Ehrenbecher der Stadt für Bergsteiger-Legende Norman Dyhrenfurth

Dienstag, 09.05.2017

Bürgermeister-Stellvertreter Dipl.-Ing. Harry Preuner hat heute im Schloss Mirabell Norman Dyhrenfurth den Ehrenbecher der Stadt Salzburg verliehen. Anlass war der 99. Geburtstag des Bergsteigers, Expeditionsleiters, Kameramanns und Regisseurs, den dieser vorgestern Sonntag gefeiert hat. „Ihr Leben ist wirklich gespickt mit unglaublichen Ereignissen“, zeigte sich Preuner beeindruckt. Dyhrenfurths größtes Verdienst ist die Leitung der amerikanischen Mount-Everest-Expedition 1963 - eine Leistung, für die er und die Mitglieder seiner Mannschaft nach ihrer Rückkehr von Präsident John F. Kennedy die selten verliehene Hubbard-Medaille der National Geographic Society erhielten.

Beide Eltern Bergsteiger

Geboren am 7. Mai 1918 auf Schloss Carlowitz bei Breslau als Sohn des Geologen und Himalaya-Expeditionsleiters Oskar Dyhrenfurth und der Bergsteigerin Hettie Dyhrenfurth war ihm die Höhenluft sozusagen schon die Wiege gelegt. Sein Vater hatte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten seine Professur in Breslau niedergelegt und sich mit seiner Familie in der Schweiz niedergelassen.
Hettie Dyhrenfurth wanderte 1937 in die USA aus, wohin ihr der damals 19-jährige Norman folgte. Norman, der mit seinem Vater vor seiner Abreise in die USA noch den Mont Blanc und andere Alpengipfel bestiegen hatte, arbeitete in Amerika als Skilehrer, Bergführer und Kameramann. Schon sein Vater hatte seine Himalaya-Expeditionen durch Filme finanziert und das Interesse seines Sohnes an diesem Metier geweckt.

Hitchcock, Zinnemann und Eastwood

Im Zweiten Weltkrieg nahm Norman Dyhrenfurth auf Seiten der amerikanischen Truppen am Kampf um die Aleuten teil. Nach dem Krieg wurde er Leiter einer Filmproduktionsgesellschaft und erhielt die Berufung als Lektor an die University of California in Los Angeles, wo er schließlich Leiter der UCLA Film School wurde. In dieser Position kam er mit vielen berühmten Regisseuren wie Alfred Hitchcock und Fred Zinnemann oder dem Schauspieler Clint Eastwood in Kontakt und produzierte über 100 Dokumentarfilme.
Über die Vermittlung seines Vaters wurde Dyhrenfurth Mitglied der zweiten Schweizer Mount-Everest-Expedition 1952. Nach der Rückkehr in die USA legte Norman Dyhrenfurth die Leitung der UCLA Film School nieder, um sich nur noch dem Himalaya zu widmen.

Auch auf Yeti-Suche

1955 leitete er eine internationale Himalaya-Expedition zum Lhotse. 1958 war er stellvertretender Leiter einer wissenschaftlichen Gruppe auf Suche nach dem „Yeti“. 1960 ging er als Kameramann mit einem Schweizer Bergsteigerteam zum Dhaulagiri.
1971 organisierte Dyhrenfurth eine weitere Expedition zum Mount Everest. Wie sein Vater, der im Namen des Völkerbundes Bergsteiger in den Himalaya geführt hatte, wollte er eine internationale Gruppe auf dem Everest versammeln. Dreißig Bergsteiger aus dreizehn verschiedenen Nationen nahmen daran teil.

Dyhrenfurth wohnt mit seiner Lebensgefährtin, der 15-fachen Österreichischen Golfmeisterin Maria Sernetz, in der Stadt Salzburg.

Ehrenbecher der Stadt für Norman Dyhrenfurth
Ehrenbecher der Stadt für Norman Dyhrenfurth

Sabine Möseneder