Studie aus Graz: Fußgänger:innen geben in der Innenstadt am meisten Geld aus

10.02.2026
Zu Fuß einkaufen stärkt die Innenstadt
Wer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Öffis kommt, sorgt für häufige Besuche in der Innenstadt – und stärkt damit den lokalen Handel. (Symbolbild)

Fußgänger:innen geben in der Grazer Innenstadt durchschnittlich 1.452 Euro pro Jahr aus – und damit zweieinhalbmal so viel wie Autofahrer:innen. Diese kommen lediglich auf 560 Euro jährlich. Die Studie zum mobilitätsbezogenen Einkaufsverhalten in der Grazer Innenstadt, durchgeführt in Kooperation von Zentrum für Aktive Mobilität, Stadt Graz und WKO Steiermark, zeigt damit: Der häufig angenommene Zusammenhang zwischen Pkw-Erreichbarkeit und Kaufkraft lässt sich nicht bestätigen.

Großteil kommt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Öffis
Untersucht wurde auch folgender Aspekt: Was glauben Geschäftsleute, wie die Menschen in die Shops kommen und wie ist es tatsächlich?  
Das Ergebnis überrascht: Die regelmäßigen Besuche von Menschen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt kommen, wurden deutlich unterschätzt. Autofahrer:innen bleiben zwar ein wichtiger Teil des Innenstadtverkehrs, doch ihre Bedeutung für die Innenstadtfrequenz wurde klar überschätzt.

Das Kryptonit des Online-Handels ist die lebendige Einkaufsmeile
Mehr Bäume, mehr konsumfreie Sitzmöglichkeiten und mehr Trinkwasserbrunnen – diese Wünsche wurden bei der Studie auch genannt. Da sind wir in Salzburg schon auf einem guten Weg, etwa beim Waagplatz oder bei der Neugestaltung des Mozartplatzes. Wenn gut ausgebaute, barrierefreie und attraktive Fußgängerzonen geschaffen werden, ist man auch dem Online-Handel gegenüber ein würdiger Gegner“, so der für die Bauagenden der Stadt zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl

Handel und Bürger:innen profitieren von attraktiven Fußgängerzonen
Planungsstadträtin Anna Schiester: „Fast jeder Weg beginnt oder endet zu Fuß. In Salzburg werden 23 Prozent aller Wege überwiegend zu Fuß zurückgelegt – und bei rund 70 Prozent spielt Gehen zumindest ein Stück lang eine Rolle. Viele Menschen und auch Betriebe haben dabei Sorgen vor Einschränkungen oder Einbußen. Erfahrungen und Studien zeigen aber: Wo es sicherer, ruhiger und attraktiver wird, bleiben Menschen länger – und das stärkt auch die lokale Wirtschaft. Genau deshalb setzen wir beispielsweise auf Maßnahmen wie die Begegnungszone im inneren Nonntal, Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und den Salzburg Boulevard.“ 

Info-Z