Felssicherung - Hangschutz

Bergputzen und Felskontrolle

Bergputzer in Mül mit Aussicht auf die Salzach sowie die Stadt selbst
Bergputzer in Mülln

Felssicherung heißt jährliche Betreuung von 300.000 m² Fels und Befahrung der stadteigenen Berge.
Kontrolle und Abschlagen von Lockergestein, Entfernung der Sträucher und Bäume aus den Felswänden müssen in  regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.
Der Abbau von losen Felspartien an gefährdeten Stellen wird von den Bergputzern bewältigt. Manchmal werden sogar zur Sicherung der Felsabbrüche Felsanker angebracht.
Felskontrollen starten jedes Jahr im Frühling
Mit Hammer und Brechstange wird dann loses, abgesprengtes Gestein abgeklopft – eine schwere, Kräfte raubende Arbeit. Rund 80 m³ Abräummaterial wird pro Jahr in Kübeln abtransportiert. Monatlich werden mehrere Messstellen am Mönchsberg (oberhalb der Pferdeschwemme) und am Hellbrunnerberg (Steintheater) kontrolliert und die Steinfänge regelmäßig von Schutt und Geröll befreit.
Der Job der Bergputzer der Stadt ist schon im Sommer nicht jedermanns Sache. Im Winter aber müssen die mutigen Männer nicht nur schwindelfrei, sondern dazu noch 'frostsicher' sein. Auch Eiszapfen – etwa im Bereich des Sigmundstors – seien in den Wintermonaten zu entfernen.
An Felskanten und –wänden schneiden wir Sträucher und Stauden zurück, um Wachstum und damit Sprengkraft der Wurzeln einzubremsen. Im Jahr schneiden wir Sträucher auf einer Fläche von 32.400 m², das sind etwa zwölf Fußballfelder.

Service & Kontakt

Bergskarpierung - Felssicherung
Adresse: Josef-Brandstätter-Straße 4, 5024 Salzburg
E-Mail: kanalamt@stadt-salzburg.at
Jörg Eßl
Tel. +43
Dipl.-Ing. Bernhard Koch
Wasserbau, Hochwasserschutz, Bergskarpierung
weiteres controlling am Mönchsberg
3 2017 Weiteres Controlling

Schutz vor Steinschlag, Erdrutsch und ähnlichen Ereignissen
Auf Grund der Bestimmung des § 38 Abs. 6 des Salzburger Stadtrechtes 1966, LGBl.Nr. 47/1966 idF LGBl.Nr. 16/1970, wurde zur Abwehr bzw. Beseitigung von das örtliche Gemeinschaftsleben störenden Missständen, nämlich der Gefährdung von Personen und der Beeinträchtigung von bebauten und unbebauten Grundstücken durch Steinschlag, Erdrutsch und ähnliche Ereignisse, die von Grundstücken infolge ihrer Eigenschaft als Hanggrundstück ausgehen können, diese Verordnung erlassen.
Zusammengefasst ist jedenfalls das Anschneiden von Hängen bzw. jede sich auf die Sicherheit von Grundstücken auswirkende Maßnahme oder Handlung untersagt. 
Bei Gefährdung im Stadtgebiet von Salzburg ausgehend von einem Hangrutsch (Steinschlag, Erdrutsch u.ä.) ergeht die Meldung an das Amt für öffentliche Ordnung bzw an die Salzburger Berufsfeuerwehr.

Bergputzer - Beruf und Berufung

Über den herbstlichen Dächern der Stadt
Über den Dächern der Stadt

Arbeit hoch über den Dächern der Altstadt.
Die Stadt Salzburg besitzt mit ihren aufragenden Stadtbergen mitten in der Altstadt einen einzigartigen weitläufigen Grünraum. Die Abhänge der Berges stellen aber auch eine Gefahr dar. In der Stadt Salzburg gibt es seit 1778 einen Männerberuf, der wohl einmalig ist - nämlich den Beruf des  'Bergputzers'. Seit Jahrhunderten sichern die Salzburger Bergputzer den Fels von Mönchsberg, Kapuzinerberg, Rainberg, Festungsberg und Hellbrunner Berg. 
Der Berufszweig geht auf eine schwere Felssturzkatastrophe am 16. Juli 1669 zurück. Aber schon vor dem Jahr 1669 wurde der Fels fallweise im Auftrag der betroffenen Bürgerschaft von Bergputzern gesäubert.

