Festung Hohensalzburg

Salzburgs Wahrzeichen

Festung Hohensalzburg erstrallt im Sommer.
Festung im Sommer

Die Festung Hohensalzburg mag mit ihrer eindrucksvollen Fläche (ohne Außenwerke wie Katze, Sperrbögen etc.) von 32.000 m² und mit ihrem Bauvolumen von gut 100.000 m³ der Besucher*in heute als einheitliches monumentales Wehrbauwerk erscheinen.
Bei näherer Betrachtung löst sich dieses Bild aber in eine Vielzahl von Bauschritten mit einem oft recht unterschiedlichen Charakter auf. Diese fortschreitende Bautätigkeit war notwendig, weil die Burg in ihrer langen Geschichte vielfältigen Bedrohungen mit verschiedenen Waffen ausgesetzt war.
Es lohnt sich daher die Entwicklung der Burg in ihrer fast tausendjährigen Geschichte näher zu beleuchten.

Festung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert

Festung Hohensalzburg eingebettet in eine Winterlandschaft.
Festung im Winter

Nachdem Anfang Dezember 1800 während der Napoleonischen Kriege der letzte Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo aus Salzburg geflohen war, leistete die Stadt den kurz darauf einrückenden Franzosen keinen Widerstand, die Festung wurde kampflos übergeben. So blieb die Burg erhalten und musste - wie nicht etwa die Grazer Burg - nicht geschleift werden. Nur die damals vorhandenen Kanonen und andere Ausrüstung wurden zur Kriegsbeute. 

Die Festung diente danach noch bis 1860 als militärisches Bauwerk. Erst mit der Erfindung neuer mauerbrechenden Waffen wurde sie - gemeinsam mit allen anderen städtischen Befestigungen - von Franz Joseph I. als Festungsbauwerk aufgegeben. Bis 1883 wurde sie nun als Kaserne mit einem zugehörigen Depot genutzt.

Immer stärker bot sich in der Folge eine touristische Nutzung an.
Die Burg beherbergt heute verschiedene bemerkenswerte Sammlungen des Salzburg-Museums, sowie das Erzherzog-Rainer-Regimentsmuseum und das Marionetten-Museum. Es wird im Sommer auch als Ort für die jährliche von Oskar Kokoschka begründete Malerakademie genutzt, sowie für ein reiches Veranstaltungsprogramm, zu dem auch ein Mittelalterfest und einen Adventmarkt gehören. Nicht zuletzt finden im repräsentativen Großen Saal der Festung regelmäßige Kammermusikkonzerte statt. Die Festung Hohensalzburg ist wirklich sehenswert. Das bestätigen auch die über 1.000.000 Gäste, die jedes Jahr die Burg besuchen.

Aussichtskanzeln des Berges

Aussichtskanzeln auf der Festung

Einen besonders guten Rundblick auf die Stadt Salzburg und auf den umgebenden Grünraum ermöglicht der Reckturm der Festung, der tagsüber gerne im Rahmen von Führungen besichtigt wird.
Auf der Festung erlauben aber auch  die östlichen und südöstlichen Hasengrabenbasteien (1634) eine gute Fernsicht nach Nordwesten, nach Westen und nach Süden.
Die hoch aufragende Kuenburg-Bastei (1681) gewährt einen weiten Ausblick über die Altstadt und den Mönchsberg.
Die Ludwigs-Fernsicht, benannt nach dem Salzburg-Verehrer König Ludwig I., erbaut an der Stelle des einstigen Äußeren Schartentores ist nach Süden hin eine ebenfalls wichtige historische Aussichtsplattform.

Die romanische Burg

Am Beginn des Investiturstreites zwischen dem Kaiser und dem Papst um das Einsetzungsrecht von Bischöfen und Äbten begann im Jahr 1077 Erzbischof Gebhard mit dem Bau einer – wohl teilweise noch hölzernen - Wehranlage auf dem Festungsberg. Ein Jahr zuvor war die lange zu Salzburg gehörende Stadt Friesach von steirischen Truppen überfallen worden. Zur Sicherung des Landes ließ Gebhard daher rasch Befestigungen im Raum von Werfen, Friesach und Salzburg sowie im Raum des Passes Lueg errichten. Der begonnene Bau auf dem Festungsberg wurde unter den folgenden Erzbischöfen Berthold von Moosburg und Erzbischof Konrad von Abensberg weitergeführt.
Die romanische Burg besaß ursprünglich eine äußere zinnengekrönte Ringmauer mit langen geraden Mauerelementen, zu der noch keine Türme gehörten. Mit der äußeren Burgmauer des 12. und 13. Jahrhundert zeichnete sich dabei schon der Festungsring in seinem heutigen Umfang ab.
Als Baumaterial für das Mauerwerk wurde vor allem der anstehende Dolomit des Berges verwendet. Innerhalb des äußeren Burgringes wurde eine innere Ringmauer angelegt und in diese eingebunden ein großer Wohnturm errichtet, der später durch Ergänzungsbauten des Hohen Stockes vollständig überbaut werden sollte. Schon unter Eberhard von Regensberg wurde im Zug einer ersten Erweiterung repräsentative Räume angelegt und ausgestaltet. Der Festsaal wurde mit Fresken geschmückt, die in Resten erhalten sind. Am Nordrand der Zinnenmauer befand sich die kunstvoll gestaltete Burgkapelle.
Daneben bestanden auf der Burg verschiedene Stallungen, Scheunen und die Unterkünfte für Beamte und Handwerker.

