Hintergrundbild
Kultur
 
Internationale Kontakte
StipendiatInnen

2012 / Lidija Dimkovska

Bild vergrößernLidija Dimkovska; Quelle: Lidija Dimkovska

Lidija Dimkovska; Quelle: Lidija Dimkovska

In Erinnerung an den Poeten und Sprachkünstler H.C. Artmann vergibt die Stadt Salzburg gemeinsam mit dem Literaturhaus Salzburg seit 2008 jährlich das H.C. Artmann-Literaturstipendium für ein- bis dreimonatige Aufenthalte als StadtschreiberIn in Salzburg.

Im Juli 2012 wird die makedonische Autorin und Übersetzerin Lidija Dimkovska als Writer in residence in Salzburg leben und schreiben. Das Stipendium umfasst neben EUR 1.500,-- auch die Wohnmöglichkeit in einer komplett ausgestatteten, von der Kulturabteilung der Stadt betreuten, Kleinwohnung in Altstadtnähe. Am 4. Juli tritt sie gemeinsam mit der österreichischen Jazzpianistin Sabina Hank im Literaturhaus auf und liest aus ihrem Lyrik-Band „Anständiges Mädchen“.

Lidija Dimkovska – sie trat schon einmal gemeinsam mit Edo Popovic und Andrej Nikolaidis im März 2010 auf Einladung des Salzburger Literaturhauses bei einer Balkan-Nacht im Jazzit auf – wird in Salzburg an der Fertigstellung ihres neuen Romans arbeiten. Sie wurde von Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann als wichtigste Stimme der jungen Literatur Makedoniens ausgewählt, die – so die Begründung – in ihren Texten intensive Bilder voller Poesie, Ironie und Tiefsinn erschafft, gekonnt mit Metaphern spielt und den Leser, die Leserin eindringlich und einfühlsam in ihre Welt entführt, unsere Welt: absurd, komisch, wunderbar, todernst, alltäglich und immer wieder überraschend.
Zuletzt wurde ihr Lyrikband „Anständiges Mädchen“ (Edition Korrespondenzen, 2010, übersetzt von Alexander Sitzmann; die erste Publikation Dimkovskas, die auf Deutsch erschienen ist)  für die Shortlist des internationalen, alle zwei Jahre vergebenen Literatur- und Übersetzerpreises „Brücke Berlin“ nominiert – als einziger Gedichtband neben den Romanen der berühmten Autorenkollegen Juri Andruchowytsch, Mircea Cartarescu, Bora Cosic und Peter Nadas.

Lidija Dimkovska wurde 1971 in Skopje (Makedonien) geboren, wuchs bei ihren Großeltern im Dörfchen Slegovo auf und studierte Komparatistik an der Universität Skopje. Danach lehrte sie an der Bukarester Universität Mazedonische Sprache und Literatur und promovierte über den rumänischen Dichter Nichita Stanescu. Bereits während des Studiums verfasste sie Gedichte, die durch die Kombination von surrealen Skurrilitäten und scharfsinniger Analyse der modernen osteuropäischen Gesellschaft auffielen und überraschten. Seit 1991 erschienen fünf Gedichtbände und ein Roman. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 2009 mit dem Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik. Sie lebt und arbeitet gegenwärtig als Lyrikerin, Essayistin, literarische Übersetzerin und Dozentin für internationale Literatur in Ljubljana (Slowenien).

Noch Fragen?

Stand: 14.7.2015, Verena Braschel