STRASSENNAMEN
Prof. Dr. Bernhard Paumgartner

Lebenslauf

Bernhard Theodor Hans Paumgartner wurde am 14. November 1887 in Wien geboren. Sein Vater war der Musikschriftsteller und Komponist Dr. Hans Paumgartner, seine Mutter die Kammersängerin Rosa Papier-Paumgartner, ab 1892 Professorin am Konservatorium der Gesellschaft für Musikfreunde bzw. an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Bernhard Paumgartner erhielt Privatunterricht und besuchte von 1897 bis 1905 das Theresianum in Wien. Von 1906 bis 1910 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, 1911 promovierte er zum Dr. iur. Zudem belegte er an der Philosophischen Fakultät Musikwissenschaft und Kunstgeschichte und erlernte Komposition, Kontrapunkt und Dirigieren bei Eusebius Mandyczewski und Bruno Walter, Klavier bei Rudolf Dienzl und Horn bei Karl Stiegler; und er absolvierte private musikwissenschaftliche Studien bei Guido Adler. Bereits 1906 war er Assistent von Gustav Mahler beim 7. Salzburger Musikfest. Seine erste Anstellung erhielt Paumgartner 1911/12 als Sologesangskorrepetitor an der Wiener Hofoper unter Bruno Walter, danach war er Konzert- und Theaterkapellmeister und leitete von 1914 bis 1917 das Wiener Tonkünstler-Orchester. 1915/16 war er in Vertretung von Eusebius Mandyczewski Lehrer für musikgeschichtliche und Kapellmeisterfächer an der Akademie für Musik und darstellende Kunst. Am 5. März 1914 ehelichte er Martha, die jüngste Tochter des Schriftstellers Peter Rosegger. 1915 war er Kriegsfreiwilliger, nach schwerer Erkrankung aber frontuntauglich und von 1916 bis 1918 Leiter der Musikhistorischen Zentrale beim k. u. k. Kriegsministerium in Wien, wo er eine systematische und monarchieweite Soldatenliedersammlung besorgte. Er wurde mit dem Franz-Joseph-Orden mit Kriegsdekoration ausgezeichnet.

Im September 1917 ernannte das Kuratorium der Internationalen Stiftung Mozarteum Bernhard Paumgartner zum Direktor des Konservatoriums Mozarteum (heute Universität Mozarteum Salzburg). Es gelang ihm, beim Ministerium in Wien 1919 das Öffentlichkeitsrecht für die Musikschule zu erwirken. Dieses ermöglichte den Studierenden des Konservatoriums die staatlich anerkannte Ablegung der Lehramtsprüfung am Mozarteum, was bis dahin nur in den Instituten in Wien und Graz möglich war. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte unter Paumgartners Mitwirkung 1922 die Verstaatlichung des Mozarteums, d. h. die Übernahme der Verwaltung der Ausbildungsstätte von der Internationalen Stiftung Mozarteum in die Zuständigkeit des Ministeriums für Kultus und Unterricht. Im Schuljahr 1922/23 richtete Paumgartner am Konservatorium ein musikhistorisches Seminar ein, das im Schuljahr 1925/26 von seinem Schüler Dr. Erich Schenk, dem späteren Ordinarius an der Universität Wien, geleitet wurde. Nachdem bereits auf Lilli Lehmanns Initiative hin seit 1916 (mit Unterbrechungen) Gesangskurse während der Sommermonate abgehalten und 1929 vom US-Amerikaner Julian Freedman erstmals Dirigierkurse angeboten wurden, entschloss sich die Internationale Stiftung Mozarteum aufgrund des Erfolges mit dem Jahr 1930 „Musikalische Sommerkurse“ auch für Dirigenten zu veranstalten. Paumgartner gehörte dem Kuratorium der Sommerkurse an und wirkte zudem in der Dirigentenklasse. 1937 als „Mozarteums-Sommerakademie für Musik, Theater und Tanz“ bezeichnet und in der NS-Zeit ab 1940 als „Sommerakademie für Ausländer im Mozarteum“ mit kriegs- und bündnispolitisch bedingt geringerem Zuspruch fortgeführt, trägt die Einrichtung seit 1947 den Namen „Internationale Sommerakademie Mozarteum“.

Bernhard Paumgartner war an der Gründung der Salzburger Festspiele beteiligt und mit diesen von Anfang an eng verbunden. Er schrieb mit Einar Nilson 1920 die erste Bühnenmusik zu Hugo von Hofmannsthals Jedermann und war auch Dirigent der ersten Aufführung. 1921 leitete er das erste Orchesterkonzert, die von ihm ins Leben gerufene erste Mozart-Serenade im Hof der Residenz sowie Mozarts Requiem im Dom als erstes geistliches Konzert der Festspiele. Mit dem von ihm gegründeten Mozart-Orchester unternahm er zahlreiche Tourneen nach London und in die Tschechoslowakei und machte den ‚Salzburger Mozart-Stil‘ bekannt. Er bemühte sich besonders um Mozarts Jugendopern. Paumgartner komponierte u. a. Bühnenmusiken für verschiedene Aufführungen von Max Reinhardt (Das Mirakel 1925, Der Diener zweier Herren und Turandot 1926, Sommernachtstraum 1927, Faust 1933). Er verfasste Opern, Kantaten, Lieder und Chöre. Als Autor wurde er durch seine Biografie über Mozart (Berlin 1927) bekannt. Im Frühjahr 1925 erhielt er den Berufstitel „Professor“ verliehen. Paumgartner engagierte sich auch im Motorsport und wirkte als Obmann des Salzburger Tierschutzvereins.

