Salzburger Mobilitätsplan 2040 (SUMP)

Ziele & Beteiligungsprogramm 2026
19.02.2026
Mit dem Salzburger Mobilitätsplan 2040 werden kurz-, mittel- und langfristige Lösungen für Salzburgs Mobilität umgesetzt.
v.l.n.r.: Harald Frey - TU Wien, Anna Schiester - Planungsstadträtin , Andreas Schmidbaur - Abteilungsvorstand MA 5 Planung, Michael Schwifcz - Projektleiter, Michael Szeiler - Consens, Thomas Kuc - Trafility

Mit dem Salzburger Mobilitätsplan 2040 (SUMP – Sustainable Urban Mobility Plan) entwickelt die Stadt Salzburg den strategischen Rahmen dafür, wie Mobilität in den kommenden Jahren sicherer, klimafreundlicher, platzsparender und für alle gut nutzbar gestaltet wird. 2026 ist dabei ein Schlüsseljahr: In einer breit angelegten Beteiligungsphase werden Rückmeldungen aus der Bevölkerung systematisch gesammelt, ausgewertet und als Grundlage für die weiteren Schritte im Mobilitätsplan genutzt.

Planungsstadträtin Anna Schiester betont die Bedeutung dieses Plans: „Ich bin jeden Tag in dieser Stadt unterwegs, zu Fuß, im Bus, mit dem Rad – und ich weiß: Salzburg hat unglaublich viel Potenzial, die Mobilitätswende zu schaffen. Gleichzeitig liegen hier so viele gute Ideen in Schubladen, ohne dass sie im Alltag ankommen. Der Mobilitätsplan 2040 ist kein neues Papier fürs Regal, sondern soll unser gemeinsamer verbindlicher Fahrplan fürs Tun werden. Jetzt gehen wir in die Stadtteile und laden die Menschen ein, mitzureden und mitzugestalten. Dabei geht es nicht darum, irgendwem etwas wegzunehmen, sondern spürbare Verbesserungen für alle zu schaffen: für Pendlerinnen und Pendler, für Familien am Schulweg, für Menschen ohne Auto. Und dann heißt es: Schritt für Schritt verbindlich umsetzen. Nicht alles wird sofort perfekt sein – aber unser Ziel ist es, die Mobilitätswende auf die Straße zu bringen, und das soll man in dieser Stadt auch zeitnah merken.“

Der Salzburger Mobilitätsplan 2040

Der Salzburger Mobilitätsplan 2040 ist das langfristige Mobilitätskonzept der Stadt Salzburg. Er bündelt Leitlinien, Ziele und Handlungsfelder und dient als Grundlage, um konkrete Maßnahmen und Projekte auf den Weg zu bringen – vom Fuß- und Radverkehr über Öffis bis zu Logistik und Tourismusmobilität.
Im Kern geht es um die Frage: Wie bewegen wir uns in Salzburg künftig so, dass die Stadt lebenswert bleibt – bei begrenztem Raum, steigenden Anforderungen und dem Anspruch, Mobilität für alle zu ermöglichen?
Der Mobilitätsplan ist als strategischer Rahmen angelegt: Er schafft Orientierung und Prioritäten und ermöglicht, Maßnahmen aufeinander abzustimmen, Wirkungen zu überprüfen und die Umsetzung über Jahre hinweg konsequent weiterzuentwickeln.

Die Stadt Salzburg ist seit Jahrzehnten Österreichweit bei einer Reihe von Konzepten Vorreiterin in Sachen Strategie: Das REK 1994 und 2007, das Verkehrspolitische Ziel- und Maßnahmenkonzept 1986, die Radverkehrsstrategie 2025 oder der erste österreichische Masterplan Gehen sind nur einige Meilensteine.
Mit dem nun zu erarbeitenden, umfassenden Mobilitätskonzept wird wieder ein neues wichtiges Strategiekapitel aufgeschlagen. Dies ergänzt um konkrete Handlungs- und Arbeitsfelder, Monitoring und unter intensiver Einbindung der Betroffenen“, so Abteilungsvorstand Andreas Schmidbaur. 

