Kunst-Litfaßsäulen und Digiscreen 2021

Aus den 41 Wettbewerbseinreichungen 2021, wählte die Jury zwölf Projekte zur Umsetzung auf klassischen analogen Plakatsäulen bzw. für deren junge Varianten – die drehbare City-Light-Säule und digitale City-Lights für bewegte Bilder. Die ausgewählten Projekte setzen sich in gewohnt pointiert kritischer Form mit dem Medium Plakatsäule in allen Erscheinungsformen auseinander.
Angesichts der fortgeschriebenen Corona-Situation war es auch 2021 besonders wichtig, erweiterte Arbeits- und  Präsentationsmöglichkeiten für Künstler*innen in und aus Salzburg zu bieten. Die Kunstwerke wurden mit je 1.000 Euro prämiert, die Herstellung und Umsetzung hat wieder die Progress Werbung übernommen. 
Vom Land Salzburg ermöglicht werden erstmals auch drei Plakatkunstprojekte parallel auf Litfaßsäulen in der Stadt Hallein präsentiert.

Die sieben analogen Plakatkunstprojekte, das Werk für die moderne Variante City-Light-Säule und die vier digitalen Arbeiten für Digitale City-Lights sind im August wieder auf den Plakatsäulen und City-Lights im öffentlichen Stadtraum zu sehen.

Klassische Säulen

Angela Stauber

Angela Stauber, geb. 1977 in München, lebt und arbeitet nach einigen Arbeitsaufenthalten – u.a. 2015-16 in Großbritannien – wieder dort. Ihr Studium der Malerei und Grafik schloss sie 2005 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Sean Scully als Meisterschülerin ab.
Seitdem arbeitet sie überwiegend als Malerin, aber auch in ortsbezogenen Projekten. Ihre Werke wurden u.a. in der Staatsgalerie Stuttgart, auf der Messe Preview in Berlin oder in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung gezeigt.
www.angelastauber.com  

"Akteure der Stadt", Giselakai 47
„Akteure der Stadt“ ist eine in Collage-Technik entstandene Arbeit, die einerseits mit einer grafischen und farbstarken Werbeästhetik spielt, sich andererseits der schnellen Deutung entzieht und so für Rätselhaftigkeit und Dialog sorgt.
Dargestellt ist eine urbane Situation bestehend aus einer Mischung von verschiedenen Formen, Vorder- und Hinterschneidungen sowie Figuren.
Die dargestellten Menschen sind angehalten inmitten ihrer Bewegung, die farbigen, abstrahierten Flächen scheinen zusammenhangslos im Bildraum zu schweben.
Eine Momentaufnahme von städtischem Erfahrungsraum thematisiert gleichzeitig die menschliche Figur als Akteur im Stadtraum.

Dieter Huber

Dieter Huber gilt als Pionier der computergenerierten Kunst und befasst sich mit sozial relevanten Inhalten, die in Werkzyklen in verschiedenen künstlerischen Techniken realisiert und publiziert werden.
Seit Mitte der Achtziger Jahre Interventionen in privaten und öffentlichen Räumen weltweit, meist mit Texten. Seine Projekte über Manipulation, Gentechnik, Freude oder individuelle und soziale Veränderungen wurden weltweit in Ausstellungen gezeigt und Werke in private und öffentliche Sammlungen aufgenommen.
Dieter Huber wurde 1962 in Schladming geboren, studierte Bühnenbild, Kostümentwurf und Theatermalerei an der Hochschule Mozarteum Salzburg, lebt in Salzburg und Wien.
www.dieter-huber.com  

"Liebessäule“, Ignaz-Rieder-Kai (Radweg Volksgarten)
Für die Liebe braucht es immer zwei: Geliebte und Liebende. Liebe ist immer auf ein „Anderes“, „Äußeres“ ein „Objekt der Begierde“ ausgerichtet. Das „junge Verliebtsein“ sowie die „Alte Liebe“ sind farblich ins jeweils „Andere“ eingeschrieben, setzt sich rundum endlos fort und wird von zwei „Smilies“ kommentiert.
Individuelle Interpretationen zu dem, was für den Betrachter persönlich „Liebe ist“, sind erwünscht.
Bis hin zu Aphorismen wie „zum Fressen gern haben“ oder „Essen ist der Sex des Alters“ sind unzählige amüsante Assoziationen möglich.
Die Liebe, als ein für uns alle zentrales Thema, wird in dieser „Liebessäule“ mit einem Lächeln pur und mit schöner Leichtigkeit umgesetzt.

