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Marmorsaal

Von 1924 bis 1938 - altkatholische Kirche

Bild vergrößernSchlosskirche Mirabell Altar; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Schlosskirche Mirabell Altar; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernAltkatholische Kirche im Schloss Mirabell; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Altkatholische Kirche im Schloss Mirabell; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernKircheninnenfenster; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Kircheninnenfenster; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Der Marmorsaal beherbergte vor 80 Jahren die Altkatholische  Kirche.
Nachdem die Altkatholiken in Salzburg 1922 eine eigene Gemeinde geworden sind, hatten sie bis ins Jahr 1924 keine fixe Gottesdienststätte. So fanden etliche Gottesdienste unter freiem Himmel statt, so auch im Schlosshof des Schlosses Mirabell.    

Heute ist der Marmorsaal ein weltberühmter Trauungssaal, der Paare aus allen Erdteilen in die Ehe führt.

1924 wurde den Altkatholiken von der Stadtgemeinde der Marmorsaal im Schloss Mirabell für den Gottesdienst zur Verfügung gestellt, der in der Folge zu einer Kirche umgestaltet wurde. Mit den Reichsehegesetzen und dem Beginn der standesamtlichen Trauungen (die es bis 1938 in Österreich nicht gab) wurde ihnen der Marmorsaal wieder genommen und dafür die Schlosskapelle, siehe Fotos, zur Verfügung gestellt.
Die Einweihung der Marmorkirche war mit einer Firmung verbunden, die der spätere Bischof Adalbert Schindelar 35 Kindern spendete.     

Pfarrer Marschalt ließ ein Altarbild anfertigen, auf dem Jesus zu den Menschen spricht. Das Gesicht des Jesus auf dem Altarbild war dem Gesicht des Bischofs Schindelar nachempfunden. Die Gesichter der umstehenden Zuhörer lassen die Züge der Salzburger Gemeindevorstände erkennen.  

Die Altkatholische Kirche ist 1870 im Protest gegen die Unfehlbarkeit des Papstes entstanden und ist eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Sie ist demokratisch strukturiert, hat verheiratete Seelsorger, geweihte Priesterinnen, kennt eine zweite kirchliche Trauung und segnet gleichgeschlechtlich liebende Menschen. In Salzburg gibt es derzeit 900 Altkatholiken - Tendenz steigend, sowie eine lebendige Gemeinde mit sozialem Engagement wie z.B. Aktion Vinzibus oder Schubhaftseelsorge.
Die Gründung der Altkatholischen Gemeinde zeigt nicht zuletzt auch starke Bezüge zur Sozialdemokratie. Zwischen 1907 und 1924 haben viele sozialistische Eisenbahner die römisch-katholische Kirche verlassen, weil sie sich von ihr in ihren demokratischen und liberalen Anliegen nicht ernstgenommen fühlten. Sie fanden in der Altkatholischen Kirche mit ihrer demokratischen Struktur eine neue Heimat.

Mittlerweile hat sich in Salzburg eine altkatholische Gemeinde gebildet, die im Jahr 1921 an die Stadtgemeinde das Ansuchen richtete ihr die Schlosskirche Mirabell für ihre Gottesdienste zu überlassen.

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Stand: 21.10.2014, Richilde Haybäck