Quelle: Heimat Österreich

Quartierserneuerung ZeCaRe // - Smart City Leuchtturmprojekt

Zero Carbon Refurbishment – umfassende Modernisierungsmaßnahmen in Bestandsquartieren am Beispiel „Friedrich-Inhauser-Straße“

Projektzusammenfassung

Anhand der Wohnsiedlung Friedrich-Inhauser-Straße wird eine umfassende Bestandssanierung und Nachverdichtung von 74 auf 99 Wohneinheiten umgesetzt. Das in den 80er Jahren errichtete Quartier erhält außerdem ein innovatives Energie- sowie Mobilitätskonzept. Barrierefreie Gestaltung und ein umfassender sozialplanerischer Begleitprozess sind weitere wichtige Säulen des Projekts.

Die Wohnhausanlage Friedrich-Inhauser Straße der Heimat Österreich wurde im Jahr 1985 erbaut. Der energetische Zustand der Anlage ist dem Baujahr entsprechend schlecht. Fehlende Barrierefreiheit, schlechte Belichtung, geringer Schallschutz zur westseitigen Bahn und Sanierungsbedarf bei Balkonen, Dächern und Feuchteisolierung machen umfassende Modernisierungsmaßnahmen sinnvoll.

Übergeordnetes Ziel der umfassenden Sanierung ist es, den CO2-Ausstoß der Wohnanlage durch eine Vielzahl von Nachhaltigkeitskonzepten zu reduzieren: ein Energiekonzept mit Abwärmepumpe und Wärmerückgewinnung aus Abwasser, eine Reduzierung der PKW-Nutzung durch ein gezieltes Mobilitätskonzept sowie den Einsatz innovativer und ökologischer Baustoffe. Die Erreichung des Ziels unterstützt auch kommunale Nachverdichtungsbemühungen, die zur mittel- bis langfristigen Reduzierung des Flächenverbrauchs beitragen, und so nachhaltigen Städtebau fördern.

Methodische Vorgehensweise

Im Projektverlauf wurde ein hohes Augenmerk auf Prinzipien der Qualitätssicherung gelegt, die auch methodisch direkten Einfluss auf Planung, Optimierung und Durchführung haben. Noch vor Projektbeginn wurde eine Qualitätsvereinbarung verfasst und von allen Konsortialpartnern unterschrieben. Diese stellt eine transparente Zusammenarbeit auf Augenhöhe und die Einhaltung von grundsätzlichen (baulichen, sozialen, ökologischen) Qualitäten sicher.

Im laufenden Prozess wird außerdem eine Gebäudedeklaration nach dem klimaaktiv Gold Standard angestrebt. Ein weiteres Qualitätssicherungstool kommt mit der klimaaktiv Siedlungsbewertung ins Spiel, die Prozess- und inhaltliche Qualitäten auf der Siedlungsebene bestimmt und misst.

Erwartete Ergebnisse

Nach der Planung und Optimierung befindet sich das Projekt kurz vor Baubeginn. Sehr konkrete Ergebnisse können vor allem aus dem gelungenen sozialwissenschaftlichen Prozess der Absiedelung destilliert werden: Angestrebt wurde mit allen Mietparteien eine konsensuale Lösung, eine adäquate Wohnversorgung für die Dauer der Sanierung in einem Zwischenquartier und, wenn gewünscht, eine Rückzugsvereinbarung in das sanierte Objekt.

Die laufenden Optimierungen für die bauliche Umsetzung wurde für die Planungsphase mit dem klimaaktiv Gebäudestandard „Gold“ ausgezeichnet. Als Beispiel wird für den baulichen Aufbau der Außenwände eine ökologische Lösung mit Zellulose als Dämmmaterial geplant.

Für das Mobilitätskonzept wird ein so genannter Mobilitätspunkt inklusive Carsharing-Betrieb umgesetzt, wobei sich mittel- bis langfristig ein „offenes Modell“ (externer Anbieter des Mobilitätspunktes) angestrebt wird, bei dem der Mobilitätspunkt als Teil des ÖPNV agiert.

Projektkonsortium

  • Heimat Österreich - gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H.
  • StadtLandBerg - sozialwissenschaftliches Insitut für Projektentwicklung und Evaluation
  • FH Salzburg - Forschungsinstitut Smart Building und Smart City
  • Stadtgemeinde Salzburg
  • SIR - Salzburger Istitut & Raumordnung & Wohnen - (Koordination ZeCaRe II, Förderabwicklung etc.)