Christian Ecker

1961 in Salzburg geboren
1976 Ausbildung zum Lithografen seit 1990 freischaffend
1992 Auslandsstipendium für bildende Kunst – Krakau, Polen
1994 3. Malersymposium Alpinzentrum Rudolfshütte
1995 Förderatelier des Landes Salzburg – Budapest, Ungarn
2000 Malersymposium SilvrettAtelier
2009 Auslandstipendium für bildende Kunst, Frankfurt
2015 Fachklasse Fotografie – Fotohof Salzburg
2017 Fachklasse Fotografie – Story Telling, Fotohof Salzburg; Kon.Klave 4 Künstlersymposium, Saalbach; AIRStipendium – New York;
2020 KEP Arbeitsstipendium, Land Salzburg
2021 Int. Gastatelier Gmünd, Kärnten
www.christian-ecker.com  

"Keine Zeit", Franz-Josef-Kai 27 (S-Bahn) und Hallein, Praschweg 16
Ein Maßstab zur Vermessung der Zeit
In unserer schnelllebigen Zeit hat man nicht immer Zeit die Qualität der Zeit zu hinterfragen. Bekommt Zeit nach der Pandemie eine neue Qualität? Oder ist sie nur eine Illusion? Daraus entstand der Maßstab zur Vermessung der Zeit.
Im alten Griechenland gab es zwei unterschiedliche Begriffe für Zeit: Chronos und Kairos. Unter Chronos verstand man jene Zeit, die permanent vergeht. Kairos hingegen, meinte die Gunst der Stunde, den entscheidenden Augenblick.
Einmal um die Säule ist ein Tag. 1.440 Minuten hat jeder von uns pro Tag zur Verfügung. Durch die Umrundung der Säule kann man sich mit der Qualität seiner eigenen (Lebens)-Zeit auseinandersetzen. Sie ist unser kostbarstes Lebensgut.

Jari Genser

Jari Genser, geboren in Salzburg, musste erst Psychologie studieren, um herauszufinden, dass er eigentlich Künstler sein will. Studierte darum im Anschluss auch noch bildende Kunst und hat das (bis jetzt) nie bereut.
Beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit u.a. damit, wie und ob Text und Bild kombiniert werden können oder nicht. Ausstellungen u.a. in Salzburg, Wien, Berlin, Tokio und Jogjakarta.
Jari Genser lebt und arbeitet in Wien und Salzburg.
www.jarigenser.com  

"Was wäre wenn / What if", Franz-Josef-Kai (Klausentor) und Hallein, Hermann- Pramer-Platz
Nur Betrachter*innen, die bereit sind, stehenzubleiben und sich die Zeit zu nehmen, die Litfaßsäule komplett zu umrunden, können ihre Botschaft entschlüsseln.
Damit möchte ich mich bewusst von den üblicherweise auf diesem Medium zu findenden Werbebotschaften, die „auf einen Blick“ erkennbar sein sollen, abgrenzen und darauf hinweisen, dass die Auseinandersetzung mit Kunst manchmal zeitintensiv ist - sich aber dennoch lohnt.
Der Text ist das Bild und das Bild ist der Text. Schwarz auf Weiß, Weiß auf Schwarz. Form und Inhalt fließen ineinander und am Ende bleibt – wie so oft in der Kunst – eine Tautologie.