Noch Anfang Februar 1938 berichteten Salzburger Zeitungen über eine erfolgreiche Aufführung von Bernhard Paumgartners Oper Rossini in Neapel im Opernhaus Nürnberg. Die Ankündigung dieser Oper, deren Text von dem als jüdisch diffamierten Hans Adler stammte, veranlasste den nach Deutschland geflohenen illegalen Nationalsozialisten Dr. Franz Krotsch (später war er zeitweilig Leiter der Landesstelle Salzburg des Reichspropagandaamtes), Paumgartner beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda als „politisch wetterwendischen Anpasser“ zu denunzieren. Die Deutsche Gesandtschaft in Wien berichtete von der Entrüstung „nationaler Kreise“ über die Aufführung in Nürnberg und äußerte den Verdacht, Paumgartner sei der „illegale Nachkomme eines Juden“. Die Reichsmusikkammer verbot – noch vor dem ‚Anschluß‘ – allen deutschen Künstlern die Mitwirkung an Veranstaltungen Paumgartners. Die Geheime Staatspolizei Berlin forderte im Mai 1938 in einem Gutachten, die Oper vom Spielplan deutscher Bühnen abzusetzen. Im Dezember desselben Jahres erging schließlich eine vertrauliche Weisung des Propagandaministeriums über die Unerwünschtheit von Paumgartners Oper Rossini in Neapel.

Weniger seine Werke als vielmehr die Person Bernhard Paumgartner waren nach dem ‚Anschluß‘ im März 1938 Ziel der Attacken der lokalen NS-Machthaber. Sie warfen ihm vor, nach seiner Berufung an das Mozarteum zunächst die Nähe zur Sozialdemokratie, insbesondere zum Salzburger Nationalrat Josef Witternigg, gesucht zu haben. Mit dessen Hilfe sei 1922 „die Schule Mozarteum der Internationalen Stiftung Mozarteum abgenommen“ worden, so Gauleiter Dipl.-Ing. Anton Wintersteiger in einer im Original nicht erhaltenen Beurteilung Paumgartners vom April 1938. Laut Wintersteiger sei der Mozarteumsdirektor „späterhin rötlich“ geblieben. Doch auch mit der Salzburger NSDAP nahm Paumgartner zwei Quellen zufolge Anfang der 1930er Jahre Fühlung auf. Franz Krotsch gab in seinem Schreiben vom 7. Jänner 1938 an: „Politisch hat er [Paumgartner; Anm. d. Verf.] alle Schattierungen durchlaufen. Zuletzt hatte er sich, als er die Partei im Kommen glaubte, auch uns angeboten, wurde aber abgelehnt. So hat er sich denn nach dem Parteiverbot, wie zu erwarten war, der vaterländischen Front angeschlossen […]“. Auch der Salzburger Gauleiter Friedrich Rainer erwähnte in einem Brief Paumgartners Ansuchen um Aufnahme in die Partei, das er aus nicht näher ausgeführten Gründen auf 1934 datiert. Und schließlich deutet eine dritte Quelle auf einen neuerlichen Antrag Paumgartners in der Zeit zwischen Sommer 1938 und Frühjahr 1939 hin, als die hierarchische Durchstrukturierung der Salzburger NSDAP bereits abgeschlossen war. Das Salzburger Gaupersonalamt vermerkte in der politischen Beurteilung vom März 1939: „Sein Aufnahmeantrag zur NSDAP ist weder vom Ortsgruppenleiter [Hans Mösl; Anm. d. Verf.] noch vom Kreisleiter [Georg Burggaßner; Anm. d. Verf.] befürwortet worden, da er die Voraussetzungen für die Parteiaufnahme nicht erfüllte.“ Ein Schriftstück, das für Paumgartners Antrag / Anträge einen eindeutigen Beweis liefern würde, konnte bislang nicht gefunden werden.

