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BÜRGERBRIEFE DER STADT FÜR DREI VERDIENTE SALZBURGER

    Bürgerbriefe der stadt für drei verdiente salzburger KR Wolfgang Gehmacher, Dr. Karl Margreiter, Josef Brunauer geehrt In seinem Amtsräumen überrre...
 
Di, 4. Februar 1997
Bürgerbriefe der stadt für drei verdiente salzburger
KR Wolfgang Gehmacher, Dr. Karl Margreiter, Josef Brunauer geehrt
In seinem Amtsräumen überrreichte Salzburgs Bürgermeister Dr. Josef Dechant heute, Dienstag 4. Februar, den Bürgerbrief der Stadt an drei verdienstvolle Persönlichkeiten. Ausgezeichnet wurden der langjährige Präsident des Roten Kreuzes, Rechtsanwalt Dr. Karl Margreiter, der Vizepräsident der Stiftung Mozarteum, Kommerzialrat Wolfgang Gehmacher sowie Josef Brunauer, Vizepräsident des Roten Kreuzes und lange Jahre Präsident der Arbeiterkammer und Landtagsabgeordneter der SPÖ. Die drei Persönlichkeiten haben in ihren individuellen Biographien jeweils einen Beitrag für das Gemeinwesen unserer Stadt geleistet, der weit über das "normale" Maß einer Karriere im Beruf hinausgeht, begründete Dechant die Zuerkennung der Bürgerbriefe. Menschen wie Margreiter, Gehmacher oder Brunauer sind unverzichtbar für das Funktionieren eines Gemeinwesens, das vom Engagement der Bürgerschaft ganz wesentlich geprägt wird.
Fotos von der Bürgerbrief-Verleihung werden den Redaktionen angeboten und zugestellt. Die Lebensläufe der Geehrten finden sich in der Beilage.
Josef Brunauer wurde 4. August 1921 in Salzburg geboren. Sein Vater war der Postbeamte Josef Brunauer, der in den 30er Jahren als Sozialdemokrat unter die politischen Maßregelungen fiel und nach 1945 maßgeblich am Wiederaufbau des Postwesens im Land Salzburg beteiligt war. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule begann Braunauer 1937 als Lehrling in einem Salzburger Tischlereibetrieb. Seine Ausbildung schloß er mit der Gesellenprüfung ab und arbeitete als Geselle, bis er nach Kriegsbeginn zur Deutschen Wehrmacht eingezogen wurde.
Nach Kriegsdienst und kurzer Kriegsgefangenschaft begann für Brunauer seine Karriere als Gewerkschafter und Politiker. 1948 wurde er Sekretär der bau- und Holzarbeitergewerkschaft, bereits 1954 in die Kamer für Arbeiter und Angestellte gewählt. Zwei Jahre später sandte ihn die SPÖ als Nachfolger für Josef Kaut, der Landesrat wurde, in den Landtag. Dieses Mandat, dem er sich immer mit großem Ernst verpflichtet fühlte, legte er am 18. Oktober 1983 zurück.
In seiner Tätigkeit als Sekretär der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter trug er maßgeblich zur Beseitigung der Winterarbeitslosigkeit im Baugewerbe bei und wirkte an der Verbesserung des Arbeitsmarktes in den strukturell benachteiligten Landesstellen maßgeblich mit.
Im November 1966 wurde Josef Brunauer zum Präsidenten der Kammer für Arbeiter- und Angestellte gewählt. Auch hier nutzte Brunauer seine langjährige Erfahrung als Gewerkschafter, um mit einem Terminplan für Bauvorhaben der öffentlichen Hand die Beschäftigungslage im Land Salzburg nachhaltig positiv zu beeinflussen. Die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Initiativen Brunauers haben vielfach ihren Niederschlag gefunden, wie überhaupt das Wort des Arbeiterkammerpräsidenten Brunauer im Landtag, bei der Landesregierung und beim Sozialpartner immer Gewicht hatte.
In seiner Eigenschaft als Arbeiterkammerpräsident förderte er vor allem jene Einrichtungen, die von den Arbeitnehmern unmittelbar in Anspruch genommen werden konnten. Als Beispiel ist die Konsumenteninformation zu erwähnen, die neben individueller Beratung auch umfangreiche Preis- und Qualitätstests vornimmt, und dadurch in vielen Fällen Verbesserungen für den Komsumenten erreicht.
Die von Brunauer angestrebte stärkere persönliche Betreuung von Arbeitnehmern - schon früh wurde er von den Arbeitern freundschaftlich unser "Joschi" genannt - führte ferner zur Erweiterung der Beratungsangebote im arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Bereich sowie in Steuerangelegenheiten.
Seite 1978 ist Präsident Josef Brunauer Vizepräsident des Roten Kreuzes und hat neben dem zweiten Ehrengast, Präsident Dr. Karl Margreiter, wesentliche Impulse für das Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Salzburg, gesetzt.
Präsident Dr. Margreiter wurde 1926 in Eschenau bei Taxenbach als Sohn und achtes von neun Kindern des dortigen Schuldirektors geboren, besuchte in seinem Heimatort die Volksschule, absolvierte anschließend das humanistische Gymnasium in Salzburg und später das Gymnasium am Kreuzberg.
1943 war er als Flak-Helfer im Einsatz und wurde anschließend zur Deutschen Wehrmacht einberufen.