Marianne Lang

1998-2005 Universität Mozarteum, Klasse für Malerei und neue Medien bei Professor Dieter Kleinpeter
Stipendien / Preise (Auswahl):
2010 Staatsstipendium für bildende Kunst Österreich, Förderpreis Land Salzburg
2003-09 Atelierstipendien Berlin, Budapest, Montrouge, Virginia, Paris
2007 Jahresstipendium für bildende Kunst, Land Salzburg
Einzelausstellungen (Auswahl):
2020 Vermessung der Leere, Stadtgalerie Salzburg
2018 Spiegelbildlich, Bildraum 01. Wien
2017 Wald, Galerie Zimmernann Kratochwill, Graz
2015 Das Haus im Grünen, Galerie Bäckerstrasse4, Wien
2013 Intervention (3) Albertina, Wien
2011 Wallpaper, Studio Kunstverein, Salzburg
2010 Mein Zimmer im Raum, Kunstverein das Weisse Haus, Wien
Ausstellungsbeteiligungen / Projekte (Auswahl):
2021 Steiermarkschau, Kunsthaus Graz
2020 Beethoven unter einem D-A-CH, Künstlerforum, Bonn
2018 Obsession Zeichnung, Bruseum, Joanneum, Graz
2016 No Panic It´s Organic, Galerie Zimmernann Kratochwill, Graz
2015 Der Raum nach dem Raum, Kunsthaus Muerz, Mürzzuschlag
2011 Ortung, Kunstverein, Salzburg
2010 Diözesankunstpreis, Minoriten Galerie, Graz
www.mariannelang.at  

"Nachtaktiv", Elisabethkai 18 (Raiffeisengarage)
Nachtaktiv im biologischen Sinn bedeutet eine Spezialisierung von Lebewesen, die ihre Lebensgrundlage evolutionsbedingt in die Stunden nach Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang verlegen. Sinne, Aktivitäten und Strategien der Nahrungsaufnahme sowie der Fortpflanzung sind auf die in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Umwelteinflüsse eingerichtet. Dies gilt für die Fauna genauso wie für die Flora, die ebenfalls eine Unzahl an bemerkenswerten Exemplaren aufzuweisen hat. Sie besetzen nicht nur eine kleine Nische sondern füllen einen ganzen Lebensraum, zeitversetzt in einen parallelen, uns unbekannten Kosmos.
Wegwarte, Nachtkerze, Wunderblume oder Königin der Nacht - so heißen nur einige von ihnen und manifestieren sich nun als florales Motiv in Marianne Langs Arbeiten.

Johanna Binder

Johanna Binder (*1985 in Salzburg) studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ihre Arbeiten waren auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten, darunter auf der 2nd Tbilisi Triennal in Tiflis/Georgien, dem Xiao Ying Art Museum in Peking/China und dem Studio Tommaseo in Triest/Italien.
Sie gewann zahlreiche Stipendien und Preise, wie das Leuphan Arts Program der Leuphana Universität Lüneburg/Deutschland, das Jahresstipendium des Landes Salzburg und ein Stipendium an der Van Eyck Akademie in Maastricht/Holland.
www.johannabinder.at  

"ITA travel", Giselakai 51-53 (Karolinenbrücke) und Hallein, Wiespachstraße 5
In Zeiten, in denen das Reisen schwierig geworden ist, sind wir mehr als zuvor dem Imaginären ausgesetzt, den Bildern und medialen Narrationen, die unsere Vorstellungskraft bedienen. Nur mehr die Abbildung gewährt uns Eintritt in fremde Welten, die verheißungsvolle Versprechung des Exotischen verbleibt uns als sehnsuchtsvoller Traum, der sich der unmittelbaren Erfahrung entzieht.
„ITA travel“ wirbt für Reisen an imaginäre Orte, die jeweils auf stereotypen geografischen und kulturellen Inhalten aufbauen. Die Reiseagentur beschäftigt sich dabei mit dem kolonialen Erbe der Tourismusindustrie, dem touristischen Blick und der Vorstellung des Exotischen, das sich als eurozentrisches Konstrukt enthüllt.

Sigrid Langrehr

1968 geboren in Salzburg,
Studium an der Universität Mozarteum „Grafik und neue Medien“ und „Textiles Gestalten“,
Studium in Enschede an der Akademie voor beeldende Kunst AKI „Medienkunst“, Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, Arbeitsaufenthalte, Filmund Videofestivals im In- und Ausland,
eit 1995 Lehrauftrag für Videokunst an der Universität Mozarteum,    
Arbeitsbereiche: Medienkunst, Installation, Fotografie, Video, Sound, Mitglied zweier Video- und  Audioperformancegruppen.

