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„Gefühlsinjektionen“ für die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus

Zweiter Vortrag des Stadtarchivs zur Kultur des NS-Regimes füllt erneut TriBühne
 
Fr, 15. Oktober 2010

Anhaltendes Interesse gab es Donnerstagabend, 14. Oktober 2010, an der Vortragsreihe des Stadtarchivs zur Geschichte des Nationalsozialismus in Salzburg. Priv. Doz. Dr. Christoph Kühberger (Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Salzburg) stellte vor knapp 200 ZuhörerInnen die nationalsozialistischen Inszenierungen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Der Historiker zeichnete ein ernüchterndes Bild der emotionalen Massenmobilisierung für politische Veranstaltungen in der Stadt. Kühberger stellte fest: „Die Vereinnahmung der Gefühle und die Manipulation funktionieren nicht so, wie sie lange Zeit verstanden wurden. Die neuere geschichtswissenschaftliche Forschung geht davon aus, dass die ‚Verführten‘ eine Bereitschaft zeigen und einwilligen mussten, um in eine Gefühlsaufruhr zu verfallen. In den vorhandenen historischen Quellen ist aber für Salzburg ohnedies vor allem die Schaulust der Bevölkerung dokumentiert.“

In seinen Ausführungen analysierte der Salzburger Historiker erstmals auch die Innenstadt als Ort politischer Feierlichkeiten des Regimes. Fahnen, Marschblöcke, Lautsprecheranlagen etc. wurden dort zu einem propagandistischen Gesamtwerk zusammengefügt. Die Umsetzung blieb, so Kühberger, in Teilen aber dennoch provinziell.


www.stadt-salzburg.at
Nationalsozialistische Inszenierung: Nationalsozialistische Inszenierung:
© AStS/Fotoarchiv Krieger
Historiker Dr. Christoph Kühberger Historiker Dr. Christoph Kühberger
© AStS/Miller
Stand: 3.3.2011, Karl Schupfer