Nach Kriegsende setzte er das Gymnasium in Salzburg fort und maturierte 1946. Nach Absolvierung des Jus-Studiums an der Universität Innsbruck erfolgte seine Promotion zum Doktor der Rechte im Jahre 1950.
Nach Gerichtspraxis in Zell am See und Salzburg und Konzipiententätigkeit etablierte sich Dr. Margreiter 1957 in Salzburg als selbständiger Anwalt und führt eine Kanzleigemeinschaft mit seinem Sohn, Herrn RA Dr. Herbert Margreiter. Er genießt in Salzburg als Rechtsanwalt hohes Ansehen.
Seit 1962 ist Herr Präsident RA Dr. Margreiter in der Organisation des Roten Kreuzes ehrenamtlich tätig, war als Abteilungskommandant Instrukteur für alle Fahrer des Roten Kreuzes, wurde 1967 zum Kolonnenkommandant-Stellvertreter der Freiwilligen Rettungskolonne Salzburg ernannt und 1971 zum Vizepräsident des Rotkreuz-Landesverbandes bestellt. 1984 erfolgte die einstimmige Wahl der Delegierten von Herrn RA Dr. Karl Margreiter zum Präsidenten des Landesverbandes, ebenso einstimmig die Wiederwahl bei den Generalversammlungen 1989 und 1994.
Herr Dr. Karl Margreiter ist ein Präsident für alle Rotkreuz-Mitarbeiter und genießt hohe Popularität und Ansehen. Unter seiner Präsidentschaft erfolgte gerade in den letzten Jahren eine wirtschaftliche Neustrukturierung des Roten Kreuzes, sowie die Übernahme vieler Aufgaben im Gesundheits- und Sozialen Bereich. Besonders erwähnt sei hier der Ausbau der medizinischen Hauskrankenpflege, des Notruf-Hilfesystems für Senioren, die neu übernommene Aufgabe "Essen zu Hause", die Führung eines Tageszentrums für Senioren und im Bereich des Rettungswesens die Einführung des flächendeckenden Notarztsystems auf Basis Notarzteinsatzfahrzeug und Notarztwagen, verbunden mit der Modernisierung des gesamten Fuhrparkes, mit einer Investitionssumme von über 70 Millionen Schilling. Ergänzend die Inbetriebnahme eines weiteren Notarzthubschraubers für die Wintersaison in den Gebieten Pinzgau und Pongau. Es erfolgte auch die Renovierung und Erweiterung bestehender Dienststellen, aber auch die Gründung neuer Ortsstellen, wie Golling, Wald/Pzg., Hof und Seekirchen. Als besonderer Erfolg ist auch zu werten, daß das Hotel Billroth, welches nur als Saisonhotel genützt wurde und seit 1942 im Besitz des Roten Kreuzes als Aus- und Fortbildungszentrum dient und auch den Rotkreuz-MitarbeiterInnen zu diesen Zwecken zur Verfügung gestellt werden konnte. Präsident RA Dr. Karl Margreiter unterstützte ganz besonders alle Maßnahmen der Aus-, Weiter- und Fortbildung der Mitarbeiter, um in allen Aufgabenbereichen einen hohen Qualitätsstandard zu garantieren.
Herr Präsident RA Dr. Karl Margreiter ist auch Mitglied des Arbeitsausschusses des Österreichischen Roten Kreuzes, wo aufgrund seiner großen Erfahrung sein Wort Gewicht und Aussagekraft hat. Der Landesverband Salzburg wurde unter der Leitung von Herrn Präsident RA Dr. Karl Margreiter in vielen Bereichen, auch im nationalen und internationalen Geschehen, zum Vorbild. Mitglieder des Salzburger Roten Kreuzes wurden auch mit verantwortungsvollen nationalen Aufgaben betraut.
Für seine außerordentlichen Verdienste wurde er mit hohen Auszeichnungen bedacht.
1967Bronzene Verdienstmedaille
1972Bronzenes Dienstjahrabzeichen
1972Goldene Verdienstmedaille
1976Silbernes Dienstjahrabzeichen
1978Verdienstkreuz des Österreichischen Roten Kreuzes
1978Silbernes Ehrenzeichen des Landes Salzburg
1982Goldenes Dienstjahrabzeichen
1984Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik
Östereich
1985Verdienstkreuz 1. Stufe der Landesfeuerwehr
1986Goldenes Ehrenzeichen des Landesverbandes Salzburg
1992Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg
KR Wolfgang Gehmacher
Geburtsdaten:
1. Oktober 1931 in Salzburg (Vollendung des 66. Lebensjahres)
Ausbildung:
Gymnasium und Handelsakademie
Bundeslehranstalt für Textilindustrie in Wien
Berufslaufbahn:
seit 1952 Eintritt in die Fa. Gehmacher
ab 1963 Leiter der Fa. Gehmacher
seit 1967 Geschäftsführender Gesellschafter der Firma M.
Gehmacher (Teppiche und Bodenbeläge)
Sonstige Funktionen:
seit 1965Kammerfunktionär
1967Mitbegründer der Interessensgemeinschaft des
Salzburger Handels
seit 1974Gründungs- und Vorstandsmitglied der Innen-
stadtgenossenschaft
seit 1977Landesgremialvorsteher-Stv. des Möbelhandels
seit 1980Bundesgremialvorsteher-Stv. des Möbelhandels
1969 - 1984Mitglied des Landesschulratskollegiums
seit 1977Kuratoriumsmitglied der Salzburger Festspiele
seit 1982Vizepräsident der Internationalen Stiftung
Mozarteum
seit 1990Vizepräsident der Internationalen Stiftung
Association

www.stadt-salzburg.at
Stand: 3.3.2011, Richilde Haybäck