Laut Wintersteiger sei Paumgartner nach Implementierung des ‚Ständestaates‘ der Vaterländischen Front beigetreten und „der künstlerische Intimus“ von Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl geworden. Im Oktober 1934 dirigierte er die „Dr.-Dollfuß-Gedächtnisfeier des Konservatoriums Mozarteum“ und hielt in Anwesenheit „der Spitzen der Regierung, der Stadt, der militärischen und zivilen Behörden, der vaterländischen Verbände und Wehrorganisationen“ die Trauerrede. Vom 22. November 1934 bis 12. März 1938 war er als Vertreter der Kunst und Musik Mitglied des Ständischen Landtags (Landstand) und 1934 bis 1938 Mitglied des Landesschulrates für Salzburg. In einem Brief an den Landesschulrat vom März 1938 äußerte er sich über seine Funktionen im ‚Ständestaat‘ folgendermaßen: „Niemals habe ich mich politisch betätigt. Ich habe mich in das herrschende System gefügt, um meine kulturellen und künstlerischen Kräfte im aufbauenden Sinne ungehemmt gebrauchen zu können. In der Vaterländischen Front habe ich niemals eine Stelle bekleidet. In den Landtag wurde ich ohne Bindung an eine Gruppe als Sachverständiger für Musik und Kunst berufen.“ Diese Haltung wiederholt er in einem Lebenslauf von 1940, wonach er „Kulturreferent des Landes Salzburg gewesen“ sei, aber „politischen Parteien, Bünden oder Logen“ nie angehört habe. 1937 trat Paumgartner aus der Evangelische Kirche aus und wurde römisch-katholisch. Mit Entschließung des Ministeriums für Unterricht vom 17. Dezember 1937 wurde ihm der Titel „Hofrat“ verliehen, wenige Tage später nahm ihn die Stadt Salzburg anlässlich seines 50. Geburtstages auf Antrag des Mozarteumchors und des Mozarteum-Orchesters mit Beschluss des Gemeindetages vom 22. Dezember 1937 taxfrei in das Bürgerrecht der Stadt auf.

Gauleiter Anton Wintersteiger führte in seinem Schreiben aus, Paumgartner sei wiederholt gegen nationalsozialistische Lehrende am Mozarteum vorgegangen, bis sich seine Haltung nach dem ‚Anschluß‘ gedreht habe. „Heuer versuchte er plötzlich in Erinnerung zu bringen, dass er seit je dem Nationalsozialismus nahegestanden“ und sein Sohn Peterhans Paumgartner „illegaler Nationalsozialist sei“. Dieser Anbiederungsversuch unter Berufung auf seinen Sohn, der seit Oktober 1933 Parteigänger, Mitglied der SA und des NS-Studentenbundes in Graz und beim Juliputsch 1934 in Kärnten aktiv war, wurde von Wintersteiger strikt zurückgewiesen: „Der Sohn wäre in eben dem Masse [sic] zu fördern, wie der Vater radikal abzulehnen ist. Paumgartner ist zweifellos ein ausserordentlich [sic] vielseitiger Mann, aber ein mangelhafter Charakter und ein politischer Scharlatan. Die hiesigen nationalsozialistischen Kreise begegnen ihm nur mit Verachtung.“ Aus dem aktenkundig gewordenen Schriftverkehr wird deutlich, dass sich in den Wochen und Monaten nach dem ‚Anschluß‘ höchste NS-Behörden mit der Person Bernhard Paumgartner beschäftigten: Der Salzburger Gauleiter Anton Wintersteiger hatte seine Stellungnahme auf eine vom 2. April 1938 datierende Anfrage des Amtes des Landeskulturleiters der NSDAP Österreich, geleitet von Hermann Stuppäck, hin verfasst. Nach mehreren Eingaben Paumgartners an das Amt des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich wandte sich dieses in zwei Schreiben vom 19. August und 5. Oktober 1938 an den Salzburger Gauleiter Friedrich Rainer und bat um Mitteilung, „ob Sie die Ruhestandsversetzung Paumgartners für berechtigt halten“. Das Amt erbat eine „ausführliche Stellungnahme, aus welcher auch ersehen werden soll, welche Verwendung für Paumgartner in Betracht kommen könnte“. Rainer wiederholte in seiner Antwort vom November 1938 den Bericht Wintersteigers und fügte weitere Anschuldigungen gegen den abgesetzten Mozarteumsdirektor hinzu. Leicht konsterniert schloss der Gauleiter seinen Brief mit den Worten, Paumgartner „begegnet hier einmütiger Ablehnung und es wird einfach nicht verstanden, warum gerade er so glimpflich behandelt wird“.

