Quelle: Foto: Herman Seidl

Salzburger Künstler*innen des artists-in-residence program

Wer wurde mit welchen Konzepten ausgewählt und welche Eindrücke und Erfahrungen haben die ausgewählten Künstler*innen, die im Rahmen des AIR einen Auslandsarbeitsaufenthalt absolviert haben, mitgebracht.

AIR 2022

Für das Jahr 2022 hat die Abteilung Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg im Rahmen des artists-in-residence program AIR für Bildende Künstler*innen sechs Destinationen (Rovinj / Meran / Vantaa / Dresden / Halmstad / Budapest) ausgeschrieben. Da auch 2021 wieder Auslandsaufenthalte aufgrund der Corona Pandemie nicht angetreten werden konnten, haben wir den für 2020 und auf 2021 verschobenen ausgewählten Kunstschaffenden in Aussicht gestellt, diese Aufenthalte 2022 nachzuholen, was gerne angenommen wird – dies betrifft die beiden USA Aufenthalte.
Für die sechs ausgeschriebenen Auslandsaufenthalte im Rahmen des AIR 2022 haben sich 25 Künstler*innen (17 Frauen / 8 Männer) beworben. Eine Jury aus Mag.a Martina Greil /AIR Stadt Salzburg, Mag.a Gabriele Wagner / Bildende Kunst und Nikolaus Kohlberger / Bildende Kunst hat heuer die Auswahl erneut aufgrund der Pandemie amtsintern getroffen.

Langrehr Sigrid, Rovigno

Langrehr Sigrid; AIR Rovigno
Videostill der Arbeit "Spell" 2021

Die Künstlerin beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung immer wieder mit dem Thema des steigenden Meeresspiegels und den damit sich verändernden Küstenlandschaften. Ein Aufenthalt in Rovinj kann dieser Beschäftigung weitere Beobachtungen und Aufnahmen hinzufügen und soll in einer multimedialen Konzeption künstlerisch umgesetzt werden.

Pirker Stefanie, Meran

Pirker Stefanie, AIR Meran
Rinderversteigerung Maishofen Teil der Ausstellung: SalzburgBilder: Fotoarchive als Quelle zeitgenössischer Fotografie; Technik: Fotografie, 2020

Ausgehend von ihrer Beschäftigung mit historischem Bildmaterial und seiner Weiterinterpretation in der Gegenwart, hat die Jury das Projekt „Traubenkur von Meran“ – basierend auf einem satirischen Text aus den 1930iger Jahren überzeugt, der Künstlerin den Aufenthalt in Meran zuzusprechen. In Zusammenarbeit mit örtlichen Archiven und musealen Institutionen will sie Archivmaterial ausheben und mit ihrer eigenen fotografischen Arbeit in einen Kontext setzen.

Wienerroither Angelika, Vantaa

Angelika Wienerroither, AIR Vantaa
Briefwechsel (8), 2019, aus der Serie "Briefwechsel"(12-teilig), Silbergelatine-Print, Buchseiten, Text, Leinen, Schattenfuge, 20x30 cm.

Das Licht des Nordens ist Ausgangsbasis der Projekt-Konzeption der Künstlerin. Mit analoger sowie digitaler Fotografie, Zeichnung, Malerei und Text will sie versuchen, sich dem Übergang zwischen Tag und Nacht anzunähern. Die Künstlerin erforscht in ihren Arbeiten immer wieder das Zusammenleben von Menschen und wie diese ihre Realität und ihren Raum gestalten.

Graf Tina, Dresden

Tina Graf, AIR Dresden
„xxx/365‘“ aus einer 365-teiligen Serie, Linoleum Monotypie auf Japanpapier, 31 x 25,3 cm mit Schattenfuge, 2020/21, STUDIO TINA GRAF

Die Künstlerin hat sich in ihren bisherigen Arbeiten ein profundes Wissen und Kenntnis in der Druckgrafik erarbeitet. Nach der Arbeit an einer 365-teiligen Linolschnitt-Monotypien Serie wird sie die hervorragenden Möglichkeiten der Druckwerkstatt in Dresden nutzen, um ein neues Arbeitsprojekt zu beginnen und ihre druckgrafischen Kompetenzen weiter zu entwickeln.

Pill Leonhard, Halmstad

Leonhard Pill, AIR Halmstad
Adapt Resist - Ausstellungansicht

Im Rahmen der Residency will der Filmschaffende für Teil II seiner dreiteiligen Kurzfilmreihe Aspekte der Akkumulation und Addition, des Verschwimmens, Ineinanderfließens, der Auflösung und der Korrosion in Bilder und Klänge transferieren und in eine filmische immersive Erfahrung übersetzen. Neben der Kurzfilmreihe ist eine installative Arbeit in Form von drei Projektionen zum gleichen Zeitpunkt geplant.

Heigl Isabella, Budapest

Heigl Isabella, AIR Budapest
Mobilebanking 2021

Das Projekt „Mobile Banking“ soll in Budapest eine Sitzbank als mobiles Objekt neu interpretieren. Dabei wird die Sitzfläche zur Präsentationsfläche für Malerei als Legitimation der Poesie, zur Handlungsfläche für Aktion als Reaktion und zur Spielfläche für zweckfreies Tun. Diese performative Flächenerweiterung sieht die Künstlerin als eine Erweiterung des öffentlichen Raumes.

Castilla-Avila Agustin, Anderson Center_USA

(verschoben aus 2020)
Agustin Castilla-Avila, AIR Anderson Center_USA
"Still Life with Silence", graphische Komposition, 2007 – 2019

Das Arbeitskonzept des Künstlers vereint Musik und deren Visualisierung mittels Notations-grafik. Der Aufenthalt im Anderson Center, einer Künstler*innen Kolonie für Musik, Bildende Kunst und Literatur kann dem Künstler die Möglichkeit für einen gegenseitigen künstlerischen Austausch sowie eine interdisziplinäre Kooperationsmöglichkeit bieten.

Fisslthaler David, VCCA Virginia USA

(verschoben aus 2020)
voll gestellter Esstisch  Draufsicht
David Fisslthaler_AIR VCCA / USA
If The World Would Be Ten Persons Dining, C-Print auf Leinwand, 100 x 150 cm, Auflage 3+1, 2015

Der Künstler will den Aufenthalt nutzen, mittels multimedialer künstlerischer Installationen den Fokus auf soziale, ökologische und ökonomische Themenbereiche zu legen. Die temporäre Verortung in den USA bietet ausreichend Gelegenheit die amerikanische Gesellschaft und deren Entwicklung kritisch zu hinterfragen.