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Kapuzinerberg

Wehrbauten

Bild vergrößernFranziskischlössl; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Franziskischlössl; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Bild vergrößernHerbststimmung Kapuzinerberg; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Herbststimmung Kapuzinerberg; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Schon im 13. Jahrhundert stand auf dem Kapuzinerberg ein großer Wehrturm, der  Trompeterturm. Dieser breite romanische Wohnturm sicherte einst das sog. Ostertor nach Norden, das Steintor nach Süden und die Brücke über die Salzach. Diesen Wehrturm ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich zu einem Kloster ausbauen.

In den Jahren von 1629 bis 1632 sicherte Santino Solari im Auftrag von Paris Lodron den gesamten Berg mit neuen Verteidigungsbauten. Das Franziskischlössl auf der Kuppe des Berges bildete dabei den größten Wehrbau. Das dortige Sockelgeschoß mit ursprünglich allseitigen Schießluken wurde aus mächtigen Kalksteinquadern gefertigt. Fünfzig Jahre später wurde dem Wehrbau ein weiteres Stockwerk aufgesetzt und das Gebäude bis zum Ende des Fürsterzbistums als Jagdschloss genutzt. Heute dient dass Franziskischlössl mit seiner vorgelagerten hohen Bastei als Gasthaus.

Wehrmauer und ihre 14 kleine Wachtürmchen, früher „Gaffen“ oder „Auslug“
Besonders wichtig war zur Sicherung des Kapuzinerberges und der Rechten Altstadt die gut 1800 m lange Wehrmauer im Süden und Südosten des Berges. Auf skarpierten Felsen aufgesetzt, war sie mit vielen vorspringenden und rückspringenden Abschnitten wehrstrategisch gut ausgestaltet. An wichtigen vorragenden Eckpunkten der Wehrmauer finden sich 14 kleine Wachtürmchen, die früher „Gaffen“ oder „Auslug“ genannt wurden. 100 m unterhalb des Franziskischlössls befand sich früher ein gut geschütztes Ausfalltor in der Wehrmauer, das heute an der Innenseite eingeschüttet ist.

Die Kavaliere und Basteien
Östlich des Franziskischlössls ist die alte Lodronsche Verteidigungsmauer und die dortigen erhöhten Wehranlagen auf dem Grat des Fürberges nur in kleinen Resten erhalten. Einst führte die Wehrmauer vom Franziskischlössl zum Gnigler Kavalier, hinunter, einer Geschützplattform, die heute ein bekannter Aussichtsort  nach Osten ist. In fürsterzbischöflicher Zeit hatte dieser Kavalier die Aufgabe, den Talraum mit dem einstigen Wehrbau der Gnigler Schanze von oben zusätzlich zu sichern.

Die größte Geschützstellung auf der Nordseite des Kapuzinerberges ist - aus dem Kalkfels herausgeschlagen - der langgestreckte Obere Kavalier. Kleine Steintafeln erinnern dort an eine Stadtbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr in den Jahrzehnten nach 1900. Dieser Kavalier besteht aus zwei verschieden hoch gelegenen Teilen, die mit einer Steintreppe miteinander verbunden sind. Von dort führt ein Weg zum Unteren Kavalier, der seinerseits wieder mit einer aus dem Felsen herausgearbeiteten Treppe mit der Wachstube des einstigen Linzertores verbunden war. Die beiden Kavaliere im Norden des Kapuzinerberges haben heute wichtige Bedeutung als Aussichtsplattformen. Der Untere Kavalier dient zudem Kletterern als Übungsgelände.

Den nordwestlichen Eckpunkt der Verteidigungsanlage des Kapuzinerberges bildet die Felixpforte, die über einige aneinander gereihte Basteien mit der Hettwerbastei und den darüber liegenden Basteien des Kapuzinerklosters verbunden ist. Diese Plattformen sicherten von oben her den Raum der inneren Linzergasse und der inneren Steingasse samt dem Raum um das Platzl und die Stadtbrücke.

Dr. Reinhard Medicus

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Stand: 24.3.2017, Richilde Haybäck