Dabei scheinen die Fakten zunächst eine andere Deutung des Sachverhalts nahezulegen, denn unmittelbar nach dem ‚Anschluß‘ wurde Bernhard Paumgartner als Direktor des Konservatoriums Mozarteum seines Postens enthoben. Am 15. März 1938 hatte er die Geschäfte an den Mozarteumslehrer, Domorganisten, NS-Parteigenossen und Salzburger Landesleiter der Reichsmusikkammer Franz Sauer zu übergeben, der das Mozarteum in der Folge kommissarisch bis Sommer 1939 leitete. Am Tag seiner Enthebung legte Paumgartner schriftlich gegen diese Maßnahme Einspruch beim Landesschulrat ein und versuchte sich den neuen Machthabern anzudienen, indem er auf seine wissenschaftliche Arbeit verwies und beteuerte, er wolle seine „Kräfte uneingeschränkt in den Dienst deutscher Kulturarbeit“ stellen. Wohl aufgrund der Tatsache, dass der entlassene Direktor in diesem Schreiben an den Landesschulrat darauf verwiesen hatte, dass er in formalrechtlicher Hinsicht vom Bundesministerium für Unterricht bestellt worden war, wandte sich der Salzburger Landesschulrat mit einem Bericht über Bernhard Paumgartner an den Reichsstatthalter für Österreich, der wiederum die Angelegenheit an Gauleiter Rainer weiterleitete. Dieser trat den Akt an Landesstatthalter Dr. Albert Reitter mit der Bitte ab, er möge „Pg. Hammerschmid direkt über das Verhalten u. die Einstellg. Paumgartners während der Systemzeit“ berichten. Offenbar schien in den Augen mancher Salzburger in den Tagen nach der Enthebung eine Wiedereinsetzung Paumgartners als Mozarteumsdirektor nicht ausgeschlossen, sahen sich die Lehrenden des Konservatoriums doch genötigt, eine Stellungnahme an den Salzburger Landesschulrat zu richten. Darin bezeichneten sie den ehemaligen Direktor als „Schädling des Salzburger Musiklebens“, der es verstanden habe, andere für sich arbeiten zu lassen und „hinter einflussreichen Persönlichkeiten gesicherten Halt zu finden“. Er sei „nur für sein ‚Ich‘ bedacht“ gewesen, „alles zusammenraffend, was sich ihm ausserhalb [sic] der Schule an Vorteilhaftem bot“, weshalb er seine Pflichten am Mozarteum stark vernachlässigt habe. „Es würde von der nationalsozialistischen Bewegung als ein Schlag ins Gesicht empfunden, würde eine Wiederbestellung erfolgen.“ Der Landesschulrat brachte dieses Schreiben dem Unterrichtsministerium mit dem deutlichen Hinweis zur Kenntnis, es sei in Bezug auf Paumgartners Absetzung „unter keinen Umständen in der Lage, von seinem Standpunkt abzugehen“, es bestehe aber „nicht weiter auf der vorläufigen Einstellung der Leiterzulage [entsprach 10 % seines Grundgehaltes; Anm. d. Verf.] und der Kürzung der Bezüge Paumgartners“. Die Leitungszulage wurde zunächst mit 15. März 1938 eingestellt, die Bezüge wurden um ein Drittel gekürzt. Nannte Paumgartner zunächst 360,- Schilling als sein monatliches Einkommen, so habe er laut eigenen späteren Angaben bis zur Versetzung in den Ruhestand per 1. September 1938 monatlich 500,- RM erhalten. Wie das Schreiben des Landessschulrates nahelegt, schien er jedoch Fürsprecher in Wien gehabt zu haben, denn er wurde schließlich mit vollem Ruhegehalt pensioniert, im Herbst 1938 wurden ihm zusätzlich sechs Jahre seiner Dienstzeit angerechnet. Gauleiter Rainer missfiel diese Regelung sichtlich, schrieb er doch mit Blick auf die gegen Paumgartner laut gewordenen Vorwürfe an Bürckel: „[…] Unter diesen Umständen halte ich nicht nur die Versetzung Paumgartners in den Ruhestand für berechtigt, sondern hätte es für richtiger gehalten, ihn ohne weiteren [sic] Ansprüche zu entlassen.“. Aber nicht nur Wiener Stellen verwendeten sich für Paumgartner, auch der Mozarteumchor intervenierte – erfolglos – für seinen „geistigen Führer in der Pflege deutscher Musik“ bei Generalfeldmarschall Hermann Göring. Und Paumgartners Sohn trat – vergeblich – als Bittsteller an den Salzburger Gauleiter heran, dieser möge seinen Vater unterstützen, da „ihm von Salzburg aus in wirklich niedriger und ungerechter Weise Prügel vor die Füße geworfen“ würden. Tatsächlich holte Rainer im Frühjahr 1939 noch einmal Erkundigungen über Paumgartner bei Landesstatthalter Reitter ein. Einer Aktennotiz zufolge beabsichtigte Rainer, „die ganzen Anwürfe gegen Professor Paumgartner seinem Sohne bekanntzugeben, jedoch sind dieselben zu scharf“. Die Antwort des Salzburger Gauleiters an Peterhans Paumgartner bliebe schlussendlich sehr vage. In Summe standen laut Gert Kerschbaumer einer „braunen Karriere“ Paumgartners „die Verurteilung des mangelhaften Charakters und des politischen Konjunkturverhaltens im Wege“.

