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Frauen
Vergewaltigung verurteilen

Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt

Bild vergrößernFrauenbeauftragte Alexandra Schmidt; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Frauenbeauftragte Alexandra Schmidt; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Das Frauenbüro macht sich gegen sexuelle Belästigung stark, denn Belästigung in keiner Weise und unter keinen Umständen tolerabel.

Nach den Berichten von zahlreichen sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten, kommen nun immer mehr Berichte von Belästigungen zum Jahreswechsel in Salzburg ans Licht. Auch wenn diese aktuellen Vorfälle medial große Aufmerksamkeit erregen, ist sexuelle Belästigung von Frauen im Alltag keine Ausnahme: Drei Viertel aller erwachsenen Frauen sind schon einmal sexuell belästigt worden.

Gegen sexuelle Belästigung und unerwünschte Übergriffe ist das Frauenbüro der Stadt Salzburg seit 25 Jahren aktiv. „Das Wichtigste dabei: Frauen und Mädchen haben immer das Recht ‚NEIN‘ zu sagen und ihre Grenzen klar zu machen. Ziel ist es, dass sich alle Frauen und Mädchen in der Stadt Salzburg gut und sicher fühlen – in allen Lebenssituationen, egal ob privat oder beim Ausgehen. Wenn es aber zu Übergriffen kommt, ist es wichtig, dass Betroffene rasch Hilfe und Unterstützung finden“, sagt Alexandra Schmidt, Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg.

Zur Bekämpfung von sexuellen Übergriffen gibt es Maßnahmen auf mehreren Ebenen.
Der rechtliche Rahmen wurde wesentlich verbessert: Mit Jahresbeginn ist eine neue Strafrechts-Reform in Kraft getreten, die den Tatbestand der „Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“ unter Strafe stellt. Mit dieser Reform ist es gelungen, die Forderung „Ein ‚Nein‘ muss genügen“ – eine Kampagne und Petition unter Führung des Frauenbüros der Stadt Salzburg – rechtlich zu verankern.


Sicherheitstipps für Mädchen und Frauen: Broschüre für jene Situationen, in denen sich Frauen und Mädchen unwohl fühlen, bedroht werden oder Gewalt erfahren.

Kurse für Selbstverteidigung & gesellschaftliches Engagement gegen Gewalt an Frauen
Auf der Ebene der Selbstermächtigung und Stärkung von Frauen und Mädchen gibt es auch 2016 wieder Kurse und Workshops für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, auch vor Ort an den städtischen Neuen Mittelschulen und Hauptschulen, in Bewohnerservicestellen, und maßgeschneidert für die verschiedenen Altersgruppen.

112. Bundesgesetz: Strafrechtsänderungsgesetz 2015
140. Nach § 205 wird folgender § 205a samt Überschrift eingefügt:
"Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung
    § 205a. (1) Wer mit einer Person gegen deren Willen, unter Ausnützung einer Zwangslage oder nach vorangegangener Einschüchterung den Beischlaf oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung vornimmt, ist, wenn die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung mit strengerer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.
    (2) Ebenso ist zu bestrafen, wer eine Person auf die im Abs. 1 beschriebene Weise zur Vornahme oder Duldung des Beischlafes oder einer dem Beischlaf gleichzusetzenden geschlechtlichen Handlung mit einer anderen Person oder, um sich oder einen Dritten geschlechtlich zu erregen oder zu befriedigen, dazu veranlasst, eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung unfreiwillig an sich selbst vorzunehmen."

RIS: Gesamte Rechtsvorschrift für Strafgesetzbuch

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Stand: 12.1.2016, Richilde Haybäck