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Felssicherung

Beruf und Berufung 'Bergputzer'

Bild vergrößernArbeiten am Fels; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Arbeiten am Fels; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Bild vergrößernSäubern der Felswänder zur Vorbeugung von Steinschlag; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Säubern der Felswänder zur Vorbeugung von Steinschlag; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Bild vergrößernArbeiten auch im Winter; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Arbeiten auch im Winter; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Die Bergputzer – Arbeit hoch über den Dächern der Altstadt.
Die Stadt Salzburg besitzt mit ihren aufragenden Stadtbergen mitten in der Altstadt einen einzigartigen weitläufigen Grünraum. Die Abhänge der Berges stellen aber auch eine Gefahr dar. In der Stadt Salzburg gibt es seit 1778 einen Männerberuf, der wohl einmalig ist - nämlich den Beruf des  'Bergputzers'. Seit Jahrhunderten sichern die Salzburger Bergputzer den Fels von Mönchsberg, Kapuzinerberg, Rainberg, Festungsberg und Hellbrunner Berg, das sind insgesamt Flächen von 250.000 bis 300.000m² Fels.
Jedes Jahr säubern sie den Fels regelmäßig von losen Steinen, entfernen aus den Wänden aufkommendes Wurzelwerk von Sträuchern und Bäumen, sie prüfen Risse und Spalten im Fels und betreuen geotechnische Messungen. In Steillagen fällen sie gefährliche Bäume, sie übernehmen vielerorts die Wartung von Steinschlagsicherungen und helfen steile Felsabhänge mit Steinfängen zu sicheren. Im Winter ist es notwendig vor allem auf der Riedenburger Seite des Mönchsberges gefährliche Eiszapfen zu entfernen.

Der Berufszweig geht auf eine schwere Felssturzkatastrophe am 16. Juli 1669 zurück. Aber schon vor dem Jahr 1669 wurde der Fels fallweise im Auftrag der betroffenen Bürgerschaft von Bergputzern gesäubert.
Ab dem Jahr 1669 fanden diese Überprüfungen im mehrjährigen Abstand statt. Seit 1778, als im Lungau durch einen verheerenden Felssturz ein Dorf zur Hälfte begraben wurde, werden jedes Jahr Männer an Seilen die dortigen steilen Felswände heruntergelassen, um systematisch die Felsen des Mönchsberges, Kapuzinerberges und Festungsberges auf Lockergestein zu prüfen und vorsichtig zu säubern. Als Bergputzer bediente man sich in der Geschichte dabei oft der Halleiner Bergknappen. 1779 konnte dabei etwa über der Linzergasse ein 200 Zentner schwerer lockerer Felsteil in kleine Teile zerschlagen und damit unschädlich gemacht werden. Der Aufwand der Arbeiten war dabei im Einzelnen in der Geschichte recht unterschiedlich. Die Felsputzarbeiten wurden in fürsterzbischöflicher Zeit zuerst im Auftrag der „Hohen Salzburger Landschaft" und nach 1815 vom „k.k. Kameralärar" der Monarchie übernommen. Seit 1919 ist der Magistrat Salzburg für die Aufgabe des Felsputzens zuständig.

Die ersten Bergputzer, als kühne Helden angesehen, hießen angeblich Hauser, Brandauer und Jager. Diese Namen sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben, weil es Sitte wurde, auch nachfolgende Bergputzer so zu rufen.

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Stand: 18.11.2015, Richilde Haybäck