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Haus der Natur

Bild vergrößernHdN Sternwarte; Quelle: Haus der Natur c) Atelier Wortmeyer

HdN Sternwarte; Quelle: Haus der Natur c) Atelier Wortmeyer

Bild vergrößernHdN Sternwarte, Multifunktionssaal; Quelle: Haus der Natur c) Atelier Wortmeyer

HdN Sternwarte, Multifunktionssaal; Quelle: Haus der Natur c) Atelier Wortmeyer

Das Haus der Natur holt die Sterne vom Himmel

Das Haus der Natur hat am Haunsberg eine die modernste öffentliche Sternwarten Mitteleuropas errichtet. Ihr Wert einschließlich ihrer Ausstattung beträgt knapp 3,4 Millionen Euro. In Summe wurde die Finanzierung zu fast 70% von privaten Sponsoren und Spendern getragen. Gut 30% kamen aus öffentlichen Mitteln.

Die neue Sternwarte öffnet sich sowohl mit ihrer Architektur als auch in ihrer inhaltlichen Ausrichtung. Sie will offen sein für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Gesellschaft. Und das ist einzigartig: Im Gegensatz zu reinen Forschungsobservatorien stehen neben dem wissenschaftlichen Anspruch von Anfang an klar ein Bildungsauftrag sowie ein gesellschaftlicher Fokus im Vordergrund. Mit dieser Zielsetzung möchte das Haus der Natur möglichst viele Menschen für Astronomie und Weltraumforschung begeistern sowie die Interaktion und Auseinandersetzung mit diesen Themen in der Gesellschaft fördern.

Die Sternwarte verfügt über zwei unterschiedliche Kuppeln und zwei ASA-Teleskope, die beide für Forschungszwecke und bei öffentlichen Sternführungen im Einsatz sein werden. Das größere Teleskop ist ein sogenanntes Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop (kurz: RC-Teleskop) und hat einen Spiegeldurchmesser von 1.000 Millimetern. Auch das Hubble Space Telescope oder das Very Large Telescope des Paranal-Observatoriums in Chile sind Teleskope dieser Bauart. Das Teleskop steht in einer All-Sky-Kuppel, die sich vollständig öffnen lässt. Die Brennweite beträgt 7.000 Millimeter, je nach verwendetem Okular ergibt sich eine bis zu tausendfache Vergrößerung. Damit könnte man beispielsweise die Astronauten sehen, die gerade aus der ISS aussteigen. Die Verwendung dieses Teleskops ermöglicht Beobachtungen und fotografische Dokumentationen weit entfernter Himmelskörper.

Das kleinere Teleskop, auch ein RC-Teleskop, hat einen Spiegeldurchmesser von 400 Millimetern und ermöglicht 300fache Vergrößerungen. Es wird für die Erforschung und Fotografie näher liegender Himmelskörper genutzt. Bei weniger starker Vergrößerung kann dieses Teleskop auch sehr große Himmelsobjekte wie Sonne oder Mond noch ganz darstellen oder fotografieren. Ist die Vergrößerung stärker, bekommt man nur mehr Ausschnitte des Himmelskörpers auf den Sensor. Das Teleskop steht in einer Spaltkuppel, die perfekten Windschutz bei längeren Belichtungszeiten bietet. Der Teleskopherstellers ASA ist die einzige Firma weltweit, die sämtliche Komponenten ihrer Teleskope selbst herstellt. Die Entwicklung von Hardware, Software, Steuerungs-Elektronik und sogar das Schleifen der Spiegel passiert in-house, ist also „Made in Austria".

Die besondere Architektur des Gebäudes hat in der Fachwelt bereits Aufsehen erregt. Mit ihrer großzügigen Beobachtungsterrasse öffnet sich die Sternwarte mit herrlichen Himmelsblicken nach außen, die Räumlichkeiten im Inneren erfüllen alle Ansprüche für den wissenschaftlichen und vielfältigen öffentlichen Einsatz. „Die VEGA Sternwarte ist die modernste Sternwarte Mitteleuropas. Wie auch die Salzburg AG steht die Sternwarte für die Zusammenführung von Innovation und modernster Technik. Das Energiekonzept des Neubaus ist zukunftsorientiert und umweltfreundlich. So versorgt beispielsweise die hauseigene Photovoltaikanlage das Gebäude ressourcenschonend mit Strom“, erklärt Leonhard Schitter, Vorstandssprecher der Salzburg AG, die Unterstützung der Sternwarte.
Das Astrolabor in der Sternwarte wird für wissenschaftliche Arbeiten genutzt. Es bietet bis zu 20 Arbeitsplätze, die der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur oder auch Schulgruppen oder Studierenden zur Verfügung stehen. Hier können beispielsweise spektroskopische Messungen ausgewertet werden. Spektroskopie ist eine der wichtigsten Methoden zum Kenntnisgewinn in der Astronomie. Das Linienmuster im Spektrum ist für den Astronomen das, was der Fingerabdruck für den Kriminalisten bedeutet. Man ermittelt mit dieser Analyse etwa das Vorhandensein bestimmter chemischer Elemente, die Temperatur einer Sternatmosphäre oder die Rotationsgeschwindigkeit von Planeten.
Im Vortrags- und Veranstaltungssaal finden bis zu 150 Personen Platz. Eine Besonderheit der audiovisuellen Anlage ist die Möglichkeit, Bilder der Teleskope direkt auf die große Leinwand im Saal zu übertragen. Das eröffnet viele Möglichkeiten: So können große Gruppen gleichzeitig beobachten und diskutieren, was die Teleskope einfangen. Während der Beobachtung astronomischer Ereignisse können Experten im Vortragssaal spannende Hintergrundinformationen geben. Darüber hinaus finden in diesem Multifunktionssaal öffentliche Vorträge und wissenschaftliche Tagungen ebenso Raum wie kommerzielle Veranstaltungen mit Bezug zur Sternwarte. Ansprechpartner für die Organisation und Abwicklung vielfältiger Veranstaltungen von Firmen oder anderen Institutionen ist dabei der Haus der Natur-Vertragspartner Choros Concept.

Im Gegensatz zu reinen Forschungsobservatorien stehen auf der VEGA-Sternwarte Haus der Natur neben dem wissenschaftlichen Anspruch besonders die Vermittlung und der gesellschaftlicher Auftrag im Fokus. Deshalb sind zwei Tage pro Woche allein für die Öffentlichkeit reserviert: Jeden Montag- und Dienstagabend finden nach Einbruch der Dunkelheit teleskopische Sternführungen statt, an denen man – klarer Himmel vorausgesetzt – ohne Voranmeldung teilnehmen kann. Darüber hinaus werden auch Sonderführungen nach Vereinbarung angeboten.

Link zum Haus der Natur
Stand: 23.8.2018, Verena Braschel