"Leuchtturm", Franz-Josef-Kai 19 (Rotkreuzparkplatz)
Der Leuchtturm, als ein Objekt, das Sicherheit bietet, aber auch in die Irre führen kann, sind derzeit mein Thema für eine begehbare Rauminstallation, die ich für Improvisationsmusiker*innen erarbeite. Da die Litfaßsäule ebenso wie ein Leuchtturm die Form eines Zylinders hat, interpretiere ich sie als Objekt in der Landschaft, das sich idealerweise neben der Salzach befindet.
Dieser als Rauminstallation gedachte Entwurf zeigt einen Leuchtturm, der teilweise überflutet ist. Der Fluss führt bei Hochwasser Treibgut in Form von Ästen und Müll mit sich und ist schon mehrmals über die Ufer getreten. Zunehmende Umweltkatastrophen und der steigende Meeresspiegel sind Thema. Die Arbeit ist fotografisch umgesetzt und digital so bearbeitet, dass eine illusionistische  Oberfläche entsteht.

City-Light-Säule

Maja Spasova

Maja Spasova wurde auf internationalen Ausstellungen und Festivals wie der Biennale Venedig, ARTEC Nagoya, Dak’art Senegal präsentiert.
Sie hat mehr als 100 Einzelausstellungen in Kunstmuseen und Galerien in Europa und Übersee.
Die Künstlerin hat zahlreiche Kunstprojekte im urbanen öffentlichen Raum realisiert und ist weltweit in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.
Ausbildung:
Hochschule für Bildende Kunst, Sofia 1974 – 78;
Akademie der Schönen Künste, Sofia 1979– 84;
Gaststudent am Royal University College of Fine Arts in Stockholm, 1986 – 87.
www.majaspasova.com 

"Water Column", City-Light-Säule, Schumacherstraße 14 (Vorplatz Stadtbibliothek)
Water Column hinterfragt unsere tägliche Erfahrung, indem es das Element Wasser, die Königin der Horizontalen, als senkrechte Vertikale im urbanen Raum zeigt. Water Column dreht die Physik auf und ab, indem es das formlose Wasser als definierte architektonische Form präsentiert.
Water Column zeichnet sich durch sein minimalistisches Erscheinungsbild und seine starke visuelle Präsenz aus.
Bei der Begegnung mit Water Column erlebt das Publikum Bewegung, Transparenz und Licht.

Digitale City-Lights

Animierte 10-Sekunden-Spots, wiederkehrend im Loop auf allen Screens der Progress Werbung im Stadtraum zu sehen.

Andreas Christian Haslauer

Andreas Christian Haslauer (* 1988 in Salzburg) ist ein österreichischer Künstler. Seine Animationen und Grafiken sind meist überdetailliert und gefüllt mit Information aus Bild und Text. Überwiegend zeigen seine Arbeiten grotesk anmutende Gesichter und Körper, Satzfragmente und visualisierte Gedanken. Wie in der Malerei ist auch in der Animation ein Streben nach Vielschichtigkeit und eine detailverliebte Dichte die bevorzugte Technik. Eine Art moderner Horror vacui, der darauf aufbaut, das Werk genauer und öfter zu betrachten.
https://andreaschristianhaslauer.tumblr.com/    

"extended covid rulez"
Die Arbeit „extended covid rulez“ ist auf den ersten Blick ein Versuch, die schon geltenden Regeln, welche die Pandemie mit sich gebracht hat, zu kommunizieren und die wichtigsten Punkte zur Bewältigung der Krise aufzuzeigen. Im Weiteren wird auf das Scheitern der Informationsweitergabe durch die Masse und die Geschwindigkeit der Übertragung hingewiesen, welche durch ihre Ästhetik und Dichte nur über mehrere Durchläufe fassbar wird.
Ein Versuch der Aufklärung und ein Spiegel des neuen „Normals“. Das Versagen politischer Strukturen und Mechanismen in der Krise wird hier nur am Rande aufgezeigt, nicht jedoch das Versagen Vieler, sich an einfache Regeln zu halten um dem Allgemeinwohl nicht zu schaden.

