Schlosskirche von Mirabell

Stadteigene Schlosskirche
Der Altar in der Schlosskirche in Mirabell.
Schlosskirche Mirabell

Die Schlosskirche vom Schloss Mirabell ghört neben dem Stiegenhaus mit der Prunktreppe und dem prächtigen Marmorsaal zu den schönsten Räumlichkeiten des Schlosses, das sich trotz mancher Veränderungen noch etwas von seinem ursprünglichen feudalen Stil bewahrt hat.

Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ließ 1606 das Schloss Mirabell für sich und Salome von Alt errichten. Schon damals befand sich im Schloss auch eine Kapelle. 

Unter Erzbischof Franz Anton von Harrach wurde das Schloss Mirabell gänzlich umgebaut und nach den Plänen des Barockbaumeisters Lukas von Hildebrand die heutige Schlosskapelle errichtet.
Sie wurde 1726 dem hl. Johannes Nepomuk geweiht, der im 14. Jahrhundert unter dem Böhmenkönig Wenzl in Prag in der Moldau ertränkt wurde, weil er das Beichtgeheimnis nicht verriet. 
Beim großen Stadtbrand 1818 wurde die Kapelle teilweise zerstört.

Seit  Sie wurde in den Jahren 1952 und 1988 saniert. 
Ihr Deckengemälde schuf Bartolomeo Altomonte.

Mittlerweile hat sich in Salzburg eine altkatholische Gemeinde gebildet, die im Jahr 1921 an die Stadtgemeinde das Ansuchen richtete ihr die Schlosskirche Mirabell für ihre Gottesdienste zu überlassen.

Altkatholische Kirchengemeinde

Ein Kirchenfenster.
Kirchenfenster

Die Altkatholische Kirchengemeinde ist eine kleine aber wachsende Gemeinschaft mit vielen jungen Familien und einer stattlichen Kinder- und Jugendarbeit.

Altkatholisch bedeutet:
Am Ursprung der Kirche ansetzen, universal denken und alle Gläubigen in Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Anders als bei der römisch katholischen Kirche, die im Lauf der Geschichte immer mehr die Vorherrschaft des römischen Papstes betonte, geht es uns um den Erhalt und die Wiederbelebung der alten – ursprünglichen Strukturen:

Wie in der frühen Kirche entscheiden alle Gläubigen gemeinsam darüber, was alle betrifft, dies kommt im Begriff Synodalitätzum Ausdruck.

Der Marmorsaal beherbergte vor 80 Jahren die Altkatholische  Kirche.
Nachdem die Altkatholiken in Salzburg 1922 eine eigene Gemeinde geworden sind, hatten sie bis ins Jahr 1924 keine fixe Gottesdienststätte. So fanden etliche Gottesdienste unter freiem Himmel statt, so auch im Schlosshof des Schlosses Mirabell.

Von 1924 bis 1938 - altkatholische Kirche

Die altkatholische Kirche im Schloss Mirabell.
Altkatholische Kirchengemeinde

1924 wurde den Altkatholiken von der Stadtgemeinde der Marmorsaal im Schloss Mirabell für den Gottesdienst zur Verfügung gestellt, der in der Folge zu einer Kirche umgestaltet wurde. Mit den Reichsehegesetzen und dem Beginn der standesamtlichen Trauungen (die es bis 1938 in Österreich nicht gab) wurde ihnen der Marmorsaal wieder genommen und dafür die Schlosskapelle zur Verfügung gestellt.
Die Einweihung der Marmorkirche war mit einer Firmung verbunden, die der spätere Bischof Adalbert Schindelar 35 Kindern spendete.     

Pfarrer Marschalt ließ ein Altarbild anfertigen, auf dem Jesus zu den Menschen spricht. Das Gesicht des Jesus auf dem Altarbild war dem Gesicht des Bischofs Schindelar nachempfunden. Die Gesichter der umstehenden Zuhörer lassen die Züge der Salzburger Gemeindevorstände erkennen.  

Die Altkatholische Kirche ist 1870 im Protest gegen die Unfehlbarkeit des Papstes entstanden und ist eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Sie ist demokratisch strukturiert, hat verheiratete Seelsorger, geweihte Priesterinnen, kennt eine zweite kirchliche Trauung und segnet gleichgeschlechtlich liebende Menschen. In Salzburg gibt es derzeit 900 Altkatholiken - Tendenz steigend, sowie eine lebendige Gemeinde mit sozialem Engagement wie z.B. Aktion Vinzibus oder Schubhaftseelsorge.
Die Gründung der Altkatholischen Gemeinde zeigt nicht zuletzt auch starke Bezüge zur Sozialdemokratie. Zwischen 1907 und 1924 haben viele sozialistische Eisenbahner die römisch-katholische Kirche verlassen, weil sie sich von ihr in ihren demokratischen und liberalen Anliegen nicht ernstgenommen fühlten. Sie fanden in der Altkatholischen Kirche mit ihrer demokratischen Struktur eine neue Heimat.