Die gotische Burg

In spätgotischer Zeit ergab sich mit der Entwicklung der Feuerwaffen die Notwendigkeit die Burg weiter zu verstärken. In einer politisch sehr unruhigen Zeit mit ersten Bauernaufständen im „Innergebirg“, mit dem Krieg zwischen dem Kaiser und dem Ungarnkönig Corvinus sowie mit einer wachsenden Bedrohungen durch türkische Heere wurden weitere Verstärkungen der Burg notwendig.

Die umlaufenden Wehrgänge der Stadtmauer und der äußeren Ringmauer der Burg bekamen nun ein Dach und waren dabei leicht auskragend gestaltet. Erzbischof Burkhard von Weißpriach ließ im Jahr 1465 die äußere Ringmauer mit vier Rundtürmen (Trompeterturm, Glockenturm, Krautturm, Schmiedturm) verstärken. Bernhard von Rohr erhöhte um 1480 diese Ringmauer und sicherte die Burg nach Süden mit einer Geschützbastei und nach Osten zu mit dem Bau des Schlangenganges (Feldschlange=Kanone mit einem schlanken langen Rohr).

Ein Blick auf die Festung Hohensalzburg
Blick auf die Festung Hohensalzburg
Um 1500 vollendete Erzbischof Leonhard von Keutschach den Ausbau der spätgotischen Burg.
St. Georg Kapelle auf der Festung Hohensalzburg.
St. Georg Kapelle

An der äußeren Ringmauer errichtete er 1496/97 den Reckturm, den Hasenturm und den Geyerturm mit rechteckigen Grundrissen und verstärkte gleichzeitig den inneren Verteidigungsring durch und die innere Schlossbastei mit dem Kuchlturm und dem Scheibelter Turm. In den Jahren 1500-1502 erbaute er die Burgkirche und weihte sie zu Ehren des damals beliebten Schutzheiligen St. Georg. Zur besseren Versorgung der Burg ließ er den Reißzug ausbauen und sichern. Dieser Reißzug (das Wort leitet sich von „Reise-zug“ ab) ist heute die weltweit älteste erhaltene Standseilbahn. Auf seine Initiative wurde im Krautturm der Salzburger Stier errichtet, ein mit Hilfe einer großen hölzernen Walze (in der Art einer übergroßen Spieluhr) getriebenes Orgelwerk, das  historisch ebenfalls sehr bedeutsam ist. Es ist das weltweit älteste bestehende Orgel-Hornwerk.

Aus der Zeit Fürsterzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg stammen die beiden Nonnbergbasteien in ihrer ursprünglichen Zinnenkrone und die Zisterne im großen Burghof. Die Obere Nonnbergbastei wurde ein Jahr vor dem ersten Bauernaufstand mit der  Belagerung der Festung (5. Juli - 31. August 1525) durch aufständische Bauern und Bergmänner errichtet, die Untere ein Jahr nach diesem Aufstand.

Bemerkenswert ist an der Fassade der St. Georgskirche das kunstvolle marmorne Keutschacher-Denkmal, das im Relief den Erzbischof mit flankierenden Statuen zweier Diakone zeigt. Dieses Denkmal wurde im Jahr 1515 vom bedeutenden spätgotischen Bildhauer Hans Valkenauer gestaltet.

Fürstenzimmer
Fuerstenzimmer in der Festung Hohensalzburg
Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg

Erzbischof Leonhard von Keutschach ließ zudem den Hohen Stock mit hohem Aufwand zu einem modernen Wohnschloss ausbauen. Die repräsentativen Fürstenzimmer (Goldener  Saal, Schlafzimmer, Goldene Stube) gehören mit ihren kunstvollen Schnitzwerken und Steinmetzarbeiten zu den herausragenden Arbeiten gotischer Kunst im süddeutsch-österreichischen Raum.
Der Kachelofen der Goldenen Stube ist mit seinen zahlreichen filigranen Darstellungen das bedeutendste spätgotische Werk des heutigen Österreich.

Festung in der frühen Neuzeit

Während des Dreißigjährigen Krieges ließ Fürsterzbischof Paris Lodron die gesamte Stadt mit einem Ring neuer starker und weitläufiger Verteidigungsbauten schützen und baute die Stadt damit zu einer der bestgeschützten Städte Mitteleuropas aus. Zu diesem Ausbau gehörte auch die Umgestaltung der gotischen Burg in eine artilleriesichere neuzeitliche Festung, die den neuen Mörsern, Haubitzen und Kanonen standhalten konnten.