Der Dirigent, Musikwissenschafter und zwangspensionierte Mozarteumsdirektor Bernhard Paumgartner besaß jedoch gute Kontakte und hätte laut Auskunft des NSDAP-Ortsgruppenleiters Neustadt, Hans Mösl, „durch seine weltgewandte Auftrittsweise auch heute noch Anschluss an die höchsten Stellen“. So konnte er auf ein Netzwerk ehemaliger Weggefährten vertrauen. Paumgartner kannte Staatssekretär Dr. Kajetan Mühlmann, den Beauftragten des Reichsstatthalters für Kunst und Kultur, aus dessen Salzburger Zeit als Leiter der „Festspielpropaganda“. Nach einer Studienfahrt in Italien (Mailand, Bologna, Florenz) sprach er am 24. Juni 1938 bei Mühlmann vor und übersandte ihm wenige Tage später eine Skizze „Zur Programmgestaltung der Salzburger Festspiele“, die hinkünftig ohne Stars „im Sinne der N.S. Gemeinschaftsidee“ als deutsche Weihe- und Mozartspiele veranstaltet werden und die „umfassende Kraft deutscher Kunst nachhaltig zum Ausdruck bringen“ sollten, denn: „Der N.S. Staat hat die Möglichkeit und Kraft, solche Träume Wahrheit werden zu lassen.“ Paumgartners Fazit in besagter Skizze: „So kann Salzburg eine der stärksten, überzeugenden Propagandamittel für die Grösse [sic] des deutschen Geistes im Ausland werden, was nie der Fall war, solange die kleine Persönlichkeit eines reproduzierenden Künstlers im Vordergrund der Programmgestaltung und des Publikumsinteresses stand.“ Unschwer zu dechiffrieren ist in diesem Angriff die Person Max Reinhardt. Paumgartner bedient sich dabei bewusst des typischen NS-Jargons und verunglimpft Reinhardt mit gängigen antisemitischen körperlichen („kleine Persönlichkeit“) und künstlerischen („eines reproduzierenden Künstlers“) Zuschreibungen. In einem separaten Schreiben informierte Paumgartner den Staatssekretär über ein geplantes Projekt zur Erforschung der Wechselwirkung deutscher und italienischer Musik im 18. Jahrhundert und zu Mozart in Florenz. In Mozart und Fischer von Erlach offenbare „sich schliesslich [sic] der Sieg deutschen Geistes über eine ehedem international bestimmte Kunst“ (erneut ein gängiger antisemitischer Topos!).

Auf seinen Antrag hin wurde Bernhard Paumgartner im Juli 1938 in die Reichsmusikkammer als Dirigent, Musikerzieher und Chorleiter und zusätzlich in die Fachschaft Komponisten aufgenommen. Die Mitgliedschaft war hauptberuflich unter der Nr. 42.006 eingetragen. Im September 1938 ließ er sich vom Salzburger Magistrat einen Abstammungsnachweis für die Vorlage bei der Reichsschrifttumskammer anfertigen, bei der er sich ebenfalls um Aufnahme beworben hatte. Das Gaupersonalamt der Salzburger Gauleitung übermittelte aus diesem Grund der Reichsschrifttumskammer, Landesstelle Österreich, politische Beurteilungen durch Hans Mösl und durch Friedrich Frischenschlager, Parteigenosse und Klavierprofessor am Mozarteum. In ihren Schreiben rechneten die beiden nicht nur mit Paumgartners Persönlichkeit ab – „Er war einer von denjenigen Gesinnungskünstlern, die für jede Parteischattierung ein gefügiges Ohr hatten und wenn ein Gegner anwesend war bejahend zustimmten“ – sondern auch mit seiner Lehrtätigkeit und seinem Musikschaffen. Zudem stellten sie seine ‚arische‘ Herkunft in Frage – „Paumgartner’s Abstammung soll nicht einwandfrei sein und zwar soll seine Mutter ein Verhältnis mit einem Juden gehabt haben, aus dem Paumgartner hervorgegangen ist.“ Der Antrag Paumgartners ruhte daraufhin beinahe drei Jahre. Erst nach positiver Prüfung der Angaben des Antragstellers über seine Herkunft durch die Reichsstelle für Sippenforschung wurde er erneut behandelt. Aufgrund eines Gutachtens von Landesobmann Pg. Karl Heinrich Waggerl, wonach „das literarische und musikalische Schriftwerk des Genannten nicht diese Bedeutung [hat], welche ihm der Autor selbst zuschreibt“, und „mit Rücksicht auf die menschliche und politische Haltung“ des Antragstellers wurde die Aufnahme Paumgartners in die Reichsschrifttumskammer schließlich vom Landeskulturwalter, Landesleitung der Reichsschrifttumskammer, aber nicht befürwortet. Wenige Monate später holten die NS-Behörden noch einmal Informationen über Paumgartners Abstammung ein. Der Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Erich Schenk, hielt jedoch seine schützende Hand über den ehemaligen Lehrer und Förderer, als im Sommer 1942 das Amt Musik im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda an die Dienststelle Rosenberg, Amt Musik, herantrat. Dessen Leiter, Dr. Herbert Gerigk, der v. a. für die Mitherausgabe des Lexikon der Juden in der Musik bekannt ist, teilte dem Kollegen im Berliner Ministerium mit, „dass mir Prof. Dr. Erich Schenk, Wien, wiederholt glaubwürdig erklärt hat, dass P. arisch sei. Schenk kennt als Salzburger die genauen Verhältnisse genau, u. würde Ihnen empfehlen, sich von ihm eine entsprechende schriftliche Darstellung geben zu lassen.“