Leiter der Stadt- und Verkehrsplanung, Stephan Kunze, erklärt: „Mit dem Salzburger Mobilitätsplan verfolgt die Stadt Salzburg das Ziel, eine zukunftsfähige, sozial ausgewogene und wirtschaftlich tragfähige Mobilität zu entwickeln, von der wir alle heute ebenso profitieren wie kommende Generationen. Durch eine aktive Partizipation, einer gezielten Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel, durch besser abgestimmte Mobilitätsangebote und durch die Erhöhung der Verkehrssicherheit sollen für die Menschen direkt eine höhere Lebensqualität erreicht werden.“  

Warum ein Mobilitätsplan – und warum jetzt?

Mobilität ist ein tägliches Grundbedürfnis – gleichzeitig ist Verkehr einer der größten Flächennutzer im Stadtraum und ein wesentlicher Faktor für Lärm, Emissionen und Sicherheit. Salzburg steht – wie viele Städte – vor mehreren parallelen Herausforderungen:

  • Begrenzter öffentlicher Raum und steigende Nutzungskonflikte (Gehsteige, Rad, Auto, Öffis, Aufenthalt).
  • Klimaschutz und Dekarbonisierung: Emissionen müssen deutlich sinken.
  • Verkehrssicherheit: Unfälle sollen reduziert werden, besonders auf Schulwegen und für vulnerable Gruppen.
  • Erreichbarkeit und soziale Teilhabe: Mobilität muss unabhängig von Alter, Einkommen oder körperlichen Voraussetzungen möglich sein.
  • Wirtschaft, Lieferverkehr und Tourismus: Diese Bereiche brauchen Lösungen, die die Stadt nicht zusätzlich belasten.

Der Mobilitätsplan 2040 setzt hier an: Er beschreibt den Zielzustand und den Weg dorthin – schrittweise, überprüfbar und im Dialog mit der Stadtgesellschaft.

„Mit einem intensiven Bürger:innen- und Stakeholderbeteiligungsprozess schaffen wir es den Maßnahmenteil des „Salzburger Mobilitätsplan 2040“ auf eine solide, breite und mehrheitsfähige Basis zu stellen. Hierdurch entsteht, aufbauend auf den bereits im Jahr 2025 beschlossenen Zielen und Indikatoren, ein langfristiger nachhaltiger Plan, welcher den Verkehr in der Stadt in eine positive Zukunft führen wird“, so Projektleiter Michael Schwifcz. 

Leitlinie und zentrale Zielrichtung bis 2040

Der Mobilitätsplan verfolgt eine klare Richtung: mehr umweltfreundliche Mobilität, mehr Sicherheit, weniger Emissionen und mehr Aufenthaltsqualität. Wichtig ist dabei nicht eine einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel vieler Schritte: Infrastruktur, Angebote, Steuerung und Mobilitätskultur.
Zwei Grundprinzipien stehen im Vordergrund:

  • Mobilität für alle: Salzburg soll für alle Generationen und Lebenssituationen gut erreichbar sein.
  • Stadt der kurzen Wege: Alltagswege sollen so gestaltet werden, dass viele Erledigungen einfach ohne Auto möglich sind – zu Fuß, mit dem Rad oder mit Öffis.

Harald Frey von der TU Wien unterstreicht: „Ambitionierte Zielsetzungen für die Mobilität in Salzburg sind kein Selbstzweck, sondern notwendig, um in einer wachsenden Stadtregion das Verkehrsaufkommen in Zukunft stadtverträglicher, menschengerechter und umweltschonender zu bewältigen. Flächensparende Verkehrsmittel, wie Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr, die auf die Strukturen der Stadt Salzburg Rücksicht nehmen, stehen dabei an erster Stelle. Sie stärken die lokale Wirtschaft, beleben den öffentlichen Raum und ermöglichen eine sozial gerechte und zuverlässige Mobilität in der Stadt."

Das Ziel für den Modal Split ist 80:20.