An der Außenseite der Burg wurden starke Geschützstellungen angebaut: Im Westen und Südwesten wurden 1633/34 die Obere und Untere Hasengrabenbastei sowie die Hasengrabentorbastei errichtet. Auch die Katze wurde  1635 zu einer hoch gelegenen Artilleriebastei. Mit der Errichtung der  beiden Schartentore und des Ersten Sperrbogens samt den zugehörigen Wehrmauern in den Jahren 1635 bis 1642 wurde das Vorwerk der Festung weiter gesichert. Im Osten wurden 1636 die Zinnenmauern der beiden Nonnbergbasteien zu hochgelegenen Geschützstellungen umgestaltet.

Der Hohe Stock büßte 1643 sein herrschaftlich hohes Dach ein, weil dieses zunehmend durch Kanonen gefährdet war, der Hohe Stock wurde nun mit einem gut geschützten Grabendach gedeckt. Gleichzeitig ließ Paris Lodron auf den Hasengrabenbasteien das Zeughaus mit dem kleinen Schwefelturm, Teile der Rosspforte und - am Ostrand des Hohen Stockes gelegen - das Schulhaus errichten. 

Die letzte große Baumaßnahme der frühen Neuzeit war im Jahr 1681 unter Fürsterzbischof Max Gandolf Kuenburg die Errichtung der 30 m hohen Kuenburgbastei mit ihren Kasematten, errichtet anstelle einer verfallenden alten Bastei.

Festung und ihre Sperrbögen

Die Festung Hohensalzburg ist mit weit über 1.000.000 BesucherInnen jährlich der mit Abstand meistbesuchte Ort Österreichs. 
BesucherInnen nehmen vom Kloster aus den abwechslungsreichen Weg auf die größte erhaltene Burg Mitteleuropas vorbei am „Nonnberger Hund“, einer romanischen Löwenskulptur, die einst als Grenzzeichen des inneren Klosterbezirkes diente. Die Burg beherbergt heute verschiedene bemerkenswerte Sammlungen des Salzburg-Museums, das Erzherzog-Rainer-Regimentsmuseum und Marionetten-Museum.

Der erste Sperrbogen der Festung Hohensalzburg wurde 1642 errichtet und bereits 40 Jahre später zu einem Gebäude mit Wohnfunktionen umgebaut. Nach der laufenden Revitalisierung durch das Bundesdenkmalamt wird es wieder diese Funktion erfüllen. Den Sperrbogen der Festung bildet am Hohen Weg der breite zweigeschossige Lodronbogen mit seinen Schießluken, erbaut unter Fürsterzbischof Paris Lodron im Dreißigjährigen Krieg.
Der zweite Sperrbogen - ein spätgotischer Torbau mit vier Geschoßen aus dem Jahr 1513 - nennt sich nach dem Erbauer Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach Keutschachbogen.
Der dritte Sperrbogen unmittelbar am Eingang zur Festung wird Bürgermeistertor genannt. Dieses Tor ließ im Jahr 1500 ebenfalls Leonhard Keutschach errichten.

Die mittelalterliche Burg 
Im Investiturstreit rangen Papst Gregor VII und König Heinrich IV um die Vorherrschaft im christlichen Europa. Der König erklärte Papst Gregor für unrechtmäßig, deutsche Fürsten und Kirchenherren - darunter der Salzburger Erzbischof Gebhard - wählten einen Gegenkönig. In dieser unruhigen Zeit musste der Salzburger Erzbischof mehrfach aus Salzburg fliehen. Damals wurden der Kern des Hohen Stockes und eine weitläufig umgebende Wehrmauer und eine kleinen Kapelle als älteste Teile der Festung errichtet.

Nach 1465 folgte in der Zeit der ersten Türkengefahr und eines erstarkten Bürgertums die zweite Ausbauphase. Armbrüste bildeten noch die vorherrschenden Waffen, die frühen Feuerwaffen machten aber damals schon eine Verstärkung der Wehranlage mit  hohen Wehrtürmen notwendig. Burghard von Weißpriach erbaute alle runden Außentürme der Burg: den Trompeterturm, den Krautturm, den Glockenturm und den Schmiedturm. Leonhard von Keutschach erweiterte die Burg wenig später grundlegend. Er erbaut Großteils mit annähend quadratischem Grundriss den Reckturm, den Hasenturm, den Geyerturm, den Scheibelterturm und den Kuchlturm. Auch baute er den Hohe Stock aus und errichtete die Georgskapelle. Matthäus Lang von Wellenburg ergänzte wenig später die Zinnenmauern der Nonnbergbasteien und den Bürgermeisterturm. 

Die frühneuzeitliche Festung 
Der maßgebliche Umbau der mittelalterlichen Burg zur neuzeitlichen Festung erfolgte während des dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1633 bis 1644 unter Fürsterzbischof Paris Lodron.
Die neuen starken Feuerwaffen erforderten grundlegend neue Verteidigungsanlagen. So entstanden die starken Vorwerke des Festungsbauwerkes wie die Hasengrabenbasteien, die Hasengrabentorbastei und die Katze mit den beiden Schartentoren im Westen (das Äußere Schartentor ist nicht erhalten) sowie die Nonnbergbasteien im Osten.

Die Festung Hohensalzburg am Festungsberg mitten in der Stadt
Festung Hohensalzburg am Festungsberg mitten in der Stadt