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Presse

Salzburg wichtige Partnerin im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

Hagenauer: "Bund muss den Gemeinden Geld zur Verfügung stellen!"
 
Mi, 7. März 2018

„Endlich erkennt auch das Integrationsministerium, wie wichtig es ist, sich dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) aktiv zu widmen!". Das sagte Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer in einer ersten Reaktion auf das gestrige Pressegespräch von Integrationsministerin Karin Kneissl. Und stellt weiter klar: “Das ist kein Wiener Problem, sondern ein österreichweites. Die Ministerin wäre gut beraten, die Gemeinden mit ins Boot zu holen und nicht alleine zu lassen!“ Es gibt Länder, in denen laut UNICEF über 90 (!) Prozent der Mädchen verstümmelt werden. Basierend auf diesen Fakten muss man davon ausgehen, dass Menschen von dort auch hier oder auf Heimaturlauben ihre Töchter verstümmeln lassen. Das ist schwerste Körperverletzung, die auch seelische Narben hinterlässt. An sich steht weibliche Genitalverstümmelung in Österreich unter Strafe. Es gibt auch immer wieder Vermutungen bzw. konkrete Verdachtsfälle – jedoch ist es in ganz Österreich noch nie zu einer Verurteilung wegen dieses Verbrechens gekommen,“ so Hagenauer und weiter: "Das Wichtigste ist Aufklärung, aber auch konkrete Verdachtsmomente anzuzeigen! Was hilft ein Gesetz, wenn es nicht vollzogen wird?" Aus diesem Grund hat Hagenauer schon in den letzten Jahren die Mitarbeiter*innen des Jugendamtes und der Kindergärten in Schulungen für dieses spezielle Thema sensibilisieren lassen.

Auch die medizinische Hilfe von Betroffenen ist wichtig. So sei die angekündigte finanzielle Unterstützung wohl ein Schritt in die richtige Richtung, reiche aber bei weitem nicht aus, um das Thema in seiner Gesamtheit zu behandeln. Im Kampf gegen FGM brauche es einen nationales Schulterschluss, neue Wege und vor allem ausreichend finanzielle Mittel. Hagenauer fordert die Integrationsministerin in diesem Zusammenhang auf,
1. den Gemeinden ausreichend finanzielle Mittel für den Kampf gegen FGM zur Verfügung zu stellen
2. sich für gesetzliche Änderungen einzusetzen, die es ermöglichen, Mädchen aus betroffenen Regionen präventiv zu untersuchen
3. eine österreichweite Aufklärungsoffensive zu starten um betroffene Communities, aber auch Ärzte, Pflegekräfte, Lehrer und pädagogisches Personal sowie Polizisten über dieses Thema aufzuklären und zu sensibilisieren.

"Ich sehe hier die Städte und im Speziellen die Stadt Salzburg, die seit zwei Jahren aktiv gegen FGM vorgeht, als starken und wichtigen Partner des Bundes im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung. Es darf keine Toleranz gegen diese grausamen Praktiken mehr geben - die Zeit des Wegschauens muss endlich vorbei sein", so Hagenauer.


www.stadt-salzburg.at
Stand: 8.3.2018, Sabine Möseneder