Hintergrundbild
Kultur
 
Internationale Kontakte
StipendiatInnen

2008 / Stefan Weidner

Bild vergrößernStefan Weidner; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Stefan Weidner; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg

Das erste dreimonatige Aufenthaltsstipendium in Erinnerung an den Poeten und Sprachkünstler H.C. Artmann vergab die Stadt Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Salzburg 2008 an den Autor, Übersetzer und Literaturkritiker Stefan Weidner.
Kulturressortchef Bürgermeister Heinz Schaden: „H.C. Artmann hat 20 Jahre lang in Salzburg gelebt und nicht zuletzt als Gründungsmitglied des Literaturhauses im Eizenbergerhof seine Spuren in unserer Stadt hinterlassen. Dass wir ein Stipendium im Geist und in Erinnerung an den eigenwilligen Denker und Dichter Artmann vergeben, soll als Signal an junge Autorinnen und Autoren gelten, das Eigenständige zu wagen. Mit dem H.C. Artmann Literaturstipendium schaffen wir für den jeweiligen Stipendiaten ein Vierteljahr lang Raum dafür.“

Die Vergabe-Jury des H.C. Artmann Stipendiums zeigte sich von Stefan Weidners Interesse für andere Sprachen und Kulturen beeindruckt: Gerade über das brandaktuelle Thema Islam habe der Autor „als Aufklärer im besten Sinn“ seinem Lesepublikum viel zu sagen. Sein vehementes Interesse für andere Sprachen und Kulturen verbinde ihn mit dem Namensgeber des Stipendiums. Die Süddeutsche Zeitung schreibt über Weidners jüngste Publikation „Fes“: „Mitunter erreicht dieses Buch das Niveau der großen Reiseliteratur eines Wolfgang Koeppen, wenn im Unscheinbaren sich die Weltgeschichte spiegelt. All jenen, die die arabisch-islamische Welt heute nur noch aus der Problemperspektive wahrnehmen, sei dieses Buch als Verständnishilfe empfohlen. Allen anderen ist es vergnüglicher Kenntnisgewinn.“ (SZ, 18.1.07)

Seit 1. Februar nutzt Stefan Weidner, geboren 1967 in Köln, den Aufenthalt in Salzburg um seinen Roman „Das Jahr der Pfefferminze“ fertig zu stellen, der im Herbst 2008 erscheinen soll. Das Buch ist als Abenteuer-, Bildungs- und Reiseroman angelegt, der – so der Autor – „das sinnstiftende Potential des Genres mit besonderem Bezug auf die Erfahrung einer fremden Welt und Religion wiederbeleben will. Über die vergegenwärtigte Erinnerung des Erzählers an eine Reise im Alter von 17 Jahren nach Marokko, Algerien und Tunesien, wird der Versuch, heute noch einen Bildungsroman zu schreiben, selbst zum Abenteuer.“  

Stefan Weidner - Kurzbiographie
Stefan Weidner, geboren 1967, lebt in Köln. Er studierte Islamwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn und arbeitet als Autor, Übersetzer und Literaturkritiker. Seit 2001 ist Weidner außerdem Chefredakteur der Zeitschrift „Fikrun wa Fann/Art & Thought“, die vom Goethe-Institut herausgegeben wird und zum Dialog zwischen westlicher und islamisch geprägter Kultur beitragen soll.
Stefan Weidner hat zahlreiche Lyriker aus dem Arabischen übersetzt, darunter Adonis und Mahmud Darwisch. 2006 wurde er mit dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet, 2007 mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung.

Stefan Weidner - Publikationen (Auszug):
„Erlesener Orient“ (Literaturkritiken, 2004)
„Mohammedanische Versuchungen. Ein erzählter Essay“ (2004)
„… und sehnen uns nach einem neuen Gott. Poesie und Religion im Werk von Adonis.“ (2005)
„Allah heißt Gott. Eine Reise durch den Islam“ (2006)
„Fes. Sieben Umkreisungen“ (2006)

Stand: 22.4.2011, Verena Braschel