Stefan Wirnsperger

Stefan Wirnsperger (*1985 in Tamsweg) ist bildender Künstler und arbeitet in Wien. In seiner Malerei verbinden sich architektonische Elemente und Symbole für gesellschaftliche Utopien zu fragmentarischen Räumen. Zusätzlich arbeitet er an Skulpturen, Videos und Installationen, die sich auf aktuelle urbane und politische Entwicklungen beziehen. Zur Zeit unterrichtet er an der Universität für angewandte Kunst Wien in der Abteilung für Malerei und Animationsfilm.
www.stefanwirnsperger.net   

"Your interference would just mess things up"
Zehn kurze Videos zeigen gezeichnete Hände, die durch Gesten non-verbal kommunizieren, miteinander interagieren oder auf ihr Umfeld Bezug nehmen. Die Szenen finden an alltäglichen Orten in Salzburg statt, die sich in der Nähe der City Light Monitore befinden.
Die Zeichensprache der animierten Hände bleibt zwar mehrdeutig, jedoch lassen sich die Gesten und Aktionen in einem  gesellschaftspolitischen Kontext lesen: Sie proben den Aufstand, machen auf leicht zu übersehende Details im Bild aufmerksam, versuchen verzweifelt irgendwo Halt zu finden oder tragen offen eine Konfrontation aus.

Selfie-Cereals Klose und Tscherner

Margareta Klose *1993 in Berlin, lebt und arbeitet in Wien, Salzburg und Brüssel; studierte Malerei, Skulptur und Bildnerische Erziehung am Mozarteum, sowie Germanistik, Geschichte, Politik in Salzburg; Master TransArts an der Angewandten und école de recherche graphique Bruxelles.
Geboren in Tirol, lebt und arbeitet Verena Tscherner als freischaffende Künstlerin in Wien. Sie studierte Rhythmik an der MDW. Danach studierte sie auf der Schule Friedl Kubelka, Schule für künstlerische Photographie in Wien. Seit Oktober 2019 studiert digitale Kunst bei Ruth Schnell auf der Angewandten.

"An Instagram Selfie Filter Set"
Selfie Cereals ist ein Kollektiv, das 2020 von den Künstler*innen Margareta Klose & Verena Tscherner in Wien & Salzburg gegründet wurde und sich mit dem Dispositiv der Gesichtserkennung im urbanen und digitalen Raum auseinandersetzt. Verschiedene digitale Selfie Filter werden für Instagram entwickelt, jedoch auch analoge, beides mit dem Ziel einer permanenten Maskerade gegen Face
Detection durch Algorithmen. CV Dazzle ist eine Methode, spezielle Partien des Gesichts gegen dessen Erkennung abzudecken.
Passant*innen in Salzburg werden mittels QR-Code dazu eingeladen, die Selfie-Filter spielerisch auszuprobieren. Die Selfie Filter fungieren hierbei als Trainings-Tool zur Maskerade, zu Drag vs. Face Detection:
#freakfacedetection

Ina Loitzl

Ina Loitzl studierte am Mozarteum Grafik, Visuelle Medien und Textiles. Danach war sie Studentin in der Klasse von Peter Weibel an der Angewandten. Heute lebt und arbeitet sie in Wien und Kärnten. Die Heimat, der Körper, der Tod und das Leben sind wichtige Ausgangspunkte ihrer künstlerischen Arbeit, wozu sie sich verschiedenster Medien wie Fotografie, Trickfilm, Objektkunst und Installation bedient. Selbst Künstlerin, Ehefrau und Mutter hinterfragt Ina Loitzl die verschiedenen Rollenbilder, die Frauenkörpern von der Gesellschaft zugeschrieben werden. Rauminstallationen, die Textiles mit Animationsprojektionen vereinen, prägen ihre jüngsten Arbeiten.
www.inaloitzl.net   

„Countess and mice“
Die Originalarbeit „Gräfin Maria Catarina von Lerchenfeldt, † 1743“ befindet sich im Besitz der Familie Orsini-Rosenberg. Im Rahmen des Projekts „ahnen“ unterzog die Künstlerin Ina Loitzl dieses Portrait 2013 einem „Facelifting“. Daraus entstand eine locker-leichte Animation mit sieben Frequenzen.
Countess and mice“ ist eine Anspielung auf die Geschichte des Salzburger Adels. Sommerresidenzen, Villen, Aufträge für namhafte Komponisten aus der verorteten Geburtsstadt wurden vom Adel geprägt. Dass sich in manchen Räumlichkeiten Mäuse einnisteten, bzw. manche irrational diese weißen Nager zu sehen glaubten, ist ein boulevardesker Rückblick in die Zeit von damals. Oft waren diese Vorstellungen Resultat gelebter Fadesse von unterforderten Frauen des Hochadels.