCon ZT GmbH, Zell am See
TGA/Elektrotechnik: Technisches Büro Herbst GmbH, Salzburg
Bauphysik: Ingenieurbüro Rothbacher GmbH, Zell am See
Brandschutz: IBS-Technisches Büro GmbH, Linz
Fassadenkonsulent: MDE metal design engineering gmbh,
Vöcklabruck
Bäderplanung: sv.pf engineering GmbH, Leoben
klimaaktiv IBO GmbH, Wien