Die 9 Ziele des Mobilitätsplans 2040

Die Ziele sind als sektorale Ziele aufgebaut – je Verkehrsart und Themenfeld. Zur Orientierung sind sie als „greifbare Fragen“ formuliert, die die Lebensrealität der Menschen abbilden.

  1. Zu Fuß unterwegs & Stadt der kurzen Wege
    Wie können wir Wege zu Fuß in Salzburg angenehmer und sicherer machen? Ziel ist eine Stadt, in der zu Fuß gehen selbstverständlich, sicher und komfortabel ist: barrierefreie Wege, sichere Querungen, gute Beleuchtung und mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
  2. Mehr Rad
    Wie wird das Radfahren in unserer Stadt noch attraktiver? Ziel ist ein durchgängiges, sicheres und komfortables Radnetz – inklusive sicherer Kreuzungen, verlässlicher Abstellmöglichkeiten und alltagstauglicher Angebote (auch für Kinder und Familien).
  3. Mehr Öffis 
    Wie können Bus, Bahn und andere Öffis besser werden? Ziel ist ein leistungsfähiger, gut nutzbarer öffentlicher Verkehr: Takt, Verbindungen, komfortable und barrierefreie Haltestellen sowie gute Information für Fahrgäste.
  4. Weniger Autoverkehr 
    Wie schaffen wir mehr Platz für Menschen statt für Autos? Ziel ist ein stadtverträglicher Kfz-Verkehr mit weniger Durchzugsverkehr, mehr Verkehrsberuhigung und einer Flächennutzung, die den Umweltverbund und Aufenthaltsqualität stärkt.
  5. Mitmachen & Bewusstsein schaffen 
    Wie können wir Lust auf nachhaltige Mobilität machen? Ziel ist eine Mobilitätskultur, die klimafreundliche Entscheidungen erleichtert – durch Information, Aktionen, Bildung und alltagsnahe Anreize.
  6. Mobil für alle Generationen 
    Wie bleibt Salzburg für alle gut erreichbar – egal ob jung oder alt? Ziel sind Angebote und Wege, die niemanden ausschließen: sichere Schulwege, barrierefreie Zugänge, altersgerechte Lösungen und gute Verknüpfungen zwischen Verkehrsarten.
  7. Saubere Antriebe & neue Technologien 
    Wie kommen wir zu einer klimafreundlichen Mobilität? Ziel ist die Reduktion von Emissionen durch Dekarbonisierung: Umstellung von Flotten, Ausbau von Ladeinfrastruktur und Unterstützung neuer Technologien, wo sie sinnvoll sind.
  8. Nachhaltige Lieferungen & Logistiklösungen 
    Wie kommen Lieferungen umweltfreundlich in die Stadt? Ziel ist eine effizientere, emissionsärmere City-Logistik – mit Lösungen, die Verkehr reduzieren, Zustellungen bündeln und die „letzte Meile“ nachhaltiger machen.
  9. Tourismusmobilität 
    Wie wird Reisen für Gäst:innen umweltfreundlicher und die Stadt entlastet? Ziel ist eine Tourismusmobilität, die Salzburg entlastet: stärkere Anreise ohne Auto, attraktive Umstiegsangebote, Lenkungssysteme und gute Mobilitätsangebote für Gäst:innen.

Michael Szeiler, Mobilitätsexperte von con.sens mobilitätsdesign, erläutert: „Die bereits beschlossenen Ziele für die Mobilitätszukunft der Stadt Salzburg wurden mit breiter Einbindung aller relevanten Interessensgruppen und der Bevölkerung erarbeitet. Dieser Weg des gemeinsamen Dialoges wird bei der Ausarbeitung der Maßnahmen fortgesetzt – im Sinne zukunftsfähiger und nachhaltiger Mobilität für alle, die in Salzburg leben, hier arbeiten oder zu Besuch kommen“.

Beteiligungsplan 2026: So wird die Bevölkerung eingebunden

Die Stadt Salzburg setzt 2026 auf ein Beteiligungsprogramm, das bewusst zwei gleichwertige Wege bietet: Ideen-Workshops (vor Ort) und die Ideen-Plattform (online). Damit können sich Menschen je nach Alltag, Zeit und Präferenz beteiligen – persönlich oder digital.

