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Rassismus bedroht sozialen Zusammenhalt

Rund 100 Interessierte bei StadtDialog in der TriBühne Lehen
 
Mi, 28. Jänner 2015

Dienstagabend, 27. Jänner 2015, fand der StadtDialog „Vielfalt in Gefahr! Neue Formen des Rassismus: Islamophobie, Rechtsextremismus, Kriminalisierung von Armen und Diskriminierung von ZuwanderInnen“ in der TriBühne Lehen statt. Der Einladung des städtischen Integrationsbüros und vieler NGOs waren gut 100 Interessierte gefolgt. Nach einer rechtsextremen Störaktion (wie berichtet) ging der Abend wie geplant über die Bühne.

Neue Formen der Herabwürdigung

Rassismus, das ist die Herabwürdigung und Benachteiligung von Menschen nur deshalb, weil sie anders sind. Das Besondere am „neuen“ Rassismus ist, dass er teils andere Gruppen von Menschen betrifft als früher. Beispiele sind Beschimpfungen von MuslimInnen in der Öffentlichkeit, Nazi-Schmierereien und Zerstörungen von Gedenkstätten, Übergriffe auf Bettelnde oder auch doppelte Benachteiligung zugewanderter Frauen.

Das gefährdet sozialen Zusammenhalt und friedliches Zusammenleben. Vor allem dienten derartige Praktiken aber dazu, von gravierenden Problemen, wie wachsender sozialer Ungleichheit und Armut abzulenken, so der Tenor des Abends.

Die Podiumsteilnehmenden – Josef Mautner, Helmut Gaisbauer, Mecbure Yozgat, Sumeeta Hasenbichler und Ursula Liebing – waren sich einig, dass der neue Rassismus auch in Salzburg zunehmend Verbreitung findet. Eine Störaktion mit fremdenfeindlichen Parolen hat das allen Teilnehmenden vor Augen geführt.

Folgende Möglichkeiten, neuen Formen des Rassismus entgegen zu wirken, wurden aufgezeigt:

• Ausstiegsprogramme für Jugendliche aus der extremen Szene
• Beteiligung an der Kampagne der Stadt Salzburg #88gegenrechts!
• Konstruktives Anpacken und Lösung von sozialen Probleme, wie Armut, soziale Ausgrenzung und wachsende Ungleichheit durch eine andere Ausrichtung der Politik global, regional und lokal
• Abbau von u.a. gesetzlichen Diskriminierungen der ZuwanderInnen und mehr Teilhabeförderung statt strafrechtliche Maßnahmen
• Pflege der Erinnerungskultur, z.B. „Nie wieder Gewalt im Namen von –ISMEN!“,
• Weitere Sensibilisierungs-, Bewusstseinsbildungs- und Dialogveranstaltungen,

„Demokratische Gesellschaften basieren auf Menschenrechten, denen das Prinzip der Gleichheit und Gleichwertigkeit aller Menschen zugrunde liegt. Wir müssen dazu verstärkt auf allen Ebenen zusammenarbeiten, sodass jede Person ihre Potentiale und Chancen gleich gut entwickeln kann. Insbesondere für zugewanderte Menschen und Menschen muslimischen Glaubens gibt es noch gesetzliche und institutionelle Hürden für die Teilhabe. Am Abbau dieser Hürden wollen wir gemeinsam arbeiten und entschieden gegen diskriminierende Praktiken auf allen Ebenen eintreten“, betonten die TeilnehmerInnen am Podium und Integrationsbeauftragte Daiva Döring.


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Stand: 28.1.2015, Karl Schupfer