Von 4. bis 18. Juli 1938 hielt Paumgartner einen Mozartkurs in Braunwald in der Schweiz (Kanton Glarus) und leitet dort ein Mozartkonzert. Auch dies hatten die lokalen Nationalsozialisten mit Argwohn registriert. „Paumgartner hat in diesem Sommer in der Nähe von Luzern in Musikkursen, die ausgesprochen gegen das nationalsozialistische Salzburg aufgezogen waren, Unterricht erteilt, wobei zu erheben wäre, inwieweit er dort mit Juden zusammengearbeitet hat“, so Friedrich Rainer an den Reichskommissar in Wien. Dieser nahm den Faden auf, indem er den Salzburger Gauleiter um Mitteilung darüber bat, „sobald Ihnen nähere Unterlagen darüber vorliegen, inwieweit Paumgartner bei den im Ausland abgehaltenen Musikkursen gegen den nationalsozialistischen Staat aufgetreten ist.“ Die „Möglichkeit einer nachträglichen Verschärfung der Entscheidung“ über Paumgartners Ruhestandsversetzung wurde angedeutet. Rainer leitete die Anfrage an den Landesstatthalter Albert Reitter weiter, der eingestehen musste, dass er über Paumgartners Tätigkeit nahe Luzern lediglich in einer Musikzeitschrift gelesen habe, jedoch zur Frage, ob er dort auch gegen den NS-Staat aufgetreten sei, nichts angeben könne.

Im Herbst brach Bernhard Paumgartner – ermuntert durch ein Schreiben aus dem Amt des Reichsstatthalters – nach Florenz auf. Ab Oktober 1938 arbeitete er dort als Musikhistoriker über den Einfluss der deutschen Musik in Italien und an einer Spezialarbeit über Mozart, wie ein Zeitungsartikel vom 13. Jänner 1939 feststellte. Meldungen, er sei Emigrant und lebe in Paris oder London, wurden zurückgewiesen. Bis Mai 1939 führte er diese Forschungen auf eigene Kosten durch, doch bereits im März desselben Jahres hatte er ein Schreiben an Kajetan Mühlmann gerichtet, in dem er um eine „finanzielle Beihilfe“ angesucht hatte. „Soweit ich dazu eine persönliche Meinung in Bescheidenheit äussern [sic] kann, würde ich mir eine zwischen 3- und 400,- RM liegende monatliche Lebensbeihilfe und den Ersatz unbedingt notwendiger sachlicher Ausgaben […] vorstellen“, so Paumgartner Für eine finanzielle Unterstützung Paumgartners – zusätzlich zu seinem ungekürzten Ruhegehalt – hatte sich auch der Salzburger Landesrat Dr. Erich Gebert, Leiter der Landeskammer für Industrie, Gewerbe, Handel, Verkehr und Finanzen sowie Gauwirtschaftsberater, bei seinem Duzfreund Mühlmann eingesetzt und Paumgartners Arbeit wegen „erheblicher gesamtpolitischer und kulturpolitischer Bedeutung für das Deutsche Reich“ gelobt. Mühlmann ging auf Nummer sicher und holte Erkundigungen über Paumgartner beim Salzburger Gauleiter Friedrich Rainer ein, der die Anfrage wiederum an das Gaupersonalamt weiterleitete. Paumgartner erfahre im Hinblick auf seinen Charakter eine „uneinheitliche Beurteilung“ und „[a]uch politisch kann man ihm eine rückhaltlose Zuverlässigkeit nicht bescheinigen“, so das Gaupersonalamt in seinem Bericht. „Eine positive Einstellung zur Volksgemeinschaft wird ihm von keiner Seite nachgesagt. Im Gegenteil hat er sich seiner beruflichen Umgebung gegenüber äusserst [sic] unverträglich benommen, so dass alles aufatmete, als er seines Amtes enthoben wurde.“ Trotz dieser wenig schmeichelhaften Einschätzung sollte Paumgartner einen Teil der erbetenen finanziellen Zuwendungen erhalten. Nachdem er Anfang Mai noch einmal einen Bericht an das Amt des Reichsstatthalters geschrieben und „eine Unterstützung von 4000,- RM als Lebensbeihilfe und, genau verrechenbar, 2000,- RM für Sachaufwand, Kopiaturen, Photographien, Vergrösserungen etz.“ erbeten hatte, wurde ihm Mitte Juni auf Veranlassung von Kajetan Mühlmann aus den Mitteln der Kunstförderung ein halbjähriges Stipendium in Höhe von 200,- RM monatlich, beginnend mit 1. Juni 1939, gewährt. Drei Monate später, am 15. September 1939, setzte Paumgartner, der sich zu diesem Zeitpunkt in Wien aufhielt, drei Schreiben auf. Je eines ging an das Büro Mühlmann im Amt des Reichsstatthalters und an die Landeshauptmannschaft Salzburg. Nachdem zwei Wochen zuvor der Zweite Weltkrieg vom Zaun gebrochen worden war, meldet Paumgartner sich pflichtgemäß wie alle Pensionisten unter 70 Jahren „wegen allfälliger Wiederverwendung“ bei den Behörden. Seine Präferenzen brachte er in den Schreiben klar zum Ausdruck: „Als allfälligen Wunsch bitte ich um eine Verwendung an der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien.“ Das dritte Schreiben war erneut an das Amt des Reichsstatthalters gerichtet. Darin brachte Paumgartner ein Ansuchen um Fortsetzung der Beihilfe über November 1939 hinaus ein. Kajetan Mühlmann war in der Zwischenzeit jedoch aufgrund von Differenzen mit Josef Bürckel seiner Aufgaben in der Abteilung III enthoben worden, womit Paumgartner seinen wichtigsten Fürsprecher im Amt des Reichsstatthalters verloren hatte. Dennoch erhielt er wenige Wochen später eine Antwort auf sein Schreiben, nunmehr jedoch vom Staatskommissar für Erziehung, Kultus und Volksbildung im Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten, Dr. Friedrich Plattner, der Paumgartner „vorläufig aber längstens bis Ende März 1940“ die Fortführung der Zahlungen zusagte. Gleichzeitig beauftragte er ihn über „Antrag der Generaldirektion der Nationalbibliothek in Wien“, für die Theatersammlung der Bibliothek „photographische Reproduktionen von Szenenbildern anzufertigen“, wofür die Nationalbibliothek die Materialkosten übernehmen werde.