  • Ideen-Workshops (März/April 2026)

Im März und April finden vier Ideen-Workshops immer von 17 bis 19 Uhr in verschiedenen Bereichen der Stadt statt. Im Zentrum stehen Austausch und konkrete Arbeit an Themen, die den Alltag betreffen: sichere Wege, attraktive Öffis, Radverkehr, Verkehrsberuhigung, Logistik, Tourismusmobilität.

  • 3. März 2026, Techno-Z, Jakob-Haringer-Straße 5, Techno 3
  • 5. März 2026, SN-Saal, Karolingerstraße 40
  • 10. März 2026, Haus der Volkskulturen, Zugallistraße 10
  • 12. März 2026, Wifi Salzburg, Julius-Raab-Platz 2 

Die Ideen-Workshops sind so gestaltet, dass Teilnehmende ihre Erfahrungen einbringen können und gemeinsam mit Fachleuten Handlungsoptionen diskutiert werden.

  • Ideen-Plattform (8 Wochen online)

Parallel zu den Ideen-Workshops ist die Ideen-Plattform für acht Wochen von 1. März bis 1. Mai geöffnet. Sie ermöglicht eine niederschwellige Beteiligung und macht Vorschläge sichtbar, auch wenn eine Teilnahme vor Ort nicht möglich ist. Die Plattform ist in Zusammenarbeit mit SalzburgResearch entstanden gemeinsam mit zukunftswege.at. 

  • Transparenz: Was passiert mit den Beiträgen?

Ein zentrales Element des Beteiligungsjahres ist Transparenz: Beiträge aus Ideen-Workshops und Ideen-Plattform werden gemeinsam ausgewertet, thematisch gebündelt und in die nächsten Planungsschritte überführt. Die Stadt informiert über Zwischenstände und darüber, wie Rückmeldungen in die Weiterentwicklung von Maßnahmen einfließen.

  • Mobilitätstag am 17. September 2026 – Information & Auszeichnungen

Am 17. September 2026 findet ein Mobilitätstag statt. Er kombiniert Information zum Mobilitätsplan mit einer sichtbaren Wertschätzung der Beteiligung:
Auszeichnungen für alle, die etwas eingebracht haben (egal ob über Ideen-Workshops oder Ideen-Plattform). Insgesamt werden 12 Auszeichnungen vergeben: 9 Auszeichnungen entlang der 9 Zielbereiche des Mobilitätsplans, 3 Zusatzkategorien (Sonderpreise).
Der Mobilitätstag ist damit Abschluss der Beteiligungsphase – und zugleich Startpunkt für den nächsten Umsetzungsschritt: aus Ideen werden priorisierte Maßnahmen.

Thomas Kuc von trafility betont: „Für eine objektive Maßnahmenentwicklung stützen wir uns konsequent auf Daten, Zahlen und Fakten. Gleichzeitig fließt das Wissen der Bürger:innen in unsere Verkehrsmodelle – etwa in mobiLabel – ein. So können wir Wirkungen realitätsnah prüfen und nur Maßnahmen aufnehmen, die technisch halten, was sie versprechen.“

Zeitlicher Überblick 2026 

  • Jänner/Februar 2026: Information & Auftaktkommunikation zum Beteiligungsjahr, Stakeholder-Workshop 
  • März/April 2026: 4 Ideen-Workshops + Start der Ideen-Plattform
  • März/April 2026: Laufzeit der Ideen-Plattform (8 Wochen)
  • Frühjahr / Sommer 2026: Auswertung, Bündelung, Rückmeldung, Ableitung von Maßnahmenansätzen
  • 17. September 2026: Mobilitätstag inkl. Auszeichnungen
  • Ende 2026: Weiterarbeit an Maßnahmen- und Umsetzungspfad
  • ab 2027: rasche Umsetzung der mit dem Mobilitätsplan beschlossenen Maßnahmen

Lapuch Laura BA