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Im Mirabell: Der ursprünglichen Marmorstiege auf der Spur

Wiener Atelier Mahr erarbeitet „Muster-Achse“ für künftige Restaurierung
 
Fr, 4. April 2014

Unter einem Gerüst hindurch muss, wer derzeit über die Marmorstiege in den zweiten Stock des Schlosses Mirabell will. Grund: Das Atelier Mahr aus Wien erarbeitet gerade gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt um rund 15.000 € eine „Muster-Achse“ für die geplante Restaurierung des weltbekannten Prunkaufgangs. Hochzeiter sind von den Arbeiten nicht betroffen.

Restaurator Thoma Mahr: „Es handelt sich bei unserer Muster-Achse um einen vertikalen Teilbereich von der Decke über die Wand bis zum Boden. Der wird von uns gesäubert, gefestigt und wiederhergestellt. Er dient dann als Vorlage für die künftige Restaurierung der gesamten Stiege.“ 2009 sind bereits der Boden im Erdgeschoß sowie Geländer und Treppen des ersten Stiegenaufgangs fachgerecht erneuert worden.

Kunstmarmor an den Wänden

Mahr beschäftigt sich insbesondere mit Schäden, Rissen und Hohlstellen des verwendeten Stuckmarmors (= Kunstmarmor!). Er hat sich, wie er sagt, die „schlechteste Stelle“ zur Überarbeitung ausgesucht. Mahr: „Es geht uns um eine ‚Zielfindung‘, damit schließlich der historische Gesamteindruck der Marmorstiege wiederhergestellt werden kann.“

Geschichte der Marmorstiege

Die Marmorstiege im Schloss Mirabell wurde nach Plänen des Hofarchitekten Johann Lukas von Hildebrandt (1721 und 1727) im Auftrag von Erzbischof Franz Anton Graf Harrach als Prunkstiege errichtet. Die Nischenskulpturen stammen von Georg Raphael Donner und seiner Werkstatt, die Putti-Figuren von Johann Franz Caspar. Marmorierer waren die Gebrüder Haggenmiller aus Wien, Schöpfer des Bandlwerk-Stucks Jakob Gall.

Im Jahr 1818 führte ein verheerender Stadtbrand zu großen Schäden am Gebäude und auch an der Stiege. Das Schloss wurde danach im damaligen klassizistischen Stil nach Plänen von Johann G. Hagenauer wieder aufgebaut. Dadurch verlor der Bau viel von seinem einst einzigartigen barocken Erscheinungsbild. Schäden gab es zudem im Zweiten Weltkrieg.

Arbeiten auch am Schlossdach

Auch ein Teil der Schlossfassade beim Pegasus-Brunnen ist derzeit eingerüstet. Es ist für Bauarbeiten am Dach nötig. Ein vermorschter Teil des Dachstuhls und ein Abschnitt der Dachkante sowie des 150 Jahre alten Kupferdaches müssen ausgetauscht werden. Starkregen-Ereignisse hatten hier zu massiven Wasserschäden im Schlossinneren geführt. Veranschlagte Kosten dafür: rund 20.000 €.


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Hier wird gewerkt: Hier wird gewerkt:
© Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / K. Schupfer
Zeigt die Schäden: Zeigt die Schäden:
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Reinigen, festigen, restaurieren: Reinigen, festigen, restaurieren:
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Für Arbeiten am Dach: Für Arbeiten am Dach:
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Stand: 4.4.2014, Karl Schupfer