Die ersten Bergputzer, als kühne Helden angesehen, hießen angeblich Hauser, Brandauer und Jager. Diese Namen sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben, weil es Sitte wurde, auch nachfolgende Bergputzer so zu rufen.

Historie

Arbeiter bei der täglichen Arbeit der Felssicherung am Berg
Die tägliche Arbeit der Felssicherung

Seit Jahrhunderten sichern die Salzburger Bergputzer den Fels von Mönchsberg, Kapuzinerberg, Rainberg, Festungsberg  und Hellbrunner Berg, das sind insgesamt Flächen von 250.000 bis 300.000m² Fels. 

Die Stadt Salzburg besitzt mit ihren aufragenden Stadtbergen mitten in der Altstadt einen einzigartigen weitläufigen Grünraum. Die Abhänge der Berges stellen aber auch eine Gefahr dar. Bergstürze am Mönchsberg und am Kapuzinerberg sind seit dem Mittelalter bekannt. Besonders gefährlich und stark mit Klüften durchsetzt war seit jeher der Fels des Mönchsberges zwischen dem Sigundstor (Neutor) und dem Klausentor. Auch der brüchige Kapuzinerberg-Dolomit birgt vor allem im Nordabfall und Westabfall seit Jahrhunderten besondere Gefahren.

Felssturz vom 16. Juli 1669 - schwersten Bergsturzkatastrophe
Zwischen 2 und 3 Uhr morgens lösten sich damals riesige Felsmassen von den steilen Felswänden im Nordosten des Mönchsberges und zerstörten die Markuskirche, das „Seminarium Alumnorum", die Lieb-Frauen-Kapelle, auch Berglkirche genannt und 13 Häuser „in der Gstätten", wie die Häuser der heutigen Gstättengasse und am Ursulinenplatz damals genannt wurden. Insgesamt kamen bei diesem schrecklichen Unglück 230 Menschen ums Leben. Viele der Toten waren Bürger, die damals unverzüglich begannen, mögliche Überlebende zu bergen, aber dabei selbst von einem nachfolgenden Bergsturz verschüttet wurden. Alle diese Toten wurden damaligen Bürgerspitalfriedhof nächst der Bürgerspitalkirche beerdigt.
Ursache des Unglücks war einerseits das besonders kluftreiche Konglomeratgestein und andererseits wurde festgestellt, dass zu viele Keller, Gewölbe und Kammern dicht nebeneinander in den Fels führten und der Berg dadurch so ausgehöhlt worden war und dass die darüber hängenden Felsmassen nachgaben. Poröses Gestein, Eis, Wasser, Hitze und Kälte taten das Ihre.

Angeblich war nach dem Bergsturz der Schuttberg so hoch, dass man fast bis auf den Plateauberg hinauf gelangen konnte. Die Stadt brauchte zehn Jahre, um den riesigen Schuttberg ganz zu entfernen. Lange blieb der dortige Raum unbebaut, zu groß war die Furcht vor neuen Bergstürzen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde diese Felsputzarbeit als 'Säubern' des Felses bereits im Jahr 1574. Also schon vor 1669 wurde der Fels im Auftrag der Bürgerschaft mehrfach von Bergputzern gesäubert, die damals meist Bergskarpierer oder allgemein Steinbrecher genannt wurden. Seit 1669 werden die Felsen der inneren Stadtberge regelmäßig geputzt. An der Außenmauer der Ursulinenkirche in der Gstättengasse erinnert heute eine Marmortafel an das schreckliche Unglück. Im 19. Jahrhundert bürgerte sich der heutige Name des 'Bergputzers' ein. Mit der gefährlichen Arbeit beauftragte man in der Regel bergkundige Steinbruch-Arbeiter, wie sie in der Stadt an verschiedenen Orten tätig waren oder aber der Bergknappen vom Dürrnberg.

Nachdem in einem einem gewaltigen Bergsturz in der Christnacht des Jahres 1768 der gesamte Hundstein-Gipfel  im Lungauer Lignitztal ins Tal gedonnert und dort weite Almflächen verschüttet hatte, wurde in  einer eigenen „Hofrathsverordnung“  des Jahres 1778 festgelegt, dass der Berg jährlich zu besichtigen, zu befahren und zu säubern ist. Zuerst hatte dabei die Stadtgemeinde ein Drittel der Kosten zu tragen.