Schitourentage 2026 im Defreggental

vom 5.3. bis 8.3.2026

Teilnehmer: 10 Personen, davon 3 Damen

Nachdem die für Mitte Februar geplanten Schitourentage in den Wölzer Tauern aufgrund Schneemangels abgesagt werden mussten und die Niederschläge im Winter auch im Süden ungewöhnlich gering waren, haderten wir mit der Durchführbarkeit der zweiten geplanten Tourentage im Defreggental in Osttirol.

Letztendlich kamen positive Rückmeldungen von vor Ort und wir reisten guter Dinge in Richtung St. Jakob im Defreggental an. Unsere Unterkunft in Panoramalage oberhalb des Ortes bot alles, was man sich an authentischer Osttiroler Gastfreundschaft vorstellen kann.

Tag 1: Riegelkopf 2920m

Der erste Tag konnte mit einer frühlinghaften Schitour im Bereich des

Felbertauern Südportals gestartet werden. Zum Glück gab es Schnee ab dem Parkplatz und wir konnten ohne Tragestrecke mit angefellten Schiern aufsteigen. Nachdem wir zuerst in Richtung Hochgasser aufsteigen verlassen wir nach einigen hundert Höhenmetern diese Route ostwärts in Richtung Ammertaler Höhe. Der Riegelkopf, fast so hoch wie der bekanntere Hochgasser, wird seltener bestiegen, obwohl er bei lawinensicheren Verhältnissen eine ausgesprochen herrliche Schitourenmöglichkeit bietet.

Ohne große Orientierungsprobleme geht es Richtung Gipfelaufbau, der etwas mühsam und mit Achtsamkeit von allen Teilnehmern bewältigt wird.

Die Gipfelaussicht auf die Berge der Großvenedigergruppe ist grandios und wir genießen diesen schönen Frühlingstag.

Bei der Abfahrt gibt es traumhaften Firn und wir fahren durch die direkte und teils sehr steile Talroute zum Parkplatz zurück.

Tag 2: Kauschkahorn 2891 m

Dieser südseitig ausgerichtete Anstieg zu einem wunderbaren Aussichtsgipfel der Lasörlinggruppe liegt nördlich des Defreggentales und wird im Winter eher selten bestiegen.

Wir fahren nach einem ausgiebigen Frühstück bis ans Straßenende bei einer kleinen Jausenstation samt Bergbauernhof. Auch hier reicht der Schnee auf dem Almenweg bis zum Parkplatz und so können wir die Schier gleich anschnallen. Es geht eine ganze Zeit lang den Almenweg entlang bis über die Waldgrenze hinauf. Die freien steilen Hänge darüber sind teils mit Lawinenrechen verbaut durch welche wir schnell einen Weg finden. Dann gehts in eindrucksvollem Gelände und zuletzt sehr steil zum Gipfel.

Nach ausgiebiger Rast fahren wir in herrlichem Firn den Gipfelsteilhang ab und genießen die folgenden schönen und einfacher zu fahrenden Schihänge samt folgendem Almenweg retour zu den Autos.

Tag 3: Almerhorn 2985 m

Das Almerhorn ist der höchste Schiberg des Defreggentales und ist im oberen Bereich durchaus anspruchsvoll. Eine steile Rinne ist zu überwinden bevor der Gipfelgrat zum Gipfelkreuz des Fast - Dreitausenders führt.

Am Morgen starten wir am Stallersattel, Ausgangspunkt zu mehreren Schitouren im Süden des Tales. Zum Almerhorn geht es nordwärts und finden wir die Spuren und Markierungen eines Schitourenrennens vom vergangenen Wochenende. Diese Spuren enden jedoch auf halben Weg zum Gipfel.

Wir betrachten den Zustand der 40 Grad steilen Rinne zur Jägerscharte kritisch, da auch ein Lawinenkegel gut erkennbar ist. Nachdem der Schnee jedoch gut durchgefroren ist und durch die Sonneneinstrahlung nur oberflächlich aufweicht, entscheidet sich ein Teil der Gruppe den Aufstieg mit Pickel und Steigeisen zu wagen und erreichen ohne größere Probleme die Scharte. Der Aufstieg zum Gipfel auf der Nordseite des Berges ist einfaches Stapfen in schneebedecktem Blockgelände.

Überglücklich erreichen 8 Teilnehmer diesen eindrucksvollen Gipfel. Der Blick über die umliegenden Berge und auf den alles überragenden Hochgall ist überwältigend.   

Nach ausgiebiger Rast steigen wir zur Jägerscharte ab und schnallen kurz unter der Scharte unsere Schi an. Jeder Schwung muß nun sitzen bis das Geländen wieder flacher wird. Alle Teilnehmer sind excellente Schifahrer und so wird diese anspruchsvolle Abfahrt zum Genuß. Bei den Autos angekommen wird auf die schöne Tour angestoßen.

Tag 4: Innerrodelkunke 2730 m

Als Abschlusstour entscheiden wir uns für eine Tour südseitig des Defreggentals. Wieder vom Stallersattel aus steigen wir über gleichmäßige Hänge und Mulden in Richtung Gipfel auf. Die Lawinengefahr auf dieser Talseite ist deutlich höher als auf den sonnenbeschienenen Hängen unserer bisherigen Touren. Schnell wird uns klar, dass die übliche direkte Aufstiegsroute zum Gipfel aufgrund der einschätzbaren Lawinengefahr nicht möglich ist. Teils liegt hier noch pulvriger oder eingeblasener Schnee.

Der vorhandenen Spur folgend erreichen wir eine Scharte südlich des eigentlichen Gipfels. Zu Dritt steigen wir von Süden her auf den Gipfel und können auch die gut einschätzbare Gipfelflanke mit Schiern abfahren. Herrliche Pulverhänge folgen.

Fazit

Zufrieden mit den Eindrücken von 4 wunderbaren Schitourentagen treten wir nach einer kurzen Einkehr die Heimfahrt nach Salzburg an und sind als Schitourengruppe glücklich im Defreggental so schöne Touren gemacht zu haben.

Mein Dank an die Leistungen und Kameradschaft aller Teilnehmer
Euer Michael Handl
Stv. Obmann der Berg- und Schisektion