Bernhard Paumgartner berichtete den Wiener Behörden mehrfach über seine musikhistorischen Recherchen nach Beständen der deutschen Musik des 18. Jahrhunderts in der Biblioteca des Reale Istituto Musicale in Florenz, über seine Funde, wie die Partitur eines verschollenen Werkes von Michael Haydn, und seine Aufnahme als Mitglied der „Associazione Musicologi Italiani“ und erbat wiederholt Unterstützung und die Übernahme von Sachkosten. Er besuchte auch die Bibliothek in Turin, wo er 1940 ein Orchesterkonzert leitete.

Nach Mühlmanns Abgang erwies sich der ehemalige Schüler Erich Schenk als verlässlicher Beistand Paumgartners, der es nachweislich verstand, ihn auch finanziell besser zu versorgen. Als Leiter des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Wien empfahl Schenk den früheren Lehrer beim Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Dieses bewilligte ab dem Jahr 1940 Beihilfen in Höhe von 4.000,- RM bis 7.400,- RM jährlich, um Paumgartner als Hilfskraft des Wiener Seminars anzustellen und ihm seine Forschungen in Florenz zu ermöglichen. Zusätzlich zu seinen 500,- RM Pension bezog Paumgartner für April, Mai und Juni 1943 laut eigenen Angaben für seine Tätigkeit monatlich 605,- RM. Zum Vergleich: 1943 betrug der durchschnittliche Monatslohn in Deutschland knapp unter 195,- RM. Im gleichen Jahr erhielt Paumgartner zudem finanzielle Entschädigungen für Studienreisen nach Venedig und Bologna. Die Akten über die gewährten Beihilfen enden 1944. Die Berichte über Paumgartners Forschungstätigkeiten ergingen an den Kurator der wissenschaftlichen Hochschulen in Wien. Ihnen zufolge umfasste seine Arbeit die Feststellung und Katalogisierung des (historischen) deutschen Musikbestandes und aller für die deutsche Musikgeschichte wichtigen Personen für das Kulturgebiet Toskana mit Zentralpunkt Florenz und die Erfassung anderer für die deutsche Musikforschung relevanten Daten und Werke. Paumgartner fertigte eine Zahl fotografischer Aufnahmen von wichtigen Kompositionen und Autographen an und erwarb wertvolle Handschriften (Opernlibretti) für das Musikwissenschaftliche Institut in Wien. 1942 machten sich Erich Schenk und Hermann Walther Frey, Ministerialrat im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, vor Ort einen Eindruck von Paumgartners Arbeit in Florenz.

Bernhard Paumgartner konnte mit finanzieller Unterstützung der NS-Behörden in Italien nicht nur relativ frei forschen, sondern darüber hinaus (und trotz der nicht erfolgten Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer) auch im „Dritten Reich“ publizieren: Er veröffentlichte die 2. Auflage seiner Mozartbiografie (Berlin / Zürich 1940) und publizierte in wissenschaftlichen Zeitschriften, u. a. 1943 im Neuen Mozart-Jahrbuch, das vom Mozarteumslehrer Erich Valentin im Auftrag des Zentralinstituts für Mozartforschung am Mozarteum Salzburg herausgegeben wurde. Außerdem brachte er bei der Universal-Edition in Wien 1939 die Mozart-Erstausgabe von acht Menuetten und Trios für Klavier (KV 315a / KV 315g) und das Notenbuch für drei Märsche für Orchester (KV 249 / KV 335, 1 / KV 408, 1) heraus. Paumgartner berichtete in seinem Beitrag über einen Fund im Istituto musicale. In der Schweiz hielt er alljährlich, noch im Juli 1945, seinen Musikkurs in Braunwald bei Luzern ab, 1941 moderierte er zudem eine Rundfunksendung für Radio Zürich. Wenn er sich nicht in der Toskana aufhielt, lebte er zwischen 1938 und 1945 zeitweilig in Weißenkirchen an der Donau und in seinem Sommerhaus im salzburgischen Seeham. Vorsprachen führten ihn auch immer wieder nach Wien. Das Bild von Exiljahren in Italien und der Schweiz ist daher schöngefärbt. Paumgartner war zwar als Direktor des Mozarteums zwangspensioniert, neben seinem vollen Gehalt und seinen Einkünften aus seiner Dirigier- und Kompositionstätigkeit sowie Tantiemen erhielt er jedoch zusätzlich die oben ausgeführten staatlichen Stipendien und Aufwandsentschädigungen für seine Forschungen in Italien. Und auch die Recherche des historischen deutschen Musikbestandes und aller für die deutsche Musikgeschichte wichtigen Personen in Florenz wurden nach 1945 zu Arbeiten „über italienische Musikgeschichte und die Anfänge der Oper“ uminterpretiert;  in seinen Lebenserinnerungen erklärte Paumgartner die Forschungen als durch seinen Schüler Schenk vermittelten Auftrag der Universität Wien, „österreichisches Notenmaterial“, hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert, zu sammeln.

Bernhard Paumgartner kehrte im Juli 1945 aus der Schweiz nach Salzburg zurückkehrt. Landeshauptmann Dr. Adolf Schemel ernannte ihn zum Generalintendanten für Musik, Theater und Festspiele in Salzburg, seine Enthebung als Direktor des Mozarteums wurde widerrufen. Die seit der Pensionierung im März 1938 verflossenen Jahre wurden ihm als volle Dienstjahre angerechnet. Die Leitung des Konservatoriums übernahm Paumgartner de facto wieder ab 1947. Zwei Jahre später wurde er zum ordentlichen Hochschulprofessor an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien ernannt und unterrichtete Musiktheorie und -geschichte. Nach der Erhebung des Mozarteums zur Akademie 1953 bis zu seiner Emeritierung 1959 wirkte er als erster Präsident der Akademie für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. 1952 gründete Paumgartner die Camerata Academia des Mozarteums (heute Camerata Salzburg). Er machte auf zahlreichen Auslandstourneen in Europa, den USA und Japan sowie durch Plattenaufnahmen seinen Aufführungsstil von Mozartwerken bekannt. In zahlreichen Vorträgen, Reden und Schriften befasste er sich vor allem mit den Themenkreisen Mozart, Salzburg, Festspiele und Aufführungspraxis. Ab 1945 gehörte er dem Direktorium der Salzburger Festspiele an, für die er 1949 die Mozart-Matineen ins Leben rief. Von 1960 bis zu seinem Tod war er Präsident der Salzburger Festspiele.

Bernhard Paumgartner erhielt zahlreiche Ehrungen, u. a. die Große Silberne Medaille der Mozartstadt Salzburg (1953), den Wappenring der Stadt Salzburg (1957), die Mozartmedaille durch die Mozartgemeinde Wien (1960), das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1962) und den Ring des Landes Salzburg (1963). Außerdem war er Ehrenbürger der Landeshauptstadt Salzburg (1963) und Ehrendoktor der Universität Salzburg (1967). Bernhard Paumgartner starb am 27. Juli 1971 in Salzburg, er wurde in einem Ehrengrab auf dem Friedhof von St. Peter beigesetzt. Gedenktafeln befinden sich im Salzburger Kurgarten und an seinem Geburtshaus in Wien. Sein Nachlass lagert am Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg. Seit 1968 wird die Bernhard-Paumgartner-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum für die hervorragende Interpretation mozartscher Werke verliehen.

Unmittelbar nach seinem Tod suchte die Stadtgemeinde Salzburg nach einer Möglichkeit, Bernhard Paumgartner posthum angemessen zu ehren. Die Kennzeichnung eines Teils des Alten Borromäums als Bernhard-Paumgartner-Trakt stand ebenso im Raum wie die Benennung einer Straße im Stadtgebiet. Der Rektor der Hochschule Mozarteum, Prof. Paul Schilhawsky, verwies in seinem Schreiben an Amtsrat Strasser darauf, dass das Alte Borromäum als Teil des Mozarteums auf eine Initiative von Dr. Eberhard Preussner zurückgegangen sei und mit Paumgartner wenig zu tun habe und dass es aufgrund der bereits bestehenden Eduard-Baumgartner-Straße zu Verwechslungen kommen könnte. Im Magistrat wurde schließlich die Idee geboren, den Verbindungsweg zwischen Rainer- und Schwarzstraße nach Bernhard Paumgartner zu benennen. Die Benennung wurde in der Gemeinderatssitzung vom 28. Februar 1973 beschlossen. In der entsprechenden Beilage wurde vermerkt: „[…]; der Unterausschuß regt dazu an, entsprechend repräsentative Tafeln (allenfalls mit Erläuterung) anzubringen.“

Weitere Informationen

Stand: 26.7.2017